Wasserburg denkt über Recircle-System für Essen to go nach

Besonders, als Corona die Gaststätten zum Schließen zwang, holten sich die Leute gerne mal „Essen to go“. Der Verpackungsmüll ließ die Mülleimer in der Altstadt überquellen. Nun denkt der Umweltausschuss über die Einführung eines Pfandsystems für Speisen zum Mitnehmen nach. Natürlich nicht, ohne die Gastronomen ins Boot zu holen. Gezwungen werden können sie schließlich nicht.
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Besonders, als Corona die Gaststätten zum Schließen zwang, holten sich die Leute gerne mal „Essen to go“. Der Verpackungsmüll ließ die Mülleimer in der Altstadt überquellen. Nun denkt der Umweltausschuss über die Einführung eines Pfandsystems für Speisen zum Mitnehmen nach. Natürlich nicht, ohne die Gastronomen ins Boot zu holen. Gezwungen werden können sie schließlich nicht.
  • vonKarheinz Rieger
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Der Umweltausschuss in Wasserburg beschäftigt sich mit der Einführung eines Mehrwegsystems für „Speisen zum Mitnehmen“ in der Wasserburger Gastronomie. Die Gemeinde Grasbrunn ist hier Vorreiter und arbeitet mit dem Pfandsystem der Schweizer Firma ReCircle.

Wasserburg – Anregungen aus der Bürgerschaft, in Wasserburg ein Pfandsystem für Mehrweggeschirr anzustoßen, wurden in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses generell positiv aufgenommen und begrüßt.

Grundsätzlich wurde ohne Gegenstimme beschlossen, mit dem Wirtschafts-Förderungs-Verband die Einführung eines solchen Mehrwegsystems bei den Wasserburger Gaststätten zu betreiben.

Gemeinde Grasbrunn hat das System schon

Dass es auch wegen der Corona bedingten Beschränkungen in der Gastronomie vor allem in jüngster Vergangenheit ein verstärktes Müllproblem mit diversen überfüllten Abfallbehältern im Stadtbereich gegeben habe, war wohl Ausgangspunkt für die Anregungen, hier Abhilfe zu schaffen.

Dazu solle das Pfandsystem der Schweizer Firma ‚Recircle‘, das bereits in der Gemeinde Grasbrunn in einer Gaststätte eingeführt ist, als Muster dienen, gegen Hinterlegung eines Pfandes die ‚toGo‘-Essensausgabe in Schüsseln und Schalen umweltfreundlicher zu gestalten.

Wirte können nicht verpflichtet werden

Das könne allerdings nicht verpflichtend geregelt werden, stellte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) fest. Es komme auf den Widerhall an, ob das Vorhaben gelänge. Dabei verwies er auch auf die laufende Recup-Aktion mit eigener Städteedition, die zusammen mit dem Wirtschaftlichen Verband und den Stadtwerken entstanden sei.

Klimaschutzmanager Josef Alio bestätigte den Nutzen der Müllvermeidung durch die Recups, er verwies aber auch auf die unterschiedliche Resonanz und das Problem des nicht mehr Zurückbringens der Becher.

Pizzakartons gehören nicht in Papiertonne

Bettina Knopp (Bündnis90/Die Grünen) fand die geplante Aktion ziemlich gut, erinnerte aber daran, dass das Problem der vielen Pizza-Kartons im Stadtbereich damit nicht gelöst sei. Dr. Martin Heindl (SPD) verwies zudem darauf, dass diese Kartons kein Papiermüll seien.

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Leider ließe sich das spezielle Pizzaschachtel-Problem nicht einfach durch Aufstellen zusätzlicher Müllbehälter vor den entsprechenden Gaststätten regeln, da die Pizzas eben nicht dort verzehrt würden, wo sie gekauft wurden, bedauerte Michael Kölbl. Das Gremium wird sich weiterhin mit der Problematik auseinander setzen.

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