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Neustart des Wasserburger Kultabends „Montagsbrettl“

„Kabarett-Szene zittert vor dem Herbst“: Wie Michael Altinger die Leute von der Couch holen will

Michael Altinger zieht mit seiner Kultveranstaltung „Montagsbrettl“ um.
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Michael Altinger zieht mit seiner Kultveranstaltung „Montagsbrettl“ um.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Das „Montagsbrettl“ von Michael Altinger ist Kult. Jetzt bekommt das Kabarett nach 20 Jahren in Wasserburg ein neues Zuhause. Warum der Ortswechsel notwendig war und wie der „Schlachthof“-Star den Neustart in schwierigen Zeiten stemmen will.

Wasserburg – Nach 20 Jahren zieht das „Montagsbrettl“ von Kabarettist Michael Altinger um – vom Festsaal im Inn-Salzach-Klinikum in Gabersee zur „Landwirtschaft“ nach Staudham.

Zwischen dem alten und neuen Standort liegen nur zwei Kilometer, doch Altinger weiß: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, will heißen: Der Kabarettist („Schlachthof“, „Nuhr im Ersten“) hofft, dass die Fans des Formats den Ortswechsel mittragen. Denn die Künstler haben es derzeit besonders schwer.

Leute an die Couch verloren

„Die Kabarett-Szene zittert vor dem Herbst“, sagt Altinger. Der Neustart nach den Lockdowns und Auftritten unter stark erschwerten Bedingungen sei bei vielen Künstlern holprig verlaufen. „Wir haben Leute an die Couch und an die Streamingdienste wie Netflix und Co. verloren“, bedauert der Eiselfinger. Einige Fans seien träge geworden, während der vergangenen zwei Pandemiejahre hätten sie das Ausgehen etwas verlernt. Wenn es um das Feiern gehe, dann seien viele dabei, wie die proppenvollen Festzelte beweisen würden. Eine kulturelle Abendveranstaltung – „hinsetzen und zuhören“ – stoße dagegen derzeit auf nicht so große Resonanz.

Der typische Kabarettbesucher sei außerdem im Alter 40 plus, er gehe vorsichtiger mit seiner Gesundheit um als junge Leute. Die Skepsis sei nach wie vor groß, wenn es um Indoor-Veranstaltungen gehe. Dabei seien Theater und Bühnenräume mit Lüftungsanlagen ausgestattet, es gebe überall umfangreiche Hygienekonzepte. „Die Veranstalter tun wirklich alles, um die Ansteckungsgefahr zu verhindern.“

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Altinger macht außerdem ein Überangebot an kulturellen Veranstaltungen für die Probleme der Kleinkunst verantwortlich. Derzeit habe der Kulturfan die Qual der Wahl angesichts der vielen Festivals, Konzerte, Theateraufführungen und Feiern. Hinzu kämen viele Nachholtermine, Menschen, die kulturell interessiert seien, hätten „stapelweise Eintrittskarten daheim“. Viele Kabarettisten ständen „vor leeren Häusern“ oder vor Publikum, das die Karten bereits vor Pandemiebeginn gekauft habe. Altinger befürchtet, dass viele Künstler das Handtuch werfen werden.

Das Montagsbrettl startet deshalb unter schwierigen Rahmenbedingungen wieder durch. Über zwei Jahrzehnte lang galt der Festsaal in Gabersee als Mekka für die deutschsprachige Kabarett- und Kleinkunstszene. Altinger brachte dort in ganz Deutschland bekannte Kabarettisten auf die Bühne. Über die Jahre entwickelte sich das Programm in Gabersee zum Renner, die Karten war meist schnell vergriffen, sobald ein neuer Termin bekannt gegeben wurde. Ein ausverkaufter Festsaal war die Regel, berichtet Altinger.

„Unser Montagsbrettl gibt es seit März 2000. Am ersten Abend standen so junge verheißungsvolle Kabarettisten wie Luise Kinseher und Helmut Schleich auf der Bühne“, erinnert er sich. Je drei Künstler stellen seitdem zweimal im Jahr die besten 20 bis 25 Minuten ihrer aktuellen Programme vor. „Ich führe dabei durch den Abend und präsentiere immer wieder neue eigene Kabarettnummern.“ Zu Gast waren schon Größen der Sezene: Olaf Schubert, Claus von Wagner, Sebastian Pufpaff, Hannes Ringlstetter, Monika Gruber, Maxi Schafroth, Martin Frank, Simon Pearce, Rainald Grebe und Günter Grünwald.

Für den Neustart im Gasthof Staudham hat sich Altinger mit dem Kulturkreis Wasserburg zusammengetan. Die Dachorganisation der Kulturvereine und Veranstalter in Wasserburg bemüht sich intensiv um die Förderung der unter der Pandemie schwer leidenden Künstler. Unter anderem ist es gelungen, den Narrenkeller als Kleinkunstbühne wiederzubeleben. Wasserburgs Kulturreferentin Edith Stürmlinger hatte Altinger auf die Möglichkeit der Unterstützung durch den Kulturkreis hingewiesen, berichtet der 52-Jährige.

Festsaal war 20 Jahre lang das „Wohnzimmer“ der Kultveranstaltung

Zu den Gründen des Wechsels vom Festsaal im Inn-Salzach-Klinik zum Gasthof Staudham will sich Altinger auf Anfrage der Wassserburger Zeitung nicht äußern. Nur so viel: „Der Festsaal dort war 20 Jahre lang unser Zuhause, quasi unser Wohnzimmer. Ohne das Engagement von vielen ehrenamtlichen Helfern wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Der ehemalige Klinik-Direktor Theodor Danzl, der vergangenes Jahr in den Ruhestand trat, war uns stets wohlgesonnen und hat uns, wo es ging, unterstützt.“

Altinger blickt jetzt nach vorne. Erneut gebe es Helfer und Partner, die das „Montagsbrettl mit Freude weitertragen“ würden. Erstmals gebe es außerdem Sponsoren, Altinger stellt besonders die Molkerei Bauer und die Sparkasse Wasserburg heraus, die dem Format finanziell unter die Arme greifen würden. Das gebe Sicherheit in unsicheren Zeiten, „denn das die Hütte per se voll wird, davon können wir heutzutage nicht mehr einfach ausgehen“.

Am 12. September geht es los

Start des neuen „Montagsbrettls“ ist am 12. September in Staudham. Mit dabei sind Matthias Brodowy, Detlef Wutschik und Jens Neutag. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 24 Euro, es gibt freie Platzwahl. Der Gasthof Staudham bittet um rechtzeitige Vorbestellung, falls man vor der Veranstaltung noch in der Wirtschaft ein Abendessen zu sich nehmen will. Karten gibt es online unter www.michael-altinger.de oder direkt bei: Grünkunft Store &Café Marienplatz 19, Wasserburg unter der Telefonnummer 08071/5263950.

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