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Neue Angebote für Radlfahrer

Wasserburg wird fahrradfreundlicher: Sogar beim Parken werden die Drahtesel mit Autos gleichgestellt

Schön sind sie nicht, aber nützlich: In Wasserburg werden weitere Fahrrad-Garagen aufgestellt – ähnlich wie hier am Gries Nähe der Stadtwerke.
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Schön sind sie nicht, aber nützlich: In Wasserburg werden weitere Fahrrad-Garagen aufgestellt – ähnlich wie hier am Gries Nähe der Stadtwerke.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Wenn ein Autohaus das Angebot von vier auf zwei Räder erweitert, steht fest: Die 2020er Jahre sind das Zeitalter des Fahrrads. Der Bauausschuss will dieser Entwicklung Rechnung tragen – mit Angeboten, die früher eher dem Auto dienten: Garagen und Parkplätze, diesmal für zwei statt für vier Räder.

Wasserburg – „Wir fällen jetzt eine Grundsatzentscheidung pro Fahrrad“, stellte Wolfgang Schmid (CSU) in der Bauausschusssitzung im Rathaus fest. Er verwies darauf, dass die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitiker auf dem eingeschlagenen Weg auch mit „Meckerern“ rechnen müssten. Denn es sind nicht nur zusätzliche Fahrradgaragen geplant, sondern auch weitere Stellflächen für Fahrradständer – gegebenenfalls sogar auf Arealen, auf denen ein Pkw-Parkplatz zugunsten des Drahtesels geopfert werden müsste.

Das Zweirad boomt – auch dank E-Bikes

Wobei: Drahtesel ist zwar ein Synonym für das Fahrrad, aber kein passender Ausdruck mehr. Denn Fahrräder sind heute oft teuer, weil technisch aufwendige Hochleistungsfortbewegungs- und sogar Transportmittel. Elektrisch angetrieben machen sie das Radfahren auch in Städten wie Wasserburg attraktiv.

Von einem Fahrradboom sprach die Fraktionsvorsitzende von SPD und Linker Liste, Friederike Kayser-Büker. Rad fahre in Wasserburg nicht länger vor allem der Tourist, das Zweirad sei ein Alltagsgegenstand für viele Bürger geworden, zeigte sich auch Zweiter Bürgermeister Werner Gartner (SPD) überzeugt.

Eine Zeitenwende forderte deshalb zum wiederholten Mal der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christian Stadler: Nach Jahrzehnten, in denen das Autofahren systematisch „überfördert“ worden sei, müsse jetzt endlich das Radfahren in den Fokus rücken – auch in Wasserburg. Dass eine gezielte Fahrradpolitik, die auch zu Lasten des Autos gehen könne, auch auf Kritik stoßen werde, müsse hingenommen werden, findet Stadler.

Schmid verwies jedoch darauf, dass es auch Menschen gebe, die nicht Rad fahren könnten. Er warb für mehr Fahrradfreundlichkeit und dafür, das Angebot für Radlständer zu erweitern, aber erst einmal zu schauen, wie es ankomme, bevor Autoparkplätze geopfert würden.

Auch Pkw-Parkplätze opfern?

Ihm und zwei weiteren Ausschussmitgliedern ging der Beschluss, wenn notwendig auch Pkw-Stellflächen in Areale für Fahrradstände umzuwandeln, zu weit. Schmid (CSU), Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) und Markus Pöhmerer (Wasserburger Block) stimmten gegen die Entscheidung.

Eine knappe Mehrheit von vier Mitgliedern (Bürgermeister Michael Kölbl,. SPD, Friederike Kayser-Büker, SPD, Wener Gartner, SPD, und Christian Stadler, Grüne) setzte durch, dass auch dieser Schritt nicht ausgeschlossen wird. Dabei ist vor allem die Herrengasse im Blick.

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Einstimmig beschloss der Ausschuss dagegen, Fahrradständer, wenn notwendig, auch in Halteverbotszonen aufzustellen – sozusagen als erzieherisches Mittel. Die Verkehrsüberwachung begrüße dies, berichtete der Bürgermeister. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann hatte dem Ausschuss generell etwa 19 weitere Ständer verteilt über die ganze Altstadt vorgeschlagen – überall dort, wo potenzielle Nutzer sind und die Ständer nicht im Weg stehen – etwa am Bahnhofsplatz, auf der Burg, vor dem Ganserhaus (AK 68), in der Ledererzeile, an der Stadtmauer, am Kirchhofplatz.

Fast 50 stehen dann in der Stadt. In der Färbergasse sah Herrmann wenig Bedarf, was wiederum Stadler anders beurteilte. Ihm sind es außerdem nach wie vor nicht genug Fahrradständer. Nach wie vor seien diese eher an den Rand gedrängt verteilt.

Die Suche nach weiteren Standorten, wie von den Grünen beantragt, geht jedoch weiter, versprach die Stadtbaumeisterin.

Zusätzliche Miet-Garagen für Zweiräder

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann hatte auf Antrag der SPD auch Vorschläge für weitere Aufstellorte für Fahrradgaragen erarbeitet, die der Bauausschuss einstimmig befürwortete. Auch dafür gibt es einen großen Bedarf, berichtete Bürgermeister Michael Kölbl (SPD).

Nicht nur bei Fahrradtouristen, die ihre oft teuren Räder gerne sicher verschließen wollen, wenn sie in Wasserburg zu Besuch sind, sondern auch bei Altstadtbewohnern. Viele bewegen sich mit dem Rad durch die Stadt, fahren damit zum Arbeitsplatz. In manchen engen Altstadthäusern gibt es keine Garagen, Innenhöfe oder Abstellmöglichkeiten.

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20 Radlboxen kosten nach Angaben von Herrmann etwa 20.000 Euro. Die „Garagen“ sollen, so ein Vorschlag aus dem Ausschuss, zum Teil auch so groß sein, dass sie Lastenräder oder Fahrräder mit Anhängern aufnehmen können.

Blechkisten passen nicht vor die Denkmäler

Die Blechkisten sind keine Augenweide, deshalb müssten sie so aufgestellt werden, dass das Ensemblebild der Denkmäler in der Altstadt nicht gestört werde, so Herrmann. Die Stadtbaumeisterin schlug Standorte im Bereich Parkhaus Überfuhrstraße und Kellerstraße, an der Rampe und Am Parkplatz Am Gries vor. Hier könnte die bereits bestehende Anlage eventuell durch eine zweite Reihe erweitert werden, zeigte sich Wolfgang Schmid (CSU) überzeugt. Er sieht außerdem große Möglichkeiten für Fahrradgaragen an der Rampe.

Die Boxen sollen fest und frei vermietbar sein, die Tarifgestaltung wird noch festgelegt, beschloss der Ausschuss.

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