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So weit sind die Bauarbeiten

23-Meter-Baustelle: Meggle will hoch hinaus - Exklusive Einblicke in das Reitmehring-Projekt

Auf diesem Betonsockel, an dem Werksleiterin Gudrun Steppich, der Leiter Technik bei Meggle, Holger Kühner, und der Projektleiter für das Bauvorhaben Molkentanklager, Josef Anton Huber, (von rechts) stehen, wird einer der hohen Edelstahltürme aufgesetzt.
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Auf diesem Betonsockel, an dem Werksleiterin Gudrun Steppich, der Leiter Technik bei Meggle, Holger Kühner, und der Projektleiter für das Bauvorhaben Molkentanklager, Josef Anton Huber, (von rechts) stehen, wird einer der hohen Edelstahltürme aufgesetzt.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Ein Loch klafft am Haupteingang von Meggle in Reitmehring: Neun Meter tief wurden Spundwände in den Boden gerammt. Doch bald wird der Blick nach oben wandern: 15 Tanks werden aufgebaut, bis zu 23 Meter hoch. Exklusive Eindrücke von einer Baustelle, die die Weichen für das weitere Wachstum stellt.

Wasserburg – 120 Millionen Euro investiert das Familienunternehmen, das heuer 135 Jahre alt wird, in den nächsten Jahren in den Standort Wasserburg. Aktueller Schwerpunkt ist die Erweiterung und Modernisierung des Molkentanklagers. Ein Mammutprojekt, das die Skyline an der Meggle-Straße verändern wird: mit zwei Reihen à jeweils bis zu neun Tanks für Rohstofflagerung und Reinigung. Durchmesser: bis zu 4,30 Meter, Fassungsvermögen: 250 Kubikmeter. Höhe: bis zu 23 Meter, zählt der Projektleiter Molkentanklager, Josef Anton Huber, auf.

Die Tanks kommen per Nacht-Sondertransport aus dem Allgäu, der erste wird vermutlich am 21. Mai in Reitmehring eintreffen. Dafür muss die Meggle-Straße für einen Tag gesperrt werden, denn auch ein 300-Tonnen-Kran ist notwendig, um die Edelstahltanks einzuheben, berichten Werksleiterin Gudrun Steppich und der Leiter Technik, Holger Kühner. Anfang Juni wird nach ihren Angaben die Prozesstechnik im Keller eingebaut, die die gesamte Anlage vollautomatisch steuert und das bestehende mit dem neuen Tanklager unterirdisch über einen Rohrgang verbindet. In diesem Zusammenhang wird derzeit auch die Werkseinfahrt an der Meggle-Straße erneuert, berichtet Steppich. Ende 2022 soll das neue Molkenlager in Betrieb geben, so Kühner. Die Molke werde an der bestehenden Annahmestelle aus den Lkw abgepumpt und dann über einen Rohrkanal zu den neuen Tanks transportiert.

Blick in die Tiefe der Baustelle. Neun Meter wurden die Spundwände in den Boden gerammt.

Diese Anlage biete mehr Kapazitäten für Produktion und Lagerung – Basis für ein weiteres Wachstum im Geschäftsfeld der pharmazeutischen Lactoseproduktion. Das Trockenprodukt Milchzucker wird unter anderem benötigt als Trägermaterial für Tabletten, für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie oder für Babynahrung, erklärt Steppich. Molke sei eigentlich ein Nebenprodukt, das bei der Käseherstellung abfalle. „Wir nutzen quasi alles vom Rohstoff Milch, den unsere 700 Erzeuger liefern“, unterstreicht Steppich die Nachhaltigkeit. Die Milch (ab Mai 2022 zahlt Meggle 50 Cent pro Kilogramm) komme außerdem aus der Region (weiteste Strecke ist bis in den Landkreis Landshut).

Zeichen stehen auf weiteres Wachstum

Die Molkenverarbeitung gibt es in der weltweit tätigen Meggle-Gruppe mit insgesamt 2600 Mitarbeitern (1000 davon in der Innstadt) nur in Wasserburg. Meggle ist laut Pressereferent Maximilian Böning einer der drei führenden Lactosehersteller weltweit. Die Molkerei werde beim Endverbraucher zwar in erster Linie mit den Kräuterbutter- und Grillprodukten verbunden. Sogar Schlagerstar Helene Fischer hatte sich bereits werbewirksam als „Gourmeggle“ geoutet. Doch auch die sprühgetrockneten Produkte seien sehr wichtig, Meggle wachse hier kontinuierlich, betont Böning. Die Sparte hat mit den „Consumer Products“ eins gemeinsam: Lebensmittel und Pharmazieprodukte sind Teil der kritischen Infrastruktur. Diese breite Aufstellung sorgte auch dafür, dass die Corona-Krise gut überstanden wurde: Der Umsatz von Meggle erhöhte sich nach Unternehmensangaben von 922 Millionen Euro (2019) auf 951 Millionen Euro in 2020.

Sprühturm für Lohnproduktion

Auf dem Unternehmensgelände am Stammsitz in Wasserburg, wo die Firmengeschichte vor 135 Jahren mit einer kleinen Käserei begann, wird deshalb eine 600 Quadratmeter große Fläche im Süden für das neue Molkentanklager hergerichtet. Ein 60 Meter hoher Kran symbolisiert derzeit, dass Meggle – im wahrsten Sinne des Wortes – hoch hinaus will. Die Sockel für die Tanks – vorerst werden 15 der 18 möglichen aufgestellt – sind schon sichtbar. Meggle verarbeitet im Jahr laut Böning derzeit bereits etwa 1,8 Milliarden Kilogramm Dünnmolke, Tendenz steigend.

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Derzeit entsteht das Treppenhaus für den Technikkeller und den Medientunnel unter der Erde, berichten Steppich, Huber und Kühner. 2023 folge eine erneute Erweiterung: durch den Bau eines Sprühturms für die Lohnproduktion von Trockenprodukten im nördlichen Teil des Geländes.

Das neue Molkentanklager Süd mit unterirdischen Technikkeller.

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