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Den Blick für die Gefahr schärfen

Mittelstufe des Luitpoldgymnasiums spielt „#diewelle2022“

Die Probenzeit in Corona-Zeiten forderte viel Engagement von der Theatergruppe der Mittelstufe Plus.
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Die Probenzeit in Corona-Zeiten forderte viel Engagement von der Theatergruppe der Mittelstufe Plus.

Nach den Erfahrungen während der Pandemie ist dieses Theaterstück leider aktuell wie nie. Die jungen Schauspieler des Luitpoldgymnasiums setzten es einfallsreich sowie auf Wasserburg und ihre Schule bezogen um.

Wasserburg – Dass es manchmal einen ganz langen Atem und Durchhaltevermögen braucht, Ideen und Pläne zu verwirklichen, diese Erfahrung machte die Theatergruppe Mittelstufe Plus mit ihrer Leiterin Doris Hasse am Luitpold-Gymnasium in Wasserburg. Nachdem 2020 – kurz vor dem Lockdown – „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt aufgeführt worden waren, fand innerhalb der Gruppe ein Umbruch statt. Viele Mitglieder hörten wegen des Eintritts in die Oberstufe auf, neue und motivierte kamen hinzu. Sehr schnell fand sich ein Stück, das wegen des immer noch aktuellen Themas, der Nähe zur Schule und zum Leben von Jugendlichen nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt hat: #diewelle2020 von Jochen Strauch nach dem Roman von Morton Rhue und der Kurzgeschichte „The Third Wave“ von Rone Jones.

Bedrückende Frage: Kann das heute noch einmal passieren?

Wie auch die Romanvorlage greift #diewelle2020 die Fragestellung auf, die im Geschichtsunterricht Generationen von Schülern weltweit bewegt: Wie konnte es dazu kommen? Wie entsteht Faschismus? Bis hin zu der Frage: Kann das heute noch einmal passieren?

Mit diesen Fragestellungen setzte sich die Theatergruppe, immer wieder ausgebremst durch die Pandemie, intensiv auseinander. Während der langen, von Unsicherheiten beeinflussten Vorbereitungsphase zeigte sich an aktuellen Entwicklungen die Anfälligkeit der Menschen für populistische und faschistoide Tendenzen und die Notwendigkeit, Haltung zu zeigen und einen Beitrag zur Demokratie zu leisten. All dies wurde in das Stück eingearbeitet, der Inhalt wurde auf Wasserburg und das Luitpold-Gymnasium zugeschnitten.

Nach einer sehr langen probelosen Zeit konnten ab Pfingsten endlich wieder Proben ohne Masken abgehalten werden. Es erforderte viele Zusatztermine und großes Engagement aller Beteiligten, das Stück am 12. und 13. Juli in der Großen Aula des Gymnasiums auf die Bühne zu bringen.

Überzeugend präsente und vorbereitete Jugendliche zeigten auf der Bühne, wie der Übergang von positivem Gruppengefühl und Integration von Außenseitern durch Parolen wie „Stärke durch Disziplin, Kraft durch Gemeinschaft, Macht durch Handeln“ zu Ausgrenzung und bedingungslosem Gehorsam führt. Die herausragende Schlussszene, in der auch die Enttäuschung des Jugendlichen eindrucksvoll gezeigt wurde, der vom Außenseiter zu einem wichtigen Mitglied dieser Bewegung geworden ist, machte das für alle in beklemmender Weise deutlich.

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Nicht nur die Schlussszene erwies sich als beeindruckend – das gesamte Stück zeigte die Motivation, das Können und das Engagement der Schauspieler.

Der dramaturgische Anspruch und Einfallsreichtum der Theatergruppe mit ihrer Leiterin Doris Hasse war hoch: Es gab zeitgleiche Handlungsabläufe durch das Einbeziehen der Seitenbühne, Projektionen, eine Erzählerin, die für das Publikum den roten Faden spann, Videoeinspielungen zur Graffitiaktion der Gruppe und die Einbeziehung des gesamten Publikumsraums. Der Applaus der Zuschauer war wohlverdient.

Das Ensemble wurde vom Schul-Radio-Film-Team des Luitpold-Gymnasiums, von Lehrern und Eltern engagiert unterstützt. re/MN

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