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CORONA UND DIE FOLGEN

Wasserburg beklagt „krassen Einbruch“ im Tourismus

Die Stadt lebt, wie unser aktuelles Foto zeigt. Nur die Tagestouristen fehlen noch.
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Die Stadt lebt, wie unser aktuelles Foto zeigt. Nur die Tagestouristen fehlen noch.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Die Zahlen sind keine Überraschung: Auch der Tourismus in Wasserburg hat im ersten Corona-Jahr 2020 Federn gelassen. Hohe Minuszahlen prägen die Bilanz. „Mir blutet das Herz“, sagt Andrea Aschauer, Tourismusleiterin der Stadt Wasserburg. Trotzdem gibt es Hoffnung – selbst jetzt, im Lockdown.

Wasserburg – 9563 Gästeankünfte zählten die größeren Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Betten 2020 in Wasserburg – ein Minus von 47 Prozent gegenüber 2019. 18 034 Übernachtungen gab es nach Angaben von Aschauer im vergangenen Jahr in den größeren Betrieben – 41 Prozent weniger als 2019. „Ein krasser Einbruch“, seufzt die Leiterin der Touristinfo mit Blick auf die Zahlen des Landesamtes für Statistik. Sie könnten sich noch etwas verbessern, denn ein größerer Anbieter in Wasserburg habe seine Bilanz von 2020 noch nicht gemeldet.

Eine Grafik sagt mehr als tausend Worte: die traurige Bilanz der Tourismussaison 2020 im Vergleich zu 2019.OVB/Sautter

Trotzdem: Wasserburgs Tourismusstatistik passt zu jener des Verbandes Chiemsee Alpenland: Dort gingen die Ankünfte um 40,9 Prozent zurück, die Übernachtungen um 29,7 Prozent. Im Raum München-Oberbayern berichtet Aschauer von einem 55-prozentigen Rückgang bei den Gästeankünften und von 44 Prozent weniger Übernachtungen gegenüber dem Vor-Pandemie-Jahr 2019.

Im Vergleich zu Oberbayern hat sich die Stadt Wasserburg also „nicht so schlecht durchgekämpft“, findet Aschauer. Und weist sogar auf „eine schöne Entwicklung“ hin: Die Aufenthaltsdauer steige – bayernweit von 2,5 auf drei Tage, in Wasserburg ebenfalls: von 1,7 auf 1,9. „Die Gäste bleiben länger, buchen aber auch kurzfristiger“, berichtet die Tourismuschefin.

Betriebe müssen flexibler sein

Die Unsicherheiten, die die Pandemie begleiten, sorgen nach ihren Erfahrungen dafür, dass sich viele Urlauber spontaner entscheiden – etwa, wenn die Infektionszahlen fallen. Für die Beherbergungsbetriebe heißt das ebenfalls: „Flexibler sein“. Stornierungsmöglichkeiten gehören deshalb heute zu einem attraktiven Angebot dazu, sagt Ascher. Wichtig sei es außerdem, im Internet gefunden zu werden. „Was nützt die schönste Ferienwohnung in toller Lage, wenn sie online untergeht.“

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Große Betriebe haben deshalb auf den virtuellen Plattformen aufgerüstet. Die vielen kleinen privaten Vermieter in Wasserburg haben es da schwerer. Sie zählten im vergangenen Jahr 342 Ankünfte – ein Minus von 41, 54 Prozent gegenüber 2019, sagt Aschauer.

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Bei den Übernachtungen habe es einen Einbruch um 39,95 Prozent auf 1398 gegeben. Das ist natürlich ein harter Einschnitt, doch Aschauer weist darauf hin, dass glücklicherweise viele kleine Pensionen oder Anbieter von Ferienwohnungen finanziell von diesem Standbein in Wasserburg nicht abhängig seien. Wer nicht mehr in der Lage war, die ständig neuen Hygienevorschriften zu stemmen, gibt dann oft auf.

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Nach dem ersten Lockdown wurden vor allem Ferienwohnungen gut gebucht, erinnert sich Aschauer. Viele Gäste fühlten sich hier aufgrund der Möglichkeit, sich etwas abzuschotten, am wohlsten. Beliebt waren 2020 außerdem Radltouren nach Wasserburg und ins Umland, berichtet sie. Die Radfahrkarten waren so begehrt, dass die Touristinfo teilweise kaum hinterher kam mit den Nachbestellungen. Auch in diesen Tagen gibt es die ersten Anfragen von potenziellen Gästen. Viele wollen mit dem Rad anreisen, freut sich Aschauer. Die Broschüren mit Radfahr- oder Wanderwegen seien auch bei Einheimischen sehr beliebt. „Ganz ruhig“ ist es dagegen bei Busreisen. Die Verunsicherung sei zu groß, diese Art, auf Tour zu gehen, in Pandemiezeiten nicht angesagt.

Stadtführer sind startklar

„Jetzt hoffen wir auf einen super Sommer“, sagt Aschauer. Doch zum schönen Wetter braucht es noch etwas mehr, damit die Tourismussaison 2021, die wieder mit einem Lockdown begann, eine kleine Erfolgschance hat: geöffnete Gaststätten, Kultureinrichtungen und Geschäfte. Touristen wollen auch bummeln, zum Essen gehen, ins Kino oder Theater, ein Konzert besuchen, Souvenirs einkaufen, shoppen. Eine schöne Altstadt und idyllische Landschaft allein reiche nicht aus, betont Aschauer.

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Beliebt bei Touristen sind auch die Wasserburger Stadtführungen. 2020 waren sie pandemiegerecht weiterentwickelt worden: weniger Teilnehmer, Maske, Abstand, Datenaufnahme. „Das Konzept ist da, wir sind startklar“, sagt Aschauer. Das gelte auch für die Beherbergungsbetriebe und alle anderen Einrichtungen des Tourismus: „Die Weichen stehen auf to go.“

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