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Stadtratsbeschluss

Wasserburg erhöht die Abfallgebühr: Was das für die Bürger bedeutet

Die Biotonne ist in Wasserburg ein Erfolgsmodell – und eine Chance zum noch konsequenteren Mülltrennen.
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Die Biotonne ist in Wasserburg ein Erfolgsmodell – und eine Chance zum noch konsequenteren Mülltrennen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Alles wird teurer: Derzeit stöhnen die Menschen vor allem über steigende Benzin- und Energiepreise. In Wasserburg erhöhen sich zum 1. Januar außerdem die Abfallgebühren. Das ist die schlechte Nachricht, doch es gibt auch eine gute.

Wasserburg – Durch konsequentes Mülltrennen lässt sich die finanzielle Belastung für Wasserburger Haushalte minimieren oder ausgleichen.

Durchschnittshaushalt zahlt drei Euro pro Monat mehr

Diese Neubelastung ist ohnehin nicht besonders hoch: Denn für einen durchschnittlichen Haushalt ergibt sich bei gleichbleibender Restabfallmenge eine Mehrbelastung von etwa drei Euro pro Monat, hat Bernhard Schachner, Abfallexperte der Stadtverwaltung, ausgerechnet.

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Trotzdem sah sich Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss und im Stadtrat genötigt, die Gebührenerhöhung ausführlich zu erklären. Die Verwaltung schickte dazu außerdem eine Pressemitteilung heraus.

Ziel ist eine schwarze Null

Tatsache ist: Eine Stadt ist rechtlich gezwungen, kommunale Einrichtungen wie die Abfallentsorgung (gilt auch für die Wasserversorgung) kostenrechnend aufzustellen. Das heißt: Die Stadt Wasserburg darf laut Jurist Kölbl bei den Gebühren weder ein Minus noch ein Plus erwirtschaften, weder Gewinne noch Verluste machen. Die Ausgaben sind durch die Einnahmen zu decken. Ziel ist eine schwarze Null. Das gelingt nicht immer, deshalb sind Überschüsse aus einem Betriebsjahr im nächsten Kalkulationszeitraum durch Gebührensenkungen auszugleichen.

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Die zu erhebenden Beiträge werden jeweils für drei Jahre berechnet. Im vorletzten Kalkulationszeitraum von 2016 bis 2018 hatte die Stadt 382.000 Euro zu viel an Abfallgebühren eingenommen. Deshalb kostete der Restmüll in der Tonne pro Kilogramm ab 2019 nur 23 Cent. Im Kalkulationszeit bis 2021 ergaben die Einnahmen fast wieder eine Null (Unterdeckung von 600 Euro).

15-jähriges Hin und Her bei Kalkulation soll beendet werden

Jetzt geht es um den nächsten Zeitraum: 2022 bis 2024. Würden bei gleichbleibenden Kosten die Gebühren ebenfalls gleich bleiben, ergäbe sich dann wieder ein Minus. Das möchte die Stadt vermeiden. Deshalb wird die Gewichtsgebühr von 23 Cent auf 43 Cent pro Kilo Restabfall erhöht, so der einstimmig vom Hauptausschuss und Stadtrat gebilligte Beschlussvorschlag der Verwaltung. Das seit 15 Jahre geltende Hin und Her der Gebühren, die nie den reellen Wert widerspiegelten, soll ein Ende haben.

Ziel: weniger Restmüll in der Tonne

Keine Änderungen gibt es dagegen bei der Grundgebühr und Entleerungsgebühr pro Monat. Denn der Stadtrat will nur an der Gebührenschraube drehen, die Einfluss haben könnte auf die Restabfallmenge. Erklärtes Ziel ist es, diese und damit den Anteil an nicht wiederverwertbarem Müll zu senken. Denn trotz Einführung der Biotonne im Holsystem – ein Alleingang der Stadt Wasserburg im Landkreis –, sank die Restmüllmenge nicht im gleichen Maße wie Bioabfall getrennt erfasst wurde, bedauert die Stadt. Die erhöhte Gebühr beim Restmüll pro Kilo soll ein Anreiz sein, besser zu trennen. Denn noch immer befinden sich laut einer im Jahr 2019 durchgeführten Analyse im Wasserburger Restabfall etwa 60 Prozent Wertstoffe, davon 25 Prozent Bioabfälle.

Die Bio- und Papiertonne sind gebührenfrei

Das bessere Mülltrennen sollte in Wasserburg nicht schwer sein, denn die Nutzung der Bio- und Papiertonne ist gebührenfrei.

Bayernweit besonders niedrige Gebühren

Wenn man sich die Historie der Abfallgebühren in Wasserburg seit Einführung des Restabfallverwiegesystems im Jahr 1999 ansieht, so lässt sich feststellen, dass ein Haushalt im Jahr 2000 sogar etwa zehn Euro jährlich mehr zahlte als jetzt mit den neuen Gebührensätzen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Über mehr als 20 Jahren sei die jährliche Gebührenbelastung für einen Haushalt mit etwa 100 Euro pro Jahr nahezu gleichgeblieben. Die Abfallgebühren in der Stadt Wasserburg würden bayernweit zu den niedrigsten zählen. Generell seien Abfallgebühren eine der niedrigsten Hausnebenkosten, im Vergleich zu Wasser und Strom, zeigt sich die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung überzeugt.

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