Bei Wind und Wetter dürfen Kinder in Babensham im Freien spielen

Zufrieden und selbstvergessen spielt Katharina halb im Sand und halb im Wasser und genießt offensichtlich ihr Tun.
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Zufrieden und selbstvergessen spielt Katharina halb im Sand und halb im Wasser und genießt offensichtlich ihr Tun.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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„Kinder kommen auch mit schlechtem Wetter klar“, weiß Svetlana Drubel, Trägerin der privaten Integrations-Krippe „Zauberwald-Zwerge“. Ihre Einrichtung in Babensham wird im September um einen Naturkindergarten erweitert. Dort wird allerhand geboten.

Babensham – Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Diese Meinung vertritt man auch in Babensham, wo im September ein Naturkindergarten seine Türen öffnet. Wer das Gelände im Mehrgenerationengarten sieht, der wünscht sich jetzt schon, hier noch einmal Kind sein zu dürfen. In dieser Idylle wird ein Vorhaben Wirklichkeit, auf das Babensham richtig stolz ist. Bürgermeister Sepp Huber schwärmte jüngst vor dem Gemeinderat in den höchsten Tönen, was in dem grünen Paradies für die Kleinen alles geboten wird, und er machte dabei den pädagogischen Hintergrund klar: „Einen Bezug zur Natur dürfen sie schon kriegen.“ Auch wenn Babensham rundum genug Natur zu bieten hat, kommt das Draußen-Erlebnis laut Huber in so manchen Familien doch zu kurz.

Bunt bemalt wartet der Bauwagen auf die neuen Kinder, die im September in den Naturkindergarten gehen.

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Kinder sind gerne draußen

Eine, die das auch findet, ist Svetlana Drubel. „Wir haben leider immer mehr Kinder, die vor dem Fernseher ruhig gestellt werden. Auch hier im Ort.“ Nach der Erfahrung der aus Bosnien stammenden Drubel, selbst Mutter von 4 Kindern, macht es den Kleinen aber „total viel Spaß“, rauszugehen, die frische Luft zu spüren und zu atmen. Die Naturkita ist Teil der privaten Integrations-Krippe „Zauberwald-Zwerge“, und die 48-Jährige ist private Trägerin der Einrichtung, die sich durch Zuschüsse des Freistaats, der Kommune, des Bezirks und den Elternbeiträgen finanziert.

Attraktionen des Naturkindergartens

Den OVB-Heimatzeitungen zeigt sie schon einmal vorab, was den jungen Hüpfern demnächst alles geboten wird: Blumenwiese, Sandkasten mit Wasserpumpe, Rutsche, Backhaus. Als optische Reizpunkte gibt es noch eine alte Kegelbahn, ein Schachspiel mit übergroß dimensionierten Figuren, ein Marterl, und am Rand des Geländes plätschert gemütlich der Mühlbach.

Kleine Babenshamer machen Abstecher in den Wald

Ein angrenzender Wald bietet die Möglichkeit zu wandern oder einfach nur Neues zu entdecken. An diesem verregneten Vormittag sitzen ein paar Kinder im Sandkasten, zufrieden und selbstvergessen. Eines hockt im Wasser, freut sich über Spritzer. Andere mustern neugierig den Besucher, alle sind quietschvergnügt. Es kommt nass von oben, aber das stört überhaupt nicht.

Svetlana Drubel (links) und Evi Bacher freuen sich auf die neuen Spielerfahrungen im Freien.Weithofer

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Was das Prinzip des Naturkindergartens ist? „Wir haben uns woanders umgeschaut, haben Wald- und Bauernhofkindergärten besucht und Anregungen gesammelt“, berichtet Drubel. „Diese Tipps stricken wir für unsere Bedürfnisse zusammen.“

So läuft es im Naturkindergarten Babensham

Es geht nach ihren Worten vor allem darum, den Kindern viel Freiheit zu gönnen: „Wir wollen uns daran orientieren, was die Kinder möchten. Wir wollen, dass sie ihre Interessen ausleben können.“ Der Tagesablauf hat aber auch feste Punkte: Morgenkreis, gemeinsame Brotzeit, gemeinsames Mittagessen.

Auf jeden Fall spielt sich das Leben draußen ab. „Kinder kommen auch mit schlechtem Wetter klar“, weiß Drubels Mitarbeiterin Evi Bacher, „sie brauchen nur die passende Kleidung.“ Allenfalls bei Sturm oder eisiger Kälte kann in der geräumigen Unterkunft des Mehrgenerationengartens weitergespielt werden.

Hühner und Hasen ziehen auch ein

Schutz soll auch ein bunter Bauwagen bieten, der gerade hergerichtet wird. An heißen Tagen spenden Büsche, Bäume, Vordächer und Sonnensegel ausreichend Schatten.

Evi Bacher stimmt mit Drubel überein, die Kindern nicht mit einem starren Beschäftigungskonzept zu konfrontieren. „Wir werden beobachten, welche Ideen sie haben.“ Wenn sie zum Beispiel eine Hütte bauen wollen, werde für das Material gesorgt. Ein paar Hühner und Hasen will man noch anschaffen, die Tiere sollen von den Kleinen versorgt werden.

So ist der Naturkindergarten organisiert

Die Einrichtungsleiterin erwartet im Naturkindergarten zunächst 30 bis 35 Kinder, die in 2 Gruppen unterteilt werden. Jeweils 3 Erzieherinnen sollen sich um sie in der Zeit zwischen sieben und 15.30 Uhr kümmern. Aufgenommen werden zunächst nur Kinder im Alter zwischen 2 und 4 Jahren, im nächsten Jahr soll die Altersgrenze auf 6 Jahre ausgedehnt werden.

Anmeldung ist noch möglich

Personell wird die Naturkita besser aufgestellt sein als eine Regeleinrichtung. Zudem werden die Kinder viel Zeit in Kleingruppen verbringen. Die Kosten pro Kind (bis 3 Jahre) betragen 200 Euro, bei einem Jahreseinkommen bis zu 60.000 Euro kann ein Krippengeld beim Zentrum Bayern, Familie und Soziales, beantragt werden (www.zbfs.bayern.de). Ein paar Plätze sind noch frei, interessierte Eltern können sich auf dem Internet-Portal „zauberwald-zwerge.de“ melden. Auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf sind willkommen.

Zusätzliches Betreuungsangebot in Babensham

Die Kinderbetreuung in Babensham wird damit um ein zusätzliches Angebot bereichert. Der katholische Kindergarten bietet bisher für fünf Gruppen Platz, im Haupthaus in der Raiffeisenstraße befindet sich eine Kinderkrippe in zwei Gruppen, eine weitere Gruppe ist im Rathaus untergebracht. Diese Plätze decken den Bedarf allerdings nicht mehr. So entstand die Idee für den Naturkindergarten.

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Wo liegen die Herausforderungen beim Spiel unter freiem Himmel? Svetlana Drubel ist sich darüber bewusst, dass die Aufsichtspflicht in der weitläufigen Anlage besonders gewissenhaft erfüllt werden muss. „Wir haben keinen abgeschlossenen Raum und müssen immer alle im Blick haben.“ Von der Nützlichkeit der Einrichtung ist sie aber absolut überzeugt. „Die Natur bietet alles, was die Kinder zum Lernen brauchen.“

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