Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung: Revival der Wasserburger Grünen

Familien aus Wasserburg nahmen vor 25 Jahren Kinder und Mütter aus Tschernobyl für einige Wochen auf, damit diese sich von der Strahlenkatastrophe erholen konnten.
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Familien aus Wasserburg nahmen vor 25 Jahren Kinder und Mütter aus Tschernobyl für einige Wochen auf, damit diese sich von der Strahlenkatastrophe erholen konnten.

Nachdem der Ortsverband im Vorjahr als ruhend erklärt wurde, organisieren sich die Wasserburger Grünen für die nächste Kommunalwahl neu. Bereits zum fünften Mal planen Frauen der evangelischen Gemeinde eine „Tschernobyl-Aktion“ in Wasserburg und Umgebung. Dies und mehr stand vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung.

Von Laura Hofner

Wasserburg – Rechtzeitig vor den Kommunalwahlen sind die Wasserburger Grünen aus der Versenkung aufgetaucht: Nachdem der Ortsverband im Frühjahr 1994 offiziell als „ruhend“ erklärt wurde, gibt es jetzt eine neue Vorstandschaft. Und die hat auch schon konkrete kommunalpolitische Ambitionen: Zur Wahl im März werde man auf alle Fälle antreten, wurde bei der Versammlung im Bruckbräu versichert. Eine Stadtratsliste ebenfalls geben, sie soll auch Nicht-Mitgliedern eine Kandidatur ermöglichen. Ob auch ein Bürgermeisterkandidat antreten soll, war noch umstritten. Das letzte Mal erzielte Dieter Maier, ein völlig unbekannter Kandidat, aus dem Stand fast 27 Prozent, da er der einzige Gegenkandidat von Dr. Martin Geiger war. Ob man nicht besser den SPD-Kandidaten unterstützen sollte oder ob eine Listenverbindung mit der SPD oder dem Bürgerforum hilfreich sein könnten, sind noch offene Fragen.

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Neun Jahre liegt das Reaktorunglück von Tschernobyl schon zurück, aber die Schäden, die es in Weißrussland hinterlassen hat, sind immer noch nicht zu überblicken. Heike Ulm wünscht sich, dass im nächsten Juli, wie in den letzten fünf Jahren, wieder „Tschernobyl-Kinder“ nach Wasserburg kommen und sich dort erholen können. Ulm hat die organisatorische Hauptarbeit der Tschernobyl-Aktion, die unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Martin Geiger steht, übernommen. Mit zwei anderen Frauen aus der evangelischen Gemeinde sorgt sie dafür, dass sich auch im nächsten Jahr wieder rund 50 Kinder und Mütter mit Kleinkindern aus den Dörfern Schgun und Schgun-Buda im Großraum Wasserburg ausruhen können. Wasserburger Familien, die zwei bis drei Kinder für drei Wochen aufnehmen wollen, sollten vor allem Zeit für ihre jungen Gäste haben.

Weitere Meldungen in der Woche vom 9. bis zum 15. November 1995:

München – Als „unnötige Provokation“, mit der lediglich die Studierenden verunsichert würden, hat der bayerische Kultusminister Hans Zehetmaier die Vorschläge zur Einführung einer Studiengebühr kritisiert. Damit reagiert er auf ein umstrittenes Finanzkonzept der derzeit tagenden Hochschulkonferenz, das die Zahlung von 1000 Mark pro Semester vorsieht. Zahlreiche Studentenverbände und Gewerkschaften hatten bereits Widerstände gegen die Pläne angekündigt.

Lyon – Die ersten Flugzeuge mit je 90 000 Flaschen „Beaujolais nouveau“ sind von Lyon aus gestartet. Doch die Bestellungen aus Japan, Deutschland und den Niederlanden sind in diesem Jahr infolge der Proteste gegen die Wiederaufnahme der französischen Atomtests stark rückläufig, teilt der Beaujolais-Fachverband mit.

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Hamburg – Fast zwei Drittel der Deutschen sind einer Forsa-Umfrage zufolge gegen die Abschaffung der D-Mark zugunsten der Europäischen Währungsunion. Demnach treten nur 31 Prozent der Befragten für das Eurogeld ein, 61 Prozent sind strikt dagegen. 77 Prozent fühlen sich nicht ausreichend über die geplante Währungsumstellung informiert.

Cape Canaveral – Der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa gehen für die Zusammenarbeit mit Russland die Astronauten aus. Zu groß, zu schwer, zu breit - einer nach dem anderen fällt durch das strenge Raster der russischen Kollegen. Der Grund: In die russische „Sojus“-Rakete, welche die Raumfahrer in den Orbit bringen soll, passen viele Amerikaner nicht hinein – zwei Drittel aller qualifizierten Astronauten der Nasa kommen aufgrund ihrer Maße nicht in Frage.

London – Als erster Rockmusiker hat Paul McCartney die höchsten musikalischen Weihen in Großbritannien erlangt. Der frühere Beatle wurde zum Ehrendozent der Königlichen Musikakademie berufen, wie vor ihm der spanische Tenor Placido Domingo und der Violinvirtuose Yehudi Menuhin. Akademiepräsident Prinz Charles zeichnete McCartney vor 300 Zuschauern aus.

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