Entscheidung im Stadtrat

Von Trinkwasser bis Schwimmbad: Das wird 2021 teurer in Wasserburg

Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Gebührenerhöhungen, die die Wasserburger 2021 betreffen. Klinger/OVB
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Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Gebührenerhöhungen, die die Wasserburger 2021 betreffen. Klinger/OVB
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Der Stadtrat hat nicht nur die Friedhofs- und Parkgebühren Am Gries erhöht. Auch das Trinkwasser, die Entsorgung des Abwassers und die Nutzung weiterer öffentlicher Einrichtungen werden 2021 etwas teurer. Eine Übersicht über die wichtigsten Entscheidungen.

Wasserburg – Der Grund für die Erhöhungen: Ende dieses Jahres läuft der Kalkulationszeitraum ab. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hat die Gebühren und Beiträge neu berechnet. Denn Einrichtungen wie das Kanalnetz und die Trinkwasserversorgung müssen kostendeckend betrieben werden, so sieht es das Gesetz vor.

Das sind die Änderungen, die am 1. Januar in Kraft treten

Die Einleitung von Schmutzwasser kostet pro Kubikmeter ab nächstes Jahr 1,53 Euro (vorher: 1,27 Euro). Niederschlagswasser wird pro Quadratmeter demnächst mit 37 Cent pro Quadratmeter veranschlagt, bis Ende 2020 waren es 35 Cent.

Wer ein Grundstück neu an die Kanalisation anschließen lässt oder lassen muss, zahlt ab 2021 einmalig einen Grundstücksflächenbeitrag von 1,20 Euro pro Quadratmeter. Bisher waren es 1,10 Euro. Für die Geschossfläche werden ab 2021 einmalig elf Euro pro Quadratmeter eingefordert, in den vergangenen vier Jahren waren es zehn Euro.

Wasserpreis steigt von 92 auf 98 Cent

Auch der Wasserpreis erhöht sich – von 92 auf 98 Cent pro Kubikmeter. Nicht gedreht wird an der Grundgebühr, sie bleibt gleich.. Mit der Erhöhung der Verbrauchsgebühr werden kleinere Haushalte mit weniger Verbrauch geringer belastet als Großabnehmer, unterstrich Stadtwerkechef Marinus Regler im Stadtrat die „soziale Komponente“ bei der Erhöhung. Mit 98 Cent liege Wasserburg mit dem Wasserpreis nach wie vor im unteren Bereich. In der Tat gibt es in Deutschland Kommunen, in denen Bürger bis zu drei/vier Euro pro Kubikmeter zahlen.

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Eine höhere Steigerung wäre in Wasserburg notwendig geworden, wenn der Wasseretat bei den Einnahmen nicht sogar eine Überdeckung aufgewiesen hätte. Diese kam zustande, weil die Stadtwerke bei der vorherigen Kalkulation, die bis Ende 2020 galt, von höheren Investitionen ausgegangen waren, die über die Gebühr finanziert werden müssen. Das nicht ausgegebene Geld müssen die Stadtwerke an die Bürger zurückgegeben – über den Wasserpreis. Dass dieser trotzdem erhöht werde, liege an um 30 bis 40 Prozent gestiegenen Kosten im Baubereich, so Regler.

Entsorgung von Fäkalschlamm wird teurer

Dass die Wasserburger trotzdem noch immer relativ wenig für das Trinkwasser zahlen, liegt an den guten Rahmenbedingungen. Die Stadtwerke müssen das Wasser nicht pumpen, es sprudelt von allein aus der Quelle. Das Wasser ist so rein, dass es nicht aufbereitet werden muss. Regler macht auch die schlanke personelle Aufstellung der Stadtwerke und ihres Wasserbetriebs dafür verantwortlich, dass der Preis nach wie vor unter einem Euro liegt.

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Auch wer Fäkalschlamm aus Kleingruben entsorgen lassen muss, zahlt ab 2021 mehr: Derzeit wird für die Abgabe in der Kläranlage noch 22,50 Euro pro Kubikmeter berechnet, diese Gebühr erhöht sich auf 28,50 beziehungsweise 28,57 Euro – je nachdem, ob die Annahme von Fäkalschlamm ab 2021 umsatzsteuerpflichtig wird.

Schwimmbad-Eintritt wird etwas teurer

Die Gebühren für die Nutzung des Reitmehringer Schulschwimmbades steigen ebenfalls. Hier fand der Stadtrat einstimmig: Das ist zuzumuten. Dass die Stadt mit dem Badria und dem Schwimmbad in Reitmehring gleich zwei Einrichtungen dieser Art vorhalte, sei ein „Geschenk“ für die Bürger, war der Stadtrat mit Nobert Buoretsch (Bürgerforum) einig. Die Wasserburger Schulen dürfen in Reitmehring kostenlos Schwimmunterricht anbieten. Auch Wasserburger Vereine zahlen nichts.

Die Bürger berappen ab nächstes Jahr jedoch etwas mehr: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren, Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung für 90 Minuten zwei statt 1,70 Euro, für die Zehnerkarte 15 statt 13,50 Euro, Erwachsene für eineinhalb Stunden Schwimmen 2,50 statt 2,20 Euro und für die Zehnerkarte 19,50 statt 17, 50 Euro.

Bei der Plakatierung: keine Gebührensteigerung

Abgelehnt hat der Stadtrat die Erhöhung der Gebühren für Plakatierungen. Die Pauschale für Werbung an den Litfaßsäulen sollte von zehn auf zwölf Euro, außerdem die Verwaltungspauschale für die Nutzung des Sozialmobils (Vereinsbus) von 15 auf 18 Euro steigen. Eine solche Erhöhung hätte vor allem Künstler und Vereine getroffen, die es derzeit während der Corona-Pandemie besonders schwer haben würden, kritisierte Steffi König (Grüne). Die Erhöhung fand deshalb nur neun Ja-Stimmen, die Mehrheit lehnte diesen Schritt mit 15 Stimmen ab. Ähnlich war es beim Sozialmobil.

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Beispielrechnung: Das zahlen die Bürger 2021 mehr

Kämmerer Konrad Doser hat die Kostensteigerung bei Wasser und Abwasser für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen ermittelt: Der Haushalt zahlt ab 2021 etwa zwölf Euro mehr für das Trinkwasser, etwa 48 Euro mehr für die Entsorgung des Schmutzwassers. Zusammengezählt sind das 60 Euro pro Jahr, die die Haushaltskasse zusätzlich belasten.

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