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Bauern fordern mehr Anerkennung:

Wald und Rohstoff Holz im Wasserburger Land: Darum sind sie so wichtig für den Klimaschutz

Holz ist auch als Bau- und Rohstoff ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Unser Foto zeigt Langholz aus dem Verkauf der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag.
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Holz ist auch als Bau- und Rohstoff ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Unser Foto zeigt Langholz aus dem Verkauf der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag.

Sie sind Teil der Lösung und Opfer zugleich: Wälder übernehmen eine tragende Rolle im Klimaschutz, leiden aber auch unter den Folgen des Klimawandels. Diese doppelte Rolle wird nach wie vor nicht ausreichend gewürdigt, warnen die Mitglieder der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag.

Wasserburg/Haag/Amerang – Der Baum als Klimaschützer stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag (WBV). Die Mitglieder waren sich mit ihrem Ehrengast, Professor Dr. Thomas Knoke von der Technischen Universität München (TUM), einig: Der ökologische Beitrag der Wälder und der Bauern, die sie pflegen, muss mehr gewürdigt werden – auch finanziell. Klimaschutz über den Waldumbau könne es nicht zum Nulltarif geben.

Leistung der Bauern soll anerkannt werden

Die Menschen lieben den Wald – hier finden sie Erholun g und einen grünen Rückzugsraum in der Natur, stellte der Vorstand unter Vorsitz von Ortholf Freiherr von Crailsheim fest. Außerdem sei mittlerweile die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz allgemein bekannt. Weniger gegenwärtig ist allerdings die Leistung, die Waldbesitzer erbringen, damit der Forst all diese Ziele erfüllen kann, bedauern die WBV-Mitglieder.

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Das muss anders werden, forderte auch Knoke, Professor für Waldinventur und nachhaltige Nutzung. Er war sich mit den Mitgliedern einig: Die Forstwirtschaft liefert zahlreiche Ökosystemleistungen und ist gleichzeitig die leidtragende Branche im Klimawandel. Die verursachten Schäden für Waldbesitzer durch Extremwetterereignisse beliefen sich nach Knokes Angaben in den Jahren 2018 bis 2020 auf insgesamt 12,7 Milliarden Euro. Des weiteren sind die Ökosystemleistungen des Waldes in Deutschland, wie zum Beispiel das Speichern von Wasser, Filtern von Staub oder Produzieren von Sauerstoff, derzeit etwa doppelt so viel wert wie die Erträge durch Holzverkauf, hieß es in der Versammlung. Neue Produkte könnten Ökopunkte und CO2-Zertifikate sein. Letztere bietet die WBV demnächst an – über den neu gegründeten Verein „Unser Wald – Bayern“ e.V.

Leidtragender und Teil der Lösung

Waldbesitzer müssten honoriert werden für ihre Klimaschutzleistungen, lautete eine zentrale Forderung in der Versammlung. Die Allgemeinheit dürfe nicht von den vielfältigen Ökosystemleistungen profitieren, während die Waldbesitzer den Preis dafür bezahlen, so das Fazit von Knoke.

„Willkommen aus dem Hauptstadtstudio der WBV, wir senden live“, hatte von Crailsheim, Vorsitzender der WBV Wasserburg-Haag, zu Beginn humorvoll die anfänglichen technischen Probleme der Versammlung kommentiert. Rund 70 Teilnehmer waren zugeschaltet.

Auch Landrat Otto Lederer betonte, dass der Wald in puncto Klimawandel und Klimaschutz gleich zweimal im Mittelpunkt stehe: einmal als Leidtragender und auch als Teil der Lösung. „Die Klimaschäden nehmen zu, gerade in Nordbayern, aber auch bei uns. Eine der wichtigsten Aufgaben wird der Waldumbau in den nächsten Jahren sein, damit dieser klimaresistent ist“, so Lederer.

Dass Wald ein großer Wasser- und CO2-Speicher ist, Holz als Bau- und Rohstoff liefert und das CO2-frei, sollte mehr betont werden. Dem WBV spricht Lederer hier eine große Rolle zu: „Die Vereinigung unterstützt nicht nur den Waldbesitzer in Form von Beratung zum Beispiel in der Vermarktung, sondern die WBV zeigt sich vor allem mit innovativen Ideen, jüngst mit ihrem Verein – Unser Wald Bayern – und dem daraus folgenden Projekt Klimaschutzwald“.

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Aus dem von Alexander Graßl, Geschäftsführer der WBV, vorgetragenen Geschäftsbericht war unter anderem zu erfahren, dass die Mitgliederanzahl im vergangenen Jahr um 200 gestiegen ist, der Holzmarkt, die Preise und die Nachfrage relativ gut waren. Wie sich allerdings die gesamtwirtschaftliche Lage entwickeln werde, sei gerade mit dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine nicht einzuschätzen, so Graßl.

Eigenes Produkt: der Tannenriftboden

Gut lief auch der Verkauf des hauseigenen Tannenriftboden. 320 Quadratmeter vertrieb die Geschäftsstelle in Asham. Von Crailsheim appellierte hier an alle anwesenden Bürgermeister und Landräte, bei den nächsten kommunalen Bauvorhaben – „es wird ja in Zukunft viel gebaut werden“ – an den Tannenriftboden zu denken. Ausgelegt ist er etwa in der Kirche in Amerang und im Klosterstüberl Seeon. Der Riftschnitt ist laut von Crailsheim ein Sägeverfahren für Bretter mit stehend angeordneten Jahrringen. Diese würden ein Verwerfen oder Rissbildung verhindern.

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