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VOR 25 JAHREN IN DER WASSERBURGER ZEITUNG

Modezar Rudolph Moshammer fasziniert als Stargast in Kirchdorf

Stargast beim Gourmetkoch Christian Grainer war vor 25 Jahren der 2005 ermordete Modezar Rudolph Moshammer.
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Stargast beim Gourmetkoch Christian Grainer war vor 25 Jahren der 2005 ermordete Modezar Rudolph Moshammer.
  • VonLudwig Meindl
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Der extravagante Modedesigner Rudolph Moshammer war vor 25 Jahren zu Gast im Haager Land. Es wurde außerdem von einem schlimmen Sturm heimgesucht. Das und eine Diskussion um eine angeblich zu teure Klobürste waren die 1996 die wichtigsten und verrücktesten Nachrichten in der Wasserburger Zeitung.

Haag – Auch ein Rückblick in die Wasserburger Zeitung lohnt sich, stellen wir seit Jahren an der Resonanz auf unsere Serie „Vor 25 Jahren“ fest. Ab sofort blättert für uns Mitarbeiter Ludwig Meindl einmal im Monat auch in der Zeitung nach den Berichten, die 1996 in Haag für Aufmerksamkeit sorgten.

Kommunalpolitik nach heißem Wahlkampf

Einen langen Anlauf brauchte es vor 25 Jahren, bis sich der neu gewählte Gemeinderat auf Referenten einigte. Lob gab es für das in Eigenleistung erstellte Allmannsauer Feuerwehrhaus. Noble Gäste bewirtete Christian Grainer im nahen Kirchdorf. Das waren die Haager Themen, die im Juni vor 25 Jahren im Fokus der Wassserburger Zeitung standen.

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Baureferent wurde vor 25 Jahren Rudi Thaler, Jugend- und Kinderreferent Sigmund Heilmaier, Kulturchef blieb Erwin Kohl, das Ressort Umwelt und Verkehr übernahm die heutige Bürgermeisterin Sissi Schätz. Dann schlug die CSU vor, den neuen Referenten 50 Mark pro Monat als Entgelt für ihre Arbeit zu bezahlen, was bei der SPD-Fraktion für Empörung sorgte. Ein Ehrenamt zu bezahlen, das sei keine gute Methode, führte Bürgermeister Hermann Dumbs an.

Er hatte eben nach einem klaren Wahlsieg seine zweite Legislaturperiode begonnen. Erstmals in der Haager Kommunalgeschichte lagen CSU und SPD mit acht Gemeinderäten gleichauf.

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Zur besseren Benachrichtigung der Bürger über das Gemeindegeschehen beschloss man Informationstafeln am Wertstoffhof, am alten Rathaus, an der „Klagemauer“, an der Buchenstraße, in Oberndorf, Altdorf, Lerchenberg und Schulstraße. Grünes Licht gab der Gemeinderat für das Hofcafé in Sandgrub. Kaffeetrinken im Freien und Verkauf von Naturprodukten galt als neue Attraktion.

Erstmals wurde eine Erneuerung des Seniorenheims St. Kunigund ins Auge gefasst. Nach ersten Absprachen kostete die Erneuerung zehn Millionen. Der Plan schien „nicht realisierbar, da der Landkreis kein Geld hat“. Das Stiftungskapital umfasste eine gute Million Mark, sodass das Projekt „allein mit Haager Kraft“ nicht zu finanzieren war.

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Eine Nachrüstung erforderte auch die Kläranlage in Aicha, allein für die Belüftungsanlage war eine halbe Million Mark veranschlagt. Biologische Reinigung hieß das Schlagwort.

Eine spezielle Ehrung erhielt der bereits verstorbene Haager Ehrenbürger Florian Trautbeck als „dienstältester Gemeinderat“ mit 30 Jahren im Ehrenamt.

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Hohe Wogen hatte im Wahlkampf die angebliche Designerausstattung für die Haager Friedhofstoiletten geschlagen. Die Rechnungsprüfer prangerten Ausgaben von 300 Mark für eine Klobürste an. Nun relativierte Bürgermeister Dumbs die Ausgaben: Das seien die Kosten für das gesamte Set. Der Gemeinderat einigte sich darauf, dass dieses Thema in der Hitze des Wahlkampf hochgeschaukelt worden sei.

Im nahen Kirchdorf stellte Gourmetkoch Christian Grainer 3000 Gläser für exklusive Gäste zur „Raritätenweinprobe“ bei Kerzenlicht im weiß-blau ausgelegten Monarchensaal in memoriam König Ludwig bereit. Der Stargast, Modedesigner Rudolph Moshammer kommentierte: „Es gibt wenig Menschen, die zum Schöngeist auch Leistung erbringen können.“

Soldatenkameradschaft feiert das 125-Jährige

Festleiter Josef Otter lud für die Haager Krieger- und Soldatenkameradschaft zum 125-jährigen Gründungsfest über fünf Tage, darunter der „große Festabend“ mit „Ambros Seelos“, Festgottesdienst und Umzug. Die Kanoniere Konrad Mayr und Hans Breitreiner stellten die neue Salutkanone vor. Die traditionelle Vereinsfahne war restauriert worden. Robert Scherzer gestaltete für den Verschönerungsverein an der evangelischen Kirche eine kleine Freizeitanlage.

Sturm zertrümmert Bürgermeister-Auto

Einen lautstarken Auftakt hatte die Allmannsauer Feuerwehr zur Einweihung ihres Gerätehauses. Der Sturm riss das Bei-Zelt weg, wirbelte Geschirr und Stangen durch die Luft. Die Frau des Kommandanten musste mit Verletzungen ins Krankenhaus, das Auto von Bürgermeister Hermann Dumbs wurde zertrümmert. Der Anstich mit Bürgermeisterkollegen und Landrat Erich Rambold wurde um einen Tag verschoben. Dann eröffneter ein Kirchenzug das große Programm mit Tag der offenen Tür.

Lob fand die Umsetzung des neuen Gerätehauses: Die Allmannsauer hatten mit Ausnahme des Dachstuhls alles in 3800 Stunden selbst gemacht.

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