LESERFORUM

Verkehrszukunftnicht verbauen

Zum Bericht „Aus für die Wasserburger Altstadtbahn“ (Lokalteil):

Gerade habe ich vom „endgültigen“ Aus für die Altstadtbahn und den Expansionsplänen einer Reitmehringer Molkerei erfahren. Als Jugendlicher habe ich die Strecke noch in Aktion erlebt. Damals kaufte ich bei einem „Bauernmaler“ mein erstes Gemälde. Es zeigt den Blick aus dem Eisenbahntunnel auf die Inn-Staustufe. Seinerzeit gab es in Andenkenläden „bayerische“ Uhren zu kaufen, bei denen sich die Zeiger rückwärts drehten. Sollen die Hersteller dieses Touristenkitschs am Ende Recht behalten? Vielleicht habe ich schon zu viele unverzichtbare und „alternativlose“ Gewerbeansiedlungen kommen und gehen gesehen. Vorausschauend denkende Politiker und Verwaltungsleute sollten zumindest der Versuchung widerstehen, einfach die wenige Meter schmale Bahntrasse zu überplanen und so einer ganzen Stadt die Verkehrszukunft buchstäblich zu verbauen.

Dr. Rolf Schmidt

Köln

Kommentare