Stadtrat in Klausur

Verkehrsberuhigung in Wasserburg: Bürgermeister spricht von einem „gelungenen Kompromiss“

Legendäre Sitzung, die die Diskussion wieder auf Null stellte: Im Juli 2019 machte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann (links) den Stadträten anhand eines Selbstversuches klar, dass ein Pflock in der Schustergasse zur Verkehrsberuhigung nicht funktionieren wird.
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Legendäre Sitzung, die die Diskussion wieder auf Null stellte: Im Juli 2019 machte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann (links) den Stadträten anhand eines Selbstversuches klar, dass ein Pflock in der Schustergasse zur Verkehrsberuhigung nicht funktionieren wird.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Einen ganzen Tag lang war er in Klausur – hinter verschlossenen Türen in der Mittelschule hat der Stadtrat am Samstag getagt, um den Gordischen Knoten zum Thema Verkehrsberuhigung in der Altstadt durchzuschlagen. Das ist auch gelungen, nur wie bleibt vorerst ein Geheimnis.

Wasserburg – Da der Stadtrat nicht möchte, dass der Lösungsansatz schon im Vorfeld zerredet wird, wird vorerst nur so viel verraten: „Wir haben einen gelungenen Kompromiss gefunden, der von einer breiten Mehrheit getragen wird“, teilte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) auf Anfrage der Wasserburger Zeitung zum Ergebnis mit. Wie dieser Kompromiss ausschauen wird, dazu haben die Stadträte nach seinen Angaben Stillschweigen vereinbart. In der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag, 29. Oktober, soll das Konzept öffentlich vorgestellt, ein letztes Mal diskutiert und beschlossen werden.

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Im Vorfeld hatte, wie berichtet, der Wirtschaftsförderungsverband (WFV) als Vertreter der Geschäftsleute klar Stellung genommen und vor Experimenten bei der Verkehrsberuhigung, die die Erreichbarkeit von Geschäften gefährden könnten, gewarnt. Als Vertreter des WFV sitzt Wirtschaftsreferent Christoph Klobeck im Stadtrat. Auch eine Stellungnahme der Polizei lag dem Gremium vor. Die Bürger hatten sich mit vielen Anregungen eingebracht.

Im Fokus die Frage, ob und wie die Fußgängerzone vor allem im Bereich Hofstatt erweitert werden kann. Hierfür hatte sich eine Initiative stark gemacht. Lösungenansätze waren wiederholt aus verkehrsrechtlichen Gründne gescheitert.

Weitere Entscheidungen

In der Stadtratsklausur sind weitere Entscheidungen gefallen. Hier ein Überblick:

  • ArealKindergarten/Realschule gefallen: Hier haben sich die Teilnehmer laut Kölbl auf einen verkehrsberuhigten Bereich geeinigt. Die Details werde nun der Bauausschuss austüfteln.
  • Bushaltestellen: In der Altstadt sollen weitere errichtet werden – eventuell am Max-Emanuel-Platz, am Marienplatz und am Heisererplatz. Denn der Stadtbus wird 2022 auf einen Halbstundentakt umgestellt, nicht nur zeitlich auch örtlich sollen sich die Verbindungen und Einstiegsmöglichkeiten verbessern. Der Stadtrat beschloss in seiner Klausur laut Kölbl einen Probeversuch für weitere Haltestellen.
  • Motorrad-Parkplätze vor dem Rathaus: Sie bestimmten im Frühjahr und Sommer das Bild. Der Stadtrat will die Parkflächen entzerren – und lässt prüfen, ob es weitere kleine Aufstellareale in der Altstadt geben kann, berichtet Kölbl.

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