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29. Juni Hochfest Petrus und Paulus

Warum das Gotteshaus in Kirchloibersdorf die Apostel besonders eindrucksvoll ehrt

Mittelszene am Hochaltar von Kirchloibersdorf mit einem thronenden Petrus, dem zwei Engel die Attribute wie Buch mit Schlüsseln und Tiara halten.
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Mittelszene am Hochaltar von Kirchloibersdorf mit einem thronenden Petrus, dem zwei Engel die Attribute wie Buch mit Schlüsseln und Tiara halten.

Wenn die Kirche am 29. Juni das Fest der Apostel Petrus und Paulus begeht, feiern zehn Gotteshäuser im Altlandkreis Wasserburg ihr Patrozinium – angefangen von Altenhohenau bis Titlmoos. Jeder Hochaltar hat Figuren der Apostel, über das interessanteste Ensemble verfügt die 1445 geweihte Filialkirche Kirchloibersdorf.

Babensham – Die barocke Ausstattung des Gotteshauses, woran Wasserburger Meister maßgeblich beteiligt waren, erhielt 1744 das stuckierte Gewölbe und die Ausmalung. Den thronenden Petrus, dem zwei assistierende Engel die Attribute halten, die Schlüssel auf einem Buch und die Tiara samt Patriarchenstab, kann man der Bildhauerwerkstatt der Hartmann zuschreiben. Ebenso dürfte im Auszug der hl. Paulus mit wallendem Bart und zornigem Gesichtsausdruck von dort herstammen, wobei die stilistischen Anklänge an die Gebrüder Zürn unverkennbar sind.

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Als der Gerichtsmaurermeister Wolf Ganterer von Kling das gotische Gewölbe mit Akanthusstuck überzog und die Deckenspiegel schuf, freskierte ein unbekannter Maler diese Flächen mit Szenen aus dem Leben des Petrus. Dabei bezog er auch die Lokalhistorie in das Geschehen ein, wenn beim reichen Fischfang neben Jesus und Petrus statt der anderen Apostel fünf Augustiner-Chorherren mit im Boot sitzen.

Interessante Fresken

Auch bei der Übertragung der Leitungsgewalt an Petrus sind Chorherren anwesend, wozu man wissen muss, dass die Hofmark Loibersdorf samt Schloss 1615 von den Augustiner-Chorherren des Stifts Au gekauft worden war und dem Konvent bis 1803 als Sommerresidenz diente. Neben diesen Fresken weist ein ehemaliges Antependium unter der Orgelempore auf das Martyrium der beiden Apostel hin: auf die Kreuzigung des Petrus kopfüber und die Enthauptung des Paulus.

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Deckengemälde von 1744 mit der Darstellung des reichen Fischfangs, wobei neben Jesus und Petrus auch fünf Augustiner-Chorherren im Boot sitzen.

Wie in einer Bildergeschichte vermitteln zehn Felder der Emporenbrüstung den Gläubigen die wichtigsten Begebenheiten aus dem Leben des Petrus, wobei hier eher ein ländlicher Maler zu Gange gewesen ist. Die Buntglasfenster von 1893, die zwar den Chorraum verdunkeln, aber einer „Stilbereinigung“ entgangen sind, runden die Erinnerung an die beiden Apostel ab.

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Dabei gibt es für Petrus neben dem Gedenktag seines Martyriums noch zwei gesonderte Feste: Petri Kettenfeier (1. August) in Erinnerung an seine Befreiung durch einen Engel aus dem Kerker und Petri Stuhlfest (22. Februar) als angeblicher Amtsantritt des Petrus als Inhaber des Hl. Stuhls. Vielleicht nimmt auch die Darstellung am Hochaltar des mit seinen Amtsinsignien auf einem Thron sitzenden Petrus Bezug auf dieses kaum mehr bekannte Fest.

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