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Hilfe für die Ukraine

Von Bachmehring in die Ukraine: So verlief die Reise eines alten Feuerwehr-Löschfahrzeugs

Gruppenfoto nach der Fahrzeugübergabe im rund 1000 Kilometer entfernten Nisko.
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Gruppenfoto nach der Fahrzeugübergabe im rund 1000 Kilometer entfernten Nisko.

Das kürzlich ausgemustertes Löschgruppenfahrzeug der Bachmehringer Feuerwehr leistete treue Dienste. Nun wird es auch noch in der Ukraine gebraucht. Georg Reinthaler war bei der Überführung des Fahrzeugs dabei und berichtet von der rund 1000 Kilometer langen Reise.

Eiselfing – Fast vier Jahrzehnte leistete ein kürzlich ausgemustertes Löschgruppenfahrzeug der Bachmehringer Feuerwehr treue Dienste. Nun wurde das Fahrzeug mit dem Nummernschild „RO 131 A“ aus aktuellem Anlass für einen ganz besonderen Einsatz reaktiviert: Im Rahmen eines Hilfskonvois des Landesfeuerwehrverbands Bayern als Spende an den dortigen staatlichen Katastrophenschutz auf den Weg in die Ukraine. Start war am Freitag, 27. Mai, um 15 Uhr in Eiselfing nach Verabschiedung des alten Fahrzeugs durch die Bachmehringer Feuerwehrmitglieder.

Ehrenamtliche Fahrer übernehmen den Transport

Es folgten 150 Kilometer Fahrt nach Passau und dort das Zusammentreffen mit weiteren elf Fahrzeugen aus ganz Bayern. Der Eiselfinger Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht für die Fahrzeugspende gegeben. Martin Wagner-Samberger, Ehrenvorstand des Bachmehringer Feuerwehrvereins und Bürgermeister Georg Reinthaler übernehmen den ehrenamtlichen Dienst als Fahrer: „Angesichts der schrecklichen Ereignisse in der Ukraine ist es uns eine besondere Ehre, den Feuerwehren dort im Zuge der internationalen Freundschaft mit einem Fahrzeug und Ausrüstung direkt helfen zu können.“

Am Samstagmorgen erfolgte die Abfahrt um vier Uhr. In festgelegter Reihenfolge fuhr man mit Blaulicht und zwischen 70 und 80 Stundenkilometern auf der Autobahn. Entgegen der Befürchtungen, dass auf der Fahrt bei den zwischen 30 und 40 Jahre alten Lastwagen Probleme auftreten könnten, war der größte „Zwischenfall“ zum Glück lediglich eine aufgesprungene Klappe eines Gerätefachs.

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Größte Herausforderung war es, beim monotonen Konvoi-Fahren konzentriert zu bleiben und der aufkommenden Müdigkeit keine Chance zu lassen.

Kurze Verschnaufpause für Fahrzeuge und Begleiter an der Autobahn.

Von Passau über Österreich und Tschechien ging die Fahrt nach Straszecin in Polen – an diesem Tag also 850 Kilometer. Alle zwei Stunden Pausen mit Fahrerwechsel, Tanken und umfangreichem Kaffeekonsum. Hierzu hatte der Begleitbus eine eigens gebaute Kaffeeanlage mit an Bord, um jederzeit frischen Kaffee für 30 Personen zubereiten zu können.

Von Straszecin startet die letzte Etappe (110 Kilometer) nach Nisko, nahe der ukrainischen Grenze und der Region Lwiw. Auf dem Gelände einer Feuerwehrschule erfolgte die Übergabe der Fahrzeuge und Papiere an Vertreter des ukrainischen Katastrophenschutzes. Kurz vor Mitternacht am Sonntagabend waren die Konvoi-Teilnehmer aus Eiselfing wieder daheim.

Einfaches Nachtlager in einer Schulturnhalle in Passau.

Kinder winken freudig aus ukrainischen Autos

Mit im Gepäck: ein erschöpftes, aber gutes Gefühl, den Feuerwehrkameraden in der Ukraine mit Fahrzeugen und Technik direkt geholfen zu können. Auch, wenn bei dem ein oder anderen am Ende etwas Wehmut mitschwang, die über viele Jahre lieb gewonnenen Einsatzfahrzeuge nun weit weg von zuhause zu wissen.

Lachende Kinder, die den Feuerwehrfahrzeugen aus ukrainischen Autos heraus freudig zuwinkten, oder mit Panzern beladene Militärkolonnen auf der Autobahn in Richtung Ukraine – die Teilnehmer des Konvois bringen viele Eindrücke wieder mit nach Hause.

Altes Fahrzeug – große Hilfe

usgestattet mit einer leistungsstarken Vorbaupumpe eignet sich das Fahrzeug, Baujahr 1982, das nun in die Ukraine überführt wurde, sowohl zur Brandbekämpfung als auch zur Wasserförderung über längere Strecken. Dank kurzfristiger Ausrüstungsspenden der Feuerwehren aus Aham, Babensham und Bachmehring konnten auch die Geräteräume beispielsweise mit Schläuchen, Strahlrohren, Scheinwerfern und Atemschutzgeräten befüllt werden. reg

Ausrüstungsgegenstände werden in einen anderen Hilfskonvoi aus Brandenburg umgeladen.

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