In alten Bänden geblättert

Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung: Kinder wünschen sich 1995 gelbe Bagger

Ließ vor 25 Jahren die Kinderherzen höher schlagen: ein Spielzeugbagger
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Ließ vor 25 Jahren die Kinderherzen höher schlagen: ein Spielzeugbagger

Bagger und Technik stehen auf den Wunschzetteln der Wasserburger Kinder 1995 ganz weit oben, die Erwachsenen versüßen sich die Weihnachtsfeiertage durch allerlei Delikatessen. In der Saisonpause zwischen Badespaß und Eislaufen blickt die Wasserwacht auf die Einsätze des vergangenen Jahres zurück.

Wasserburg – Ob sie von den Baustellen im Stadtgebiet inspiriert wurden oder ob ganz einfach der Bauboom ausgebrochen ist – auf der Weihnachtswunschliste der Kinder stehen gelbe Bagger ganz weit oben. Überhaupt sei bei den Kindern in diesem Jahr die Technik und alles, was sie selbst bauen und selbst bewegen können, gefragt, so Irene Geßler, Inhaberin von Spielwaren Fuchs – egal ob es sich um Lego-Steine, Carrera-Rennbahnen oder Eisenbahnen handelt. Vorbei sind die Zeiten, als ein Buch noch ein Hauptgeschenk war, erzählt Rudolf Herzog, Lexikonbänder bilden hier eine Ausnahme. Besonders verwöhnt wird in diesem Jahr bei den Weihnachtseinkäufen der Gaumen. So sind die Wasserburger Feinkostgeschäfte mit dem Verkaufsverlauf durchaus zufrieden, auch in den Feinkostabteilungen der Lebensmittelgeschäfte wird der Hang zu Delikatessen gemerkt. Dabei sind ausgesuchte Geschenkkörbe nicht länger nur unter Geschäftsleuten üblich, auch Familienmitglieder machen sich damit eine Freude – „nur der französische Wein bleibt nahezu unberührt in den Regalen“.

Wasserwacht: 65 Stunden unter Wasser

Zum Baden ist es zu kalt, zum Schlittschuhlaufen noch zu warm. Die Wasserburger Wasserwacht nutzt die Saisonpause für ihren Jahresabschluss: Rund 65 Stunden verbrachten die drei Taucher unter Wasser, die Bootsführer übten 90 Stunden lang, trainiert wurde fast 300 Stunden und die restlichen Ausbildungen werden mit 776 Stunden angegeben. 6112 Stunden kommen insgesamt zusammen, darunter sind 107 Einsatzstunden. Unter anderem suchte man für die Polizei nach Tatwaffen, barg einen verletzten Schwan und war 21 Mal am Soyener See am Einsatz. Daneben wurden zahlreiche Schwimmabzeichen abgenommen, unter anderem 150 Seepferdchen und 250 Jugendabzeichen.

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Weitere Meldungen in der Woche vom 7. bis zum 13. Dezember 1995:

Bonn – Mit überwältigender Mehrheit hat der Bundestag den größten und risikoreichsten Auslandeinsatz der Bundeswehr gebilligt. Damit können sich 4000 deutsche Soldaten an der 60 000 Mann starken NATO-Friedenstruppe für Bosnien beteiligen. Die Entscheidung bedeute einen Einschnitt im Leben des deutschen Volkes, erklärte Bundeskanzler Helmut Kohl.

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Washington – Etwa 23 Millionen US-Steuerzahler dürfen im kommenden Januar erstmals ihre Steuererklärung am Telefon abgeben. Die US-Steuerbehörde erwartet, dass rund drei Millionen Amerikaner die vereinfachte Methode unter dem Kennwort „Telefile“ nutzen werden. Längst nicht jeder Steuerzahler darf allerdings erklären, wie viel er dem Staat schuldet. Nur Unverheiratete ohne Kinder mit einem Einkommen von unter 50 000 Dollar können sich das Ausfüllen von Formularen sparen – wenn sie ein Tastentelefon besitzen.

Deutsche haben mehrheitlich keinen Stamm-Tankwart

Bonn – Benzin ist Benzin – Friseur nicht gleich Friseur. Mehr als drei Viertel der Deutschen haben einen Stammfriseur, nur knapp die Hälfte hat auch einen Stamm-Tankwart. Wie das Wickert-Institut bei einer repräsentativen Umfrage ermittelte, vertrauen 77 Prozent ihren Kopf nur einem bestimmten Haarkünstler an.

Kassel – Wenn Vater und Sohn im selben Betrieb arbeiten und der Sohn entlassen werden soll, darf der Vater für ihn gehen – so lautet die Entscheidung des Kasselers Bundesarbeitsgericht. Der Senat betonte, dass das Recht zum Tausch auf direkte Verwandte, also Vater und Sohn oder Mutter und Tochter, beschränkt bleibe. Bei Neffen, Onkeln oder Cousins werde das Ganze zu undurchsichtig und es bestehe die Gefahr eines schwunghaften Handels mit Arbeitsplätzen.

Schwarm Pelikane verirrt sich nach Sibirien

Moskau – Ein Schwarm Pelikane hat sich zur Überwinterung nach Süd-Sibirien verirrt. Dort sehen sich die geselligen Großvögel einem harten Winter gegenüber: Gewässer sind zugefroren, die Vögel vom Verhungern bedroht. Zwar haben fürsorgliche Anwohner die geschwächten Tiere bei sich aufgenommen, doch auch sie sind kaum in der Lage, jedem Pelikan die erforderlichen zwei Kilo Fisch pro Tag zu beschaffen. Wissenschaftler zeigen sich verblüfft über den Kursirrtum der Großschnäbel.

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