Wasserburg ist eine große Baustelle - Die wichtigsten Bauprojekte im Überblick

Die Karte zeigt die wichtigsten Baustellen in der Stadt: rotes Symbol für Neubauten, blaues für Sanierungen. 1: Kläranlage, 2: Stadtmauer, 3: Achatzkirche, 4: Badria-Stadion, 5: Schöpfwerk, 6: Klinikum, 7: Berufsschule, 8: Polizei, 9: Museumsdepot. Klinger/OVB.
  • Winfried Weithofer
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In Wasserburg wird gehämmert, gebohrt, gemauert, betoniert: Wir stellen die wichtigsten Infrastruktur-Projekte vor, die zurzeit im kommunalen und staatlichen Auftrag verwirklicht werden.

Wasserburg – Der Modernisierungsschub, der Wasserburg erfasst hat, wird an den vielen Kränen deutlich.Die wichtigsten Infrastruktur-Projekte im kommunalen und staatlichen Auftrag im Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): 

Renovierungen

Eine halbe Million Euro investiert die Stadt in die Kläranlage. Mit der Erneuerung der Zentrifuge soll eine deutlich bessere Entwässerung des Klärschlamms ermöglicht werden, was die Betriebskosten mindern wird.

Viel getan werden muss auch für die Stadtmauer, Feuchtigkeit und der starke Bewuchs mit Efeu haben dem mittelalterlichen Bauwerk stark zugesetzt. Großflächig haben sich zahlreiche Steine gelöst, die Stabilität ist bedroht. Die Sanierung wird bis mindestens 2022 dauern. Die Kosten werden auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt.

Sanierungsarbeiten sind auch an der Achatzkirche an der Salzburger Straße im Gang. Im Inneren wurde bereits das Gewölbe restauriert, jetzt sind die Wände an der Reihe. Die Kosten für die Maßnahmen werden von der Stadt auf „eine Million Euro plus x“ beziffert. In zwei bis drei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Badria-Stadion wird ebenfalls umfänglich renoviert. Neue Laufbahnen werden verlegt, zudem wird die Kugelstoßanlage ersetzt. Ganz neu errichtet wird eine Flutlichtanlage. Die Gesamtkosten liegen bei über 1,2 Millionen. Euro.

Investiert wird zudem in das Fernwärmenetz von Reitmehring. Geplant ist, einen weiteren Versorgungsstrang für die Verteilung von Bioenergie in nördlicher Richtung zu bauen, an den die Reitmehringer Schule, das Schwimmbad, die Feuerwehr und die Kindertagesstätte angeschlossen werden. Auch das Kanalnetz des Wasserburger Ortsteil wird umstrukturiert.

Bekanntestes Sanierungsbeispiel: die gefährdete Stadtmauer aus dem Mittelalter.

Neubauten

Etwas abseits am Riedener Weg entsteht am Inn ein weiteres Schöpfwerk für die Altstadt Bei Hochwasser wird die Altstadt damit noch besser geschützt. Die Kosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro.

Das zweite Schöpfwerk am Inn unterstützt den Hochwasserschutz in der Stadt.

Weil sich die anstehende Ertüchtigung der alten Anlage als recht aufwendig und teuer erwiesen hatte, beschloss der Stadtrat, gleich ein neues Schöpfwerk zu erreichten. Dieses Bauwerk wird künftig mit modernen Elektropumpen, einer autarken Stromversorgung und zusätzlich einem Notstromaggregat die Aufgaben des bisherigen Schöpfwerks übernehmen. Die alte Anlage bleibt aber erhalten, um für den Notfall einen zusätzlichen Schutz der Altstadt zu gewährleisten. Die Bauarbeiten für das zweite Schöpfwerk werden voraussichtlich bis Herbst 2020 dauern. Der Hochwasserschutz sei während dieser Zeit immer gewährleistet, teilt die Stadt mit.

Größte Krankenhausbaustelle in Bayern: der Klinikneubau im Stadtteil Gabersee.

Im Stadtteil Gabersee wird derzeit eines der größten Krankenhaus-Neubauprojekte Bayerns realisiert: Das kbo-Inn-Salzach-Klinikum und die Romed-Klinik Wasserburg werden zusammengelegt. In drei Bauabschnitten entsteht ein gemeinsamer Klinikneubau mit mehr als 600 Betten. Bis mindestens 2025 werden die Arbeiten dauern, geschätzte 250 Millionen Euro werden insgesamt ausgegeben.

Ein somatisches Krankenhaus mit 130 Betten gliedert sich baulich an ein großes psychiatrisches Klinikum mit 516 Betten an: Das ist ein einzigartiges Modellvorhaben in Bayern.

Nach intensiver Planung und Vorbereitung waren 2016 die Bagger angerollt. Im ersten Bauabschnitt werden das komplette Romed-Klinikum sowie die gemeinsame Eingangshalle und der erste Patienten-Pavillon inklusive Neurologie des Inn-Salzach-Klinikums errichtet. Der zweite Bauabschnitt umfasst zwei weitere Betten-Pavillons des Klinikums. Im dritten Bauabschnitt entstehen weitere Klinikbetten sowie die zentralen Therapieeinrichtungen.

Die Berufsschule Wasserburg wird erweitert – in drei Bauabschnitten.

Die Berufsschule in der Ponschabaustraße für Kfz, Kunststoff, Modellbau und Produktdesigner wird in drei Bauabschnitten erweitert und saniert. Bauherr des rund 30 Millionen Euro umfassenden Projekts ist der Landkreis Rosenheim. Als Folge des gestiegenen Raumbedarfs werden sowohl der westliche als auch der östliche Baukörper durch einen Neubau ersetzt. Vom neuen Vorplatz gelangen die Schüler in die großzügige Pausenhalle. Während im Erd- und in den Obergeschossen die Verwaltung und Klassenzimmer untergebracht sind, wird das Untergeschoss für die Mensa und für die Werkhallen des Bereichs Kunststofftechnik genutzt. Der erste Bauabschnitt umfasst den Neubau eines Westtrakts, der 2020 fertiggestellt wird. Bis voraussichtlich Ende 2021 folgt der Bauabschnitt zwei mit einem Neubau im Osten, in dem sich auch der künftige Haupteingang befindet, sowie einer Erweiterung der Kellergeschosse in Richtung Süden. Die Sanierung des bestehenden Mittelbaus wird im dritten und letzten Bauabschnitt bis Anfang 2023 erfolgen. Die Fertigstellung soll im selben Jahr sein.

Eine moderne Polizeiinspektion entsteht im Stadtteil Burgau. Weithofer

Die Polizei Wasserburg wird ihren Sitz künftig in der Burgau haben. Seit April entsteht der zweigeschossige Neubau des Dienstgebäudes der Inspektion einschließlich eines Polizeihofs mit den Garagen für Dienstfahrzeuge und eines Nebengebäudes für die Kfz-Pflege. Inzwischen sind die Wände des Kellergeschosses, wo sich unter anderem zwei Hafträume sowie die Umkleiden befinden, fast fertiggestellt. „Die rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich auf ein hochmodernes Gebäude freuen, das optimale Arbeitsbedingungen bieten wird“, kündigte Innenminister Joachim Herrmann bei Baubeginn an. „Dafür investieren wir rund 6,4 Millionen Euro.“ Mit der Fertigstellung des neuen Dienstgebäudes rechnet der Innenminister Ende 2021.

Im Wartestand

Noch nicht in Angriff genommen wurde der Neubau eines Zentraldepots am Herder. Die Kosten waren zum Zeitpunkt des Maßnahmenbeschlusses auf 3,16 Millionen Euro kalkuliert worden. Sie sind bereits auf 3,8 Millionen gestiegen. Die erste Ausschreibung musste wieder aufgehoben werden. Der Bau, der 2021 starten soll, ist auch notwendig, um in absehbarer Zeit das städtische Museum in der Herrengasse zu sanieren. Das ist dann ebenfalls ein Großprojekt. Viele weitere stehen im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Die nächsten Jahre wird weitergebaut in Wasserburg.

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