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AUS DEM BAUAUSSCHUSS

Warum die Gemeinde Haag mit dem Baugebiet Lerchenberg nicht voran kommt

Hier soll möglichst bald Leben einziehen: Auf dieser Fläche in Haag am Lerchenberg soll ein neues Baugebiet entstehen.
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Hier soll möglichst bald Leben einziehen: Auf dieser Fläche in Haag am Lerchenberg soll ein neues Baugebiet entstehen.
  • VonLudwig Meindl
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In einer Marathonsitzung debattierte der Bauausschuss des Haager Gemeinderats über die geplante Bebauung in Lerchenberg – doch der Billigungsbeschluss wurde wieder abgelehnt. Zahlreiche Beschlüsse sollen eingearbeitet und wiederholt vorgelegt werden. Ärgerlich für Bauwillige.

Haag — „Eine weitere Verzögerung für die Bauwilligen“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD). Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) brachte die Kontroverse über das weitere Vorgehen auf den Nenner: Der Ausschuss müsse zwischen Mehrwert und Mehrkosten abwägen. Die CSU-Fraktion hatte mit mehreren Anträgen Änderungen einfließen lassen, die zum Teil vom Bauträger in die neue Vorlage eingearbeitet worden waren.

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Eine weitere Forderung hieß, die Straßen sollen eine Mindestbreite von sieben Metern haben. Bauträger Klaus Weiß reagierte darauf gelassen. Das könne er schon umrechnen, er müsse aber dann die Kosten für die Bewohner auf die Grundstückspreise umlegen.

„Stärkere Position des Fußgängers“

Für einen verkehrsberuhigten Bereich genügten fünf Meter. Das entspreche einer Spielstraße, Kinder und Fußgänger hätten Vorrang. Sabrina Grünke vom Bauamt unterstrich die „stärkere Position des Fußgängers“. Die Reduzierung auf die Geschwindigkeit von 20 km/h erfordere nur 4,10 Meter Breite.

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„Jeder Quadratmeter Straße muss auf den Kaufpreis umgelegt werden“, ergänzte Bürgermeisterin Schätz. In der Planung sei bereits der Begegnungsverkehr von Müllfahrzeugen und Pkws nachgebessert. Fußgängergefährdung sei ausgeschlossen. Also sollten die Räte die Forderung nach sieben Metern überdenken:

Es gelte, nicht überdimensioniert zu planen

„Die Leute müssen die Grundstücke auch bezahlen können.“ Deshalb gelte es, sinnvoll, nicht überdimensioniert zu planen. Die Anwohner hätten meist die Bitte, dass sie nicht mit der teuersten Variante belastet würden.

„Fünf Meter sind gut, öffentlicher Raum ist knapp“, kommentierte der Zweite Bürgermeister Stefan Högenauer (CSU), pochte aber darauf, dass „im öffentlichen Raum Qualität geschaffen“ werde. Das verlange eine Gliederung mit Bäumen und Parkflächen. Bauträger Weiß verwies auf die 95 Parkflächen in der Tiefgarage, auch an der Oberfläche liege seine Planung über den Anforderungen. „Bloß um acht bis zehn Euro pro Quadratmeter“ mehr sei eine „nicht unbezahlbare Größe“, so Andreas Sax (CSU).

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Bauträger Weiß taxierte die Mehrkosten für größere Straßen und den Kinderspielplatz auf zehn Prozent. Das entspreche 200.000 Euro. Er rechne mit Mehrkosten bei den Kaufpreisen seiner Grundstücke von 50 Euro bis 75 Euro pro Quadratmeter.

Kein Verständnis fand Herbert Zeilinger (WfH) für die Anträge der CSU. Sie verursachten Mehrkosten, die sich auf die Preise niederschlagen. Nicht alle Interessenten, ob aus der Großstadt oder aus Haag, hätten das Geld dafür.

Zankapfel „Kleiner Laden für häusliche Bedürfnisse zur Nahversorgung“

Für die Straße seien 4,10 Meter nötig. Danach solle der Ausschuss für die Bürger die beste Entscheidung treffen. Die Forderungen der CSU seien „absolut überzogen“. “Wollen wir diesen Leuten verwehren, in Haag zu bleiben?“, fragte er.

Ein Streitpunkt war der vorgesehene „kleine Laden für häusliche Bedürfnisse zur Nahversorgung“. Dieser sei nach Klaus Breitreiner (CSU) unnötig. Dagegen sprach Eva Rehbein (SPD): „Wir sollen es fördern, dass die Leute zu Fuß zum Einkaufen gehen.“ Bauträger Weiß hob hervor: „Ich kann auch ohne Laden planen.“

Billigungsbeschluss mit sechs zu vier Stimmen abgeschmettert

Die wichtigsten Beschlüsse waren: Einstimmige Befürwortung des verkehrsberuhigten Bereichs, Straßenraum mit sieben Metern Breite (7:3), Einstimmigkeit für eine acht Meter breite Einmündung zur Lerchenberger Straße und Absenken der Zäune und Mauern im Sichtdreieck auf 80 Zentimeter, Nahwärmekonzept, kein Zwang zur Solarenergie, einstimmig keine Bushaltestelle, Konzept der Mehrfamilienhäuser (9:1), begrüntes Flachdach (6:4) oder Satteldach (einstimmig) für die Parzellen 22 bis 24, begrüntes Flachdach (6:4) oder Walmdach (einstimmig) für das große Gebäude auf Parzelle 25.

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Der abschließende Billigungsbeschluss wurde schließlich mit sechs Stimmen von CSU und Grüne gegen vier aus SPD, WfH und PWG abgelehnt. „Alles ist in den Plan einzuarbeiten und nochmals vorzulegen“, so Martin Kleinle vom Bauamt. Grünke war überrascht: „Das hätte ich nicht erwartet.“

Bürgermeisterin Schätz äußert ihr Unverständnis

Bürgermeisterin Schätz folgerte: „Das Baugebiet ist bis ins Detail diskutiert. Trotz der abschließenden Beschlüsse sieht sich die Mehrheit im Ausschuss nicht imstande, in die erneute Auslegung zu starten. Für mich unverständlich, denn das bedeutet eine weitere Verzögerung für die Bauwilligen.“

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