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SERIE ÜBER STIFTUNGEN

So vermögend und wohltätig ist die Wasserburger Heiliggeist-Spitalstiftung

In Besitz der Stiftung ist die Achatzkirche. Sie wird seit Jahren saniert.
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In Besitz der Stiftung ist die Achatzkirche. Sie wird seit Jahren saniert.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Gut für Wasserburg, dass es Stiftungen gibt. Sie können zumindest einen Teil des Finanzbedarfs für gemeinnützige Zwecke decken. In einer Serie stellen wir die Stiftungen vor, die die Stadt verwaltet: Heute die Heiliggeist-Spitalstiftung.

Wasserburg – Sie ist die größte, älteste und reichste Stiftung der Stadt Wasserburg – eine selbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts, die von den Organen der Stadt betreut wird: die Heiliggeist-Spitalstiftung, hervorgegangen aus dem Wasserburger Spital am Brucktor.

Das Spital entstand wohl vor 1338. Es diente im Mittelalter laut Stadtarchiv (Historisches Lexikon) der Unterbringung armen, kranker und pflegebedürftiger (später auch alter) Menschen. Eine medizinische Behandlung fand nicht statt. Mehrfach war das Spital Opfer von Bränden.

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Schenkungen und Zukäufe aus Überschüssen ließen es im Laufe der Zeit kräftig wachsen. Über Jahrhunderte war es eine florierende Einrichtung, doch im 20. Jahrhundert erlebten die Stiftungen in Bayern ihren finanziellen Niedergang.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es in Wasserburg zur Zusammenlegung kleinerer Stiftungen, deren Kapital dem Stiftungszweck kaum noch genügte. 1945 folgten weitere Fusionen: Die Heiliggeist-Spitalstiftung sowie die Bruder- und Leprosenhaus-Stiftung wurden unter der einheitlichen Bezeichnung Heiliggeist-Spitalstiftung Wasserburg am Inn zusammengeführt. Ihr zugeteilt wurde das geschmolzene Vermögen der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung und der Franz-Seraph-Winklerschen Hilfskasse.

Früher eigenes Altenheim

Bis 1971 betrieb die Spitalstiftung noch ein eigenes Altenheim im Brucktorensemble, seither werden die verbliebenen Liegenschaften - vor allem Gebäude, Erbbaugrundstücke und Wald (70 Hektar) – bewirtschaftet und von den Erträgen stiftungsgemäße Zwecke finanziell unterstützt.

Der Bürgermeister darf über Ausgaben bis zu 50.000 Euro entscheiden, was darüber liegt, muss der Stadtrat absegnen. Zurzeit fließt ein Großteil der Mittel aus der Stiftung in die Renovierung der stiftungseigenen Kirche St. Achatz. Geschätzte Kosten: mehr als eine Million Euro.

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In nicht allzu ferner Zukunft steht der Abbruch der alten Essigfabrik an (Holzhofweg) – auch dafür sollen Stiftungsgelder eingesetzt werden.

Förderung von einkommensschwachen Familien

Im Haushalt für dieses Jahr werden die Einnahmen aus dem Stiftungswald mit 35.000 Euro beziffert, Mieten, Pachten und Erbauzinsen sollen 672.000 Euro einbringen, Zuschüsse und Zinseinnahmen knapp 20.000 Euro.

Dabei gerät der eigentliche Zweck der Stiftung nach ihrer Satzung nicht aus den Augen: die Wohnungsfürsorge für Ältere oder Menschen mit Behinderung, der Fahrdienst für Senioren, der städtische Kindergarten, die außerschulische Betreuung schulpflichtiger Kinder sowie die Förderung einkommensschwacher Familien. Ohne die Stiftung gäbe es einige Bereiche, „die wir nicht so gut bedienen könnten“, sagt Stadtkämmerer Konrad Doser.

Bestes Beispiel: der Fahrdienst der Stiftung – beliebt nicht nur in der Pandemie, sondern auch in den Jahren zuvor. Er chauffiert ältere oder behinderte und nicht mobile Menschen zum Einkaufen, zu Arztbesuchen und zu Behördenterminen – sogar Ausflüge übernehmen die Fahrer, früher Zivis, jetzt Mitarbeiter im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, mit ihren angemeldeten Gästen.

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