Einbahnstraßen-Petition gescheitert

Schmidzeile in Wasserburg bleibt zweispurig befahrbar

Die Schmiedzeile „rauf“ fahren und auch „runter“ fahren können weiterhin die Verkehrsteilnehmer. Sie bleibt zweispurig.
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Die Schmiedzeile „rauf“ fahren und auch „runter“ fahren können weiterhin die Verkehrsteilnehmer. Sie bleibt zweispurig.
  • Winfried Weithofer
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Keine Einbahnstraße: Die Schmidzeile in Wasserburg bleibt auch weiterhin zweispurig befahrbar. Die Grünen-Stadträtin Bettina Knopp hätte gerne den Zustand bewahrt, der sich 16 Monate lang aufgrund einer Baustelle ergab: Da floss der Verkehr nur in eine Richtung und zwar von der Burg zum Marienplatz. Mit einer Petition ist sie nun gescheitert.

Wasserburg– Genau 16 Monate lang, von März 2019 bis Juli 2020, ist der Verkehr in der Schmidzeile wegen einer Baustelle nur in einer Richtung geflossen, und zwar von der Burg zum Marienplatz. Damals sehr zur Freude von Bettina Knopp, die in der Straße „Auf der Burg“ wohnt. In einer Petition an den Bayerischen Landtag bat die Stadträtin (Grüne) dringend darum, die Schmidzeile als Einbahnstraße zu erhalten.

Doch die 38-Jährige, früher Vorsitzende der Wasserburger SPD, erhielt eine Abfuhr, und zwar vom Landtagsausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr. Dieser hatte eine Stellungnahme des Staatsministeriums zu dem Fall erhalten, in dem es hieß, „dass dem Anliegen nicht entsprochen werden könne“. Dieser Beurteilung schloss sich der Ausschuss an – und „sieht deshalb keine Möglichkeit, Ihrer Petition zum Erfolg zu verhelfen.“

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Der Ausschuss-Berichterstatter Manfred Eibl (Freie Wähler) berief sich dabei auf Bürgermeister Michael Kölbl: „Der Bürgermeister verweise auf die Schwierigkeit, hier eine Einbahnstraßenregelung vorzusehen, weil damit deutlich längere Strecken von den Anwohnern in Kauf genommen werden müssten.“

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Diese Argumentation trifft freilich nur für eine Richtung zu – nämlich für den Verkehr von der Stadtmitte in Richtung Burg. In der Gegenrichtung müssen die Autofahrer, wollen sie zur Burg, einen langen Umweg fahren – und zwar über den Marienplatz, Tränkgasse, Max-Emanuel-Platz, Kaspar-Aiblinger-Platz, Heisererplatz, Im Hag und Münchner Straße. Ganz einfach deshalb, weil das Abbiegen nach links vom Brucktor kommend nicht erlaubt ist.

Wendemanöver vor dem Rathaus

Um diesen Umweg zu vermeiden, ignorieren manche Autofahrer den blauen Pfeil hinter der Brücke und biegen verbotenerweise links ab; andere wagen ein Wendemanöver vor dem Rathaus, um wieder hinauf in die Schmidzeile einfahren zu können.

Das Staatsministerium hatte auch den Sicherheitsaspekt geprüft und war nach Einschaltung einer Unfallkommission zu dem Ergebnis gekommen, dass keine wesentliche Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durch einen Zweibahnverkehr in der Schmidzeile feststellbar sei. Für Knopp steht allerdings fest, dass der Zweibahnverkehr auf jeden Fall mehr Abgas und Lärm erzeugt.

Stadt will „Riesenumwege“ für Anwohner vermeiden

Auf Nachfrage unserer Zeitung bekräftigte die Stadt Wasserburg ihre Haltung – man wolle „Riesenumwege“ für die betroffenen Anwohner vermeiden, so Helmut Schmid vom Bauamt. Auf die Frage, ob die Schmidzeile nicht ohnehin viel zu eng für einen zweispurigen Verkehr sei, sagte er: „Es ist an der Engstelle ein Spiegel montiert, und größere Rückstaus gibt es nicht. Notfalls muss man eben kurz halten.“

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Letztlich handle es sich um eine Abwägungsfrage, so Schmid, aber darüber habe nicht die Stadt zu entscheiden, da es sich um eine Staatsstraße handle.

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