Waldhausener Kirche feiert Geburtstag

Diakon Konrad Maier (von links), Pfarrer Georg Schinagl und Luitgard Mühlegger, die auch den geschichtlichen Rückblick verfasst hatte, an den Erinnerungstafeln in der Waldhauser Kirche.
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Diakon Konrad Maier (von links), Pfarrer Georg Schinagl und Luitgard Mühlegger, die auch den geschichtlichen Rückblick verfasst hatte, an den Erinnerungstafeln in der Waldhauser Kirche.

Die Pfarrgemeinde in Waldhausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ihre Pfarrkirche „St.Martin“ feiert heuer 70. Geburtstag. Ihre Ursprünge liegen jedoch bereits im Spätmittelalter.

Von Josef Unterforsthuber

Schnaitsee–Dass dem damaligen Pfarrer Franz Altenburger in Waldhausen eine Straße gewidmet ist, zeigt das hohe Ansehen, das der Erbauer der Pfarrkirche „Sankt Martin“ in Waldhausen hat. Der damalige Pfarrer hatte sich mit großem persönlichen Einsatz um den Kirchenneubau bemüht. Jetzt feierte in dessen Nachfolge Pfarrer Georg Schinagl zusammen mit Diakon Konrad Maier das 70-jährige Jubiläum der Kirchenweihe.

„Heute gilt es, dankbar zurückzuschauen auf all jene Mitbürger, die mitgeholfen hatten, das Gotteshaus zu erbauen. Ob nun in tatkräftiger oder in finanzieller Hinsicht – diesen Menschen war kein Opfer zu groß, um dieses schöne Gotteshaus zu errichten.“

Ursprüngliche Kirche um 1200 erbaut

Luitgard Mühlegger hatte aus verschiedenen Quellen, unter anderem auch dem Schnaitseer Heimatbuch, einen Rückblick auf die Kirchengeschichte erstellt, den Diakon Konrad Maier statt einer Predigt vortrug. „Die ursprüngliche Kirche wurde im Spätmittelalter, also etwa um 1200 erbaut. Der Turm blieb und ein gotisches Sterngewölbe in der Eingangshalle hat sich erhalten. Damals wurde auch ein Friedhof rund um die Kirche angelegt.

Waldhausen gehörte um 1140 zur Pfarrei Grünthal und bis 1817 zur Erzdiözese Salzburg. Erst 1923 erhielt Waldhausen ein eigenständiges Pfarramt. Seit 1974 gehört die Pfarrei Waldhausen dem Pfarrverband Schnaitsee an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zu klein, unter anderem wegen der vielen Flüchtlinge. Pfarrer Altenburger handelte und ließ ohne Erlaubnis aus München die alte Kirche abreißen.

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Während der einjährigen Bauzeit diente das Sägewerk Irlinger als Notkirche. An die Grundlegung und den Weihetag 1950 erinnern noch heute die Steintafeln unter dem Predigtstuhl.

Diakon Maier wies auch auf die älteste Figur in der Kirche hin. Diese ist am linken Seitenaltar und zeigt die heilige Maria als Himmelskönigin aus dem Jahr 1628.

In den weiteren Jahren ließ Pfarrer Friedrich Heil das neue Kriegerdenkmal errichtet. Der Altarraum wurde schließlich unter Pfarrer Georg Schinagl umgestaltet. Zudem kamen 1992 drei neue Bronzeglocken und 2004 eine neue Orgel in das Gotteshaus. Dies alles sei der großen Spendenbereitschaft der Waldhauser Pfarrbürger zu verdanken.

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„Unzählige Gläubige haben mittlerweile hier gebetet. Von der Taufe bis zur letzten Ruhe hat diese Kirche die Menschen begleitet. Wie viele Bitten wurden hier schon an die Gottesmutter herangetragen und wie viele Bitten wurden erhört? Und auch die jetzige Pandemie hielt die Menschen nicht ab, in die Kirche zukommen. Kniend und betend haben sie um den Segen Gottes gebeten. Wir dürfen uns nicht dem Pessimismus hingeben. Dieser muss dem Lebensvertrauen weichen“ so Maier.

Die beeindruckende Feier wurde vom Kirchenchor unter der Leitung von Thomas Schubeck musikalisch umrahmt.

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Am Ausgang hatte Stefan Randlinger, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats eine Bildergalerie zusammengestellt, die mit alten Aufnahmen an jenes bewegte Jahr des Kirchenneubaus zwischen 1949 und 1950 erinnerte.

Zur Feier des Jubiläums hatte Kirchenchormitglied Luis Lackmaier extra Kiachal gebacken, die die Besucher im Anschluss an den Gottesdienst beim Austausch vieler Erinnerungen zusätzlich erfreuten.

Die Waldhauser Pfarrkirche „St. Martin“ wurde 1950 eingeweiht. Der ursprüngliche Turm aus dem Spätmittelalter blieb ihr erhalten.

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