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Wasserburger Ferienrätsel Folge 2

Warum haben 1925 sieben Lengdorfer Burschen zwei Rotter „außegscheidlt“?

Weil ein Rotter Bursch im Sommer 1925 das Herz eines Lengdorfer Mädels erobern wollte, gab es eine blutige Auseinandersetzung mit jungen Männern aus Lengdorf. Am Ende starb einer von ihnen und einer wurde schwer verletzt.
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Weil ein Rotter Bursch im Sommer 1925 das Herz eines Lengdorfer Mädels erobern wollte, gab es eine blutige Auseinandersetzung mit jungen Männern aus Lengdorf. Am Ende starb einer von ihnen und einer wurde schwer verletzt.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
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Ein Toter, ein Schwerverletzter – das ist die traurige Bilanz einer blutigen Auseinandersetzung zwischen sieben Burschen aus Lengdorf und zwei aus Rott. Die Rotter waren auf Freiersfüßen unterwegs, was den Lengdorfern nicht passte. Sie wollten sie mit Holzscheiten verjagen. Die Gejagten zückten ihre Messer. So geschehen im Sommer 1925. Was war der Auslöser für diese Tragödie?

Rott – Lengdorf ist heute ein Gemeindeteil von Rott – dorthin führt das Ferienrätsel. Grün waren sich die Lengdorfer und die Rotter nicht immer, wie eine Gerichtsverhandlung am Schwurgericht Traunstein im Juli 1925 demonstriert: Körperverletzung mit Todesfolge.

Ein Rotter Bursch wollte eine jungen Lengdorferin für sich gewinnen und ihr nachts seine Aufwartung machen.

Geheiratet wurde innerhalb der Dorfgemeinschaft

Das hat sieben Lengdorfern nicht gepasst, das waren ja schließlich ihre Mädels und geheiratet wurde oft innerhalb der Dorfgemeinschaft. Sie wollten ihn vertreiben, er holte sich einen Freund zur Verstärkung. Die Auseinandersetzung endete tragisch.

Der Rosenheimer Anzeiger berichtete am 4. Juli 1925, die Sieben „wollten die beiden ortsfremden Liebesabenteurer aus Brotneid vertreiben“. Und zwar mit Holzscheiteln. „Außegscheidlt“ hieß das damals, wie Dr. Richard Kirchlechner in seinem Buch „Rott am Inn – Geschichte und Geschichten“ erklärt.

Im Zeitungsbericht steht, die Lengdorfer Burschen haben sich mit einem Arm voll Holzscheiten ausgestattet und die beiden Rotter damit „bombardiert“ und sie mehrmals getroffen. Die zwei zogen in ihrer Bedrängnis ihre Messer. Einer stach dem Bauerssohn Emmeran Heubl in die linke Halsseite und dem Michael Kirchlechner (Vater von Richard Kirchlechner, Anm. d. Red.) in den Rücken. Heubl, dessen Halsschlagader durchtrennt worden war, verblutete.

„Heimscheiteln“ ist gefährlich

Das Schwurgericht sprach den Angeklagten wegen Körperverletzung frei.

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Ihm wurde eine Woche Haft auferlegt wegen „Tragen eines grifffesten Messers“. Das Gericht stellte fest, dass das „Heimscheiteln“ eine „sehr gefährliche rohe Waffenart“ sei, die schon mehrere Menschenleben gefordert habe. Der Angeklagte habe sich seine Angreifer berechtigterweise mit dem Messer vom Leib gehalten. Verantwortlich für den Vorfall, bei dem ein „blühendes Menschenleben zum Opfer fiel“, seien die sieben Lengdorfer Burschen.

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Dr. Richard Kirchlechner erinnert sich, er habe schon als Kind über die große Narbe am Rücken seines Vaters gestaunt. Dieser habe damals nur knapp überlebt. Und das alles, weil zwei junge Männer aus dem Nachbarort auf Freiersfüßen unterwegs waren.

Wasserburger Ferienrätsel 2021

Rätselfrage:

Welche Art der Brautwerbung war es, die den blutigen Eklat zwischen den Rotter und den Lengdorfer Burschen auslöste? Wenn Sie die Antwort kennen, schreiben Sie den dritten Buchstaben ins neunte Kästchen und den fünften Buchstaben in Nummer 47 auf dem Lösungscoupon.

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