Waldkraiburg: Wasserwacht rettet Kätzchen und Hase aus überschwemmten Gärten bei Gars

Auf etwa vier Wochen schätzt Manuela Gyimes vom Tierschutzverein Waldkraiburg das gerettete Kätzchen.
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Auf etwa vier Wochen schätzt Manuela Gyimes vom Tierschutzverein Waldkraiburg das gerettete Kätzchen.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Pitschnass war das Katzerl und kläglich miaute es, als es am Dienstagabend aus einem überschwemmten Schrebergarten in Gars an der Innkante von der Waldkraiburger Wasserwacht gerettet wurde. Das zehnköpfige Team konnte auch einen ausgebüxten Hasen einfangen.

Die Wasserretter wurden angeleint, um die Tiere aus den vom Inn überfluteten Gärten zu holen.

Gars/Waldkraiburg – „Miau“ - kläglich maunzend saß am Abend des 4. August nach dem Starkregen und den Überschwemmungendurch den Inn ein Babykätzchen in einem überfluteten Schrebergarten in Gars nahe der Innkante fest. Pitschnass vom Regen und von den Fluten umgeben kauerte das Tierbaby auf einer Mini-Insel, einer kleinen Erhebung in der Gartenparzelle.

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10 Wasserwachtler 3 Stunden beschäftigt

„Das Zwergerl ließ sich ganz leicht einfangen und war total durchnässt und unterkühlt“, berichtet Christian Goertz von der Wasserwacht Waldkraiburg nach dem tierischen Einsatz, bei dem ein Team von zehn Leuten drei Stunden beschäftigt war.

Pudelwohl fühlte sich das pitschnasse Babykatzerl unter dem Shirt von Raphael Lindner. Auch dessen Freundin Emily Deinlein ist ganz angetan von dem kleinen Knäuel. Das etwa vier Wochen alte Tierbaby saß weinend in einem vom Inn überschwemmten Schrebergarten in Gars.

Schon am Nachmittag war das Team der Wasserwacht in Alarmbereitschaft wegen der Hochwasser-Gefahr am Inn. „Wir sind die neuralgischen Punkte abgefahren und hatten auch die Schrebergärten an der Innkante im Blick, die voraussichtlich in Mitleidenschaft gezogen werden würden“, so Goertz. Und so war es auch. Gegen 20 Uhr fuhr das Team wieder nach Gars. Vor Ort wurden sie von einem Passanten informiert, dass sich noch Tiere in den inzwischen überschwemmten Gärten befinden – von denen am Nachmittag noch nichts zu sehen war. Die Wasserretter wurden angeleint und mit Neopren-Anzügen und Helmen in die Parzellen geschickt.

Dämmerung erschwerte Rettungsaktion

Bis dato war unklar, wie viele Tiere es insgesamt waren. Es dämmerte bereits und es war für die Retter kein leichtes Unterfangen, die Tiere zu finden. Da die Katze noch so klein war, hätte irgendwo das Muttertier sein müssen. Die Wasserretter konnten es aber nicht finden.

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Der Hase saß – wie auch das Kätzchen – auf einem kleinen Grashügelchen im Gebüsch. Wie ein Schiffbrüchiger auf einer Insel. „Der war wohl aus einem Gehege ausgebüxt und hoppelte verschreckt herum. Wir haben ihn zu zweit eingekesselt und konnten ihn schließlich fangen“, berichtet Goertz. Er setzte den zappelnden Hasen in eine mit einer Decke ausgeschlagenen Transportbox, wo sich das Langohr schnell beruhigte.

Nicht ganz so leicht fangen ließ sich dieser Hase. „Wir haben in eingekesselt“, sagt Christian Goertz, Jugendleiter der Wasserwacht (im Bild rechts).

Mittlerweile war die kleine Katze ins Wasserwachtsauto gebracht worden, das auf höchster Stufe beheizt war.

Babykatze kroch unter das T-Shirt

„Doch das Katzerl wollte unter das Shirt unseres Wasserwachtlers Raphael“, erzählt Goertz schmunzelnd. Da gefiel es ihm am besten, auf dem warmen Bauch des jungen Mannes. Das Tierchen war schnell trocken und wollte auch spielen. Immer wieder suchte es die Nähe von Raphael und krabbelte unter das T-Shirt.

Aus den überfluteten Schrebergärten in Gars holten die Wasserwachtler aus Waldkraiburg eine Babykatze und einen Hasen.

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Das Tierheim Waldkraiburg wurde verständigt. „Wir wussten nicht, wie viele Tiere die Wasserwacht vorfinden und fangen würde und haben unser Auto mit vielen Transportboxen vollgepackt“, sagt Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Ein weiterer Hase sei noch herum gelaufen, aber abgehauen. „Das dürfte der Bruder des Geretteten sein, ein großer hübscher Hase“, vermutet Gyimes. „Einen Hasen, der Haken schlägt, im Freien einzufangen, ist nicht ganz einfach, vor allem, wenn der das nicht wünscht“, sagt sie lachend. „Und das Katzl ist brutal hungrig, faucht, aber ist lieb.“

Wasserwachtler würde die beiden Tiere adoptieren

Letzteres findet auch Christian Goertz, der den Einsatz geleitet hat. Er hat ein Herz für Tiere und überlegt gemeinsam mit seiner Frau Sarah, Hase und Katze zu adoptieren, wenn sich die Besitzer nicht finden. Er lacht: „Wir müssen nochmal ausgiebig darüber reden.“ Zuhause habe er schon einen Dackel namens Tobi, den er in Kroatien aus einer Tötungsstation geholt hat. „Der ist ganz handsam und mag andere Tiere.“

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