Eine Hommage an die Heimat

„Mords-Trara“: Griesstätter Autorin schreibt ihren ersten Wasserburg-Krimi

Autorin Monika Nebl hat ihren ersten Krimi geschrieben - und zum ersten Mal auch ein Buch unter ihrem richtigen Namen veröffentlicht. Schauplatz ist ihre Lieblingsstadt: Wasserburg.
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Autorin Monika Nebl hat ihren ersten Krimi geschrieben - und zum ersten Mal auch ein Buch unter ihrem richtigen Namen veröffentlicht. Schauplatz ist ihre Lieblingsstadt: Wasserburg.
  • Heike Duczek
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Wasserburg – Betrügerische Haustürgeschäfte, ein Mord und eine unkonventionelle Privatdetektivin: Das sind die Zutaten für den ersten Wasserburg-Krimi der Griesstätter Autorin Monika Nebl. Er ist zugleich eine Hommage an ihre Lieblingsstadt.

Über 20 Bücher hat Monika Nebl bereits veröffentlicht. Mitte Dezember kommt jetzt ihr erster Krimi heraus. Schauplatz für einen Mord ist ihre Lieblingsstadt Wasserburg. Hier schickt die Griesstätterin ihre Heldin, die „Krimi-Minnie“, auf Spurensuche. Das gibt, so der Titel von Band eins einer neuen Reihe, ein „Mords-Trara“.

Stadt und ihre Menschen als Inspiration

Eigentlich ist es gar nicht das erste Wasserburg-Werk, das Monika Nebl geschrieben hat. Denn die 54-Jährige hat sich von der Stadt schon oft inspirieren lassen: Die Gassen und Häuser dienten als mystische Vorlagen für ihre Fantasyromane, die sie unter dem Pseudonym Ainoah Jace veröffentlichte. In Kurzgeschichten, die in einer Anthologie mit den „Rosenheimer Autoren“ erschienen, ließ sie zum ersten Mal ihrer „kriminellen Feder“ freien Lauf – in Geschichten, die auf dem Christkindlmarkt und Nachtflohmarkt in Wasserburg spielen.

Inspiration durch die Stadt und Begegnungen mit ihren Bürgern

Doch nicht nur die Stadt, auch ihre Menschen haben Monika Nebl inspiriert, ihren ersten Wasserburg-Regionalkrimi zu schreiben. Die Töpferin, die Stadtführer, eine Astrologin, Autoren Wasserburger Geschichte, Ladenbesitzer und Gastronomen: Begegnungen mit diesen und vielen weiteren Wasserburgern bieten Stoff für das Schreiben.

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Die Heldin, eine etwas flippige, herzensgute und unkonventionelle junge Frau, die sich traut, gegen den Strom zu schwimmen und ihrem sozialen Gewissen zu folgen, ist ein bisschen Monika Nebls alter Ego. „Ich bin auch ein wenig ein Blumenkind“, sagt die Autorin schmunzelnd. Auch sie ist glücklich, wenn die Menschen um sie herum glücklich sind. Auch sie kann Ungerechtigkeiten nicht leiden. Auch sie ist nicht immer den geraden Weg gegangen in ihrem Leben: Die gelernte Reiseverkehrskauffrau hat schon in mehreren Berufen gearbeitet.

Haustürbetrug führt zu Mord – Showdown am Friedhof

Das Schreiben ist jedoch ihre große Leidenschaft. Schon als Zehnjährige vertraute sie alles, was sie erlebte, ihrem Tagebuch an. Sie saß stundenlang in ein Buch versunken im Kinderzimmer. Ihren ersten Roman schrieb Monika Nebl, die alle nur Moni nennen, jedoch erst als junge Mutter – nach schlaflosen Nächten am Bett ihres schwerkranken Sohnes. Er wurde gesund, die Mama startete durch als Autorin.

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Mit Erfolg: Die Mutter drei erwachsener Kinder schreibt und veröffentlicht E-Books und Taschenbücher unter den Pseudonymen Katie S. Farrell (Romantik-Thriller) und Ainoah Jace (Fantasy). Der Wechsel der Genres gefällt der passionierten Reiterin, der nach eigenen Angaben auch beim Schreiben oft der Gaul durchgeht. Beim Krimi muss sie sich besonders disziplinieren, denn hier darf der rote Faden keinerlei Lücken aufweisen. Er entsteht nach ihren Angaben aus vielen roten Punkten, sprich Szenen, die schließlich zu einer homogenen Geschichte verbunden werden.

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In Flipflops lässt Monika Nebl in ihrem ersten Regionalkrimi die Heldin gegen das Böse antreten. Auf einen hinterhältigen Haustürbetrug folgt ein Mord. Zu Unrecht wird ein junger Mann verdächtigt. Das kann Minnie nicht akzeptieren. Mit Ratschkatl und Ex-Polizist Gustl macht sie sich auf Mördersuche in Wasserburg – mit Erfolg, wie ein „Showdown“ am Friedhof zeigt.

Autorin verzichtet auf die gängigen Bayern-Klischees

„Mords-Trara“ verzichtet jedoch auf die Darstellung brutaler Details. Es ist locker-leicht geschrieben, in knackigen Sätzen, mit feinem Humor und viel Lokalkolorit. Gaststätten und Geschäfte, Plätze und Straßen sowie Veranstaltungen der Stadt, die es wirklich gibt, tauchen auf. Monika Nebl bedient bei der Darstellung von Oberbayern nicht die gängigen Bayern-Klischees. „Ich zeige Wasserburg, so wie ich die Stadt empfinde: traditionell und modern zugleich.“ Die Autorin hat für die Authentizität viel recherchiert – sogar Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl hat ihr geholfen, die Ermittlungsarbeit richtig darzustellen.

Ein halbes Jahr hat die Griesstätterin am Minnie-Krimi geschrieben. Er ist der erste Roman, den sie unter ihrem richtigen Namen veröffentlicht. Wie bei den vorangegangenen Büchern waren Ehemann Günter, der als Grafik-Designer auch die Cover der Bücher entwickelt, und die drei erwachsenen Kinder die wichtigsten Kritiker.

Hier ist das Buch erhältlich

„Mordstrara“, Krimi-Minnies erster Fall, Monika Nebl, Verlag EyeDoo Publishing, Griesstätt, ISBN: 978-3964436467, 216 Seiten, als E-Book und für 9,90 Euro als Taschenbuch über den Buchhandel erhältlich.

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