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Abfallwirtschaft

Wasserburg ist Spitze in Sachen Biotonne - aber ein Abfall-Problem stinkt trotzdem zum Himmel

Die Biotonne ist in Wasserburg ein großer Erfolg.
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Die Biotonne ist in Wasserburg ein großer Erfolg.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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2018 hat Wasserburg die Biotonne eingeführt. Ein großer Erfolg, denn bayernweit wird in kaum einer Kommune so viel Bioabfall gesammelt. Trotzdem hat auch Wasserburg ein Entsorgungs-Problem.

Wasserburg – „Wir sind so geschimpft worden“, erinnerte sich Bernhard Schachner, Leiter der Abfallwirtschaft in der Stadtverwaltung, im Umweltausschuss an die Debatten im Jahr 2017 rund um die Entscheidung, die Biotonne einzuführen. Doch es hat sich gelohnt: 2017 sammelten die Wasserburger sechs Kilogramm Bioabfall pro Einwohner und Jahr, 2018 waren es schon 70 Kilo, 2021 sind es fast 88. Zum Vergleich: Im Freistaat wird pro Bürger und Jahr etwa 60 Kilogramm Bioabfall der Wiederverwertung zugeführt, berichtete Schachner. „Wir sind Spitze“, lautete sein Fazit.

Restmenge hat sich seit 1997 halbiert

Der Umweltausschuss sieht sich in seiner Entscheidung auch aufgrund weiterer Zahlen mehr als bestätigt: Die Restabfallmenge ist seit 1997 halbiert worden. Damals blieben noch etwa 225 Kilogramm pro Einwohner und Jahr übrig, die nicht dem Recycling zugeführt werden konnten. Nach Einführung der Biotonne waren es im Jahr 2018 nur noch 84 Kilo, 2021 noch 91. Bayernweit liege der Wert bei etwa 147 Kilogramm, so Schachner, im Landkreis seien es etwa 180 Kilo.

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Trotzdem ist selbst in diesem Abfallwirtschaftsbericht „Luft nach oben“, wie Schachner betonte. In den Mülltonnen befänden sich laut Sortieranalysen noch immer etwa 26 Prozent organische Abfälle.

Unsere Grafik zeigt die Entwicklung der Gesamtabfallmenge und der wichtigsten Wertstoffe.

Die Biotonne ist trotzdem begehrt. Seit zwei Jahren würden sogar vermehrt kleine in größere umgetauscht, stellt die Stadt fest. Auch die Zahl derer, die vor Einführung der Biotonne eine Befreiung beantragt hätten, sinke. Fast die Hälfte der 500 Antragsteller habe die Befreiung zurückgezogen und eine Biotonne bestellt. Hier gibt es nach wie vor ein Problem: nicht biologisch abbaubare Plastiktüten. Der „Störstoffanteil“ liege bei 2,72 Prozent. Regelmäßig kontrolliere das Personal der Müllwagen Stichproben – und lasse die Behälter bei falsche Befüllung unentleert stehen, so Schachner.

Bürgermeister Michael Kölbl verwies im Ausschuss auf die Nachhaltigkeit bei der Verwertung des Bioabfalls. Er werde nach Eiselfing gefahren, erzeuge dort Energie (Biogas). der Rest werde zu Kompost verarbeitet – eine hundertprozentige Wiederverwertung.

Der Abfallwirtschaftsbericht der Stadt zeigt jedoch trotz der Tatsache, dass die Wasserburger top sind im Recycling, auch Problemstellen auf. Im Fokus: Müllrowdys an den Wertstoffinseln, die hier Haushaltsabfälle unerlaubt einfach abstellen oder in die Container für Leichtverpackungen stopfen.

Illegale Entsorgung: trauriger Rekord

2021 gab es bei diesen Vergehen einen traurigen Rekord: 196 Verursacher wurden ertappt, Verwarnungs- und Bußgelder in Höhe von 21 000 Euro verhängt, berichtete Schachner. Zu 50 Prozentig seien es Auswärtige, die – häufig auf dem Arbeitsweg – unerlaubt entsorgen würden. Obwohl die Wertstoffinseln zweimal wöchentlich gereinigt würden, könne die illegale Ablagerung zu großen hygienischen Problemen mit Rattenbefall führen, warnte Schachner.

Tonnen werden ausgetauscht

23 Jahre alt sind die Mülltonnen in Wasserburg. Sie haben sich so stark verformt, dass sich die Schlösser nur schwer öffnen lassen. Deshalb hat die Stadt jetzt eine Umtauschaktion gestartet, die die Bürgerinnen und Bürger nichts kostet. 2600 Behälter werden ersetzt. Investition für die Stadt: 150 000 Euro. Die alten Behälter werden an eine Recyclingfirma geschickt, die aus dem Granulat wieder neue Tonnen herstellt, teilte die Stadt mit. Auch hier schließt sich die Verwertungskette.

Online-Tauschmarkt

Die Abfallwirtschaft im Wasserburger Rathaus hat einen Online-Tausch- und Verschenkmarkt eingerichtet. Unter www.wasserburg.de/verschenkmarkt oder www.wasserburger-verschenkmarkt.de können nicht mehr benötigte Gegenstände angeboten werden. Auch das ist Nachhaltigkeit, würdigte der Umweltausschuss das neue Angebot.

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