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In alten Bänden geblättert

Vor 25 Jahren: Haag erwirbt den Zehentstadl

Vor 25 Jahren zapften Bedienung Karin und Marielle Winkler das erste Pils im neuen „Wanger“
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Vor 25 Jahren zapften Bedienung Karin und Marielle Winkler das erste Pils im neuen „Wanger“
  • VonLudwig Meindl
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Die Haager Frauen eroberten vor 25 Jahren die Feuerwehr. Streit gab es zwischen Landratsamt und Bürgermeister. Zu dieser Zeit erwarb die Gemeinde auch den noch heute viel diskutierten Zehentstadl.

Haag – Kein Minirock für Haags Feuerwehrfrauen hieß es vor 25 Jahren. Die Damen eroberten als Mitglieder und Aktive die Wehr, nachdem sie schon jahrelang als Helferinnen bei Festen zugegen waren. Als Devise gab der damalige Vorsitzende Alois Kern aus: „Die Röcke müssen knieumspielend sein.“

Die Raiffeisenbank verabschiedete nach 19-jähriger Vorstandstätigkeit Peter Wimmer in den Ruhestand.

Eine harte Nuss hatte der Haager Gemeinderat mit der Finanzierung der neuen Kläranlage zu knacken. Die Kosten waren auf zehn Millionen Mark veranschlagt. Probleme warf die Schlammentsorgung auf.

Gemeinde wehrt sich gegen Landratsamt

Der Altmeister des Verschönerungsvereins Robert Scherzer stellte einen neuen Rekord auf: 1440 Mitglieder hatte er für die Umsetzung seiner Idee zu einem schöneren Haag gesammelt und meist persönlich nach Anfahrt mit dem Mofa vor die Haustüre geworben. Er plante gerade die Alpenblickanlage am Stiftungswald.

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Für die neue Saison im Freibad forderte das Landratsamt eine zweite Aufsicht. Bürgermeister Dumbs widersetzte sich: „Da wiehert der Amtsschimmel.“ Das sei ein „gewaltiger Einschnitt in die Selbstverwaltung“. Die Behörden schrieben vor, die Rettungsschwimmer dürften bloß retten, die Aufsichtspersonen nur aufpassen. „Blödsinn!“, kommentierte Dumbs. Wenn einer aufpasse, so müsse er im Notfall auch hineinspringen und retten dürfen. Jahrzehnte habe im Freibad eine Person Würstl gegrillt, Bier ausgeschenkt, aufgepasst und gerettet.

Anstrenge im Weinkeller

Rechtzeitig zur Ostersaison startete der Bauernmarkt seine Beratungen zum Ei mit Rezeptvorschlägen. Probeeier gab es auch für die Vertreter des Landratsamtes. Im Gegensatz zu späteren Jahren blühte die Freundschaftsbeziehung zur ungarischen Partnerschaft Lajoskomarom. Für einen Besuch lenkten Gemeinderat Jack Jakel und Pfarrer Heinz Prechtl abwechselnd den VW-Bus der Haager.

Anstrengend wurden die Abende in den Weinkellern. Hermann Dumbs, Hans Kürzeder und Konrad Kolbinger verabredeten das Maibaumaufstellen, Fußballturniere und Kulturabende. Der Ungar Geza versicherte zum Abschied „viel Wiedersehn!“

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Skeptisch blieben die Haager gegenüber dem „Schreckgespenst Gentechnik“, das eben populär wurde. Die Befürworter sprachen von „unbegrenzten Kreuzungsmöglichkeiten“ und Wettbewerbsvorteilen. „Das braucht Verdauungszeit“, kommentierte damals Kommunalpolitikerin Waltraud Sax. Für das Gymnasium Gars plante Franz Stein, heute Bürgermeister von Reichertsheim, als Vorsitzender der Interessengemeinschaft eine Großdemonstration vor dem Kultusministerium für die Hinzunahme des mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweigs.

Gemeinde erwirbt den Zehentstadl

Im Haager Zentrum am Bräuhausplatz eröffnete Mariele Winkler das Café Wanger wieder und verwirklichte sich einen Jugendtraum. Mitgenommen hatte sie ihre Musicbox mit den „besten Schlager-Oldies“. Im Verkaufsladen daneben bot sie Konditoreispezialitäten. Heute ist die leidenschaftliche Gastronomin Mariele Winkler im Rosenberger Stüberl..

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Der noch heute viel diskutierte Zehentstadel am Marktplatz befand sich damals noch in Händen des Hofbrauhauses Freising, das ihn nach Schließung der Braustätte in Haag verkaufen wollte.

Als erster Interessent meldete sich ein Zementhersteller. Das gab mitunter auch den Anstoß, dass die Gemeinde den altbeliebten Kulturmittelpunkt schließlich erwarb.

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