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KUNST IN DER PANDEMIE

Vandalismus: Projekt „Kunstanschlag“ in Isen von Unbekannten zerstört

Die Zerstörung der Kunstplakate sei garantiert nicht durch Wind oder Regen passiert, sondern von Menschenhand, ist sich Geraldine Frisch, Vorsitzendevon Isen e.V., sicher. Unser Foto zeigt die Situation vor (Bild links) und nach dem Anschlag.
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Die Zerstörung der Kunstplakate sei garantiert nicht durch Wind oder Regen passiert, sondern von Menschenhand, ist sich Geraldine Frisch, Vorsitzendevon Isen e.V., sicher. Unser Foto zeigt die Situation vor (Bild links) und nach dem Anschlag.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Acht Künstler wollten am Sonntag, 2. Mai, eine Kunstausstellung in Isen eröffnen. Doch dazu kam es nicht: Sechs ihrer Bilder wurden auf den öffentlichen Anschlagtafeln zerstört. Der Verein Isenwerk als Veranstalter will das Projekt am Sonntag, 9. Mai, neu starten: als „Kunstanschlag reloaded“.

Isen – Kunst- und Kulturschaffende aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Graffiti und Wortkunst wollten am vergangenen Sonntag eine öffentliche Ausstellung in Isen eröffnen – unter dem Titel „Kunstanschlag“.

Polizei ermittelt nach Kunstanschlag

Doch es kam zu einem anderen Kunstanschlag, diesmal im negativen Sinne. Noch bevor die offizielle Präsentation begann, wurden 6 der 8 Ausstellungsstücke wurden im Zeitraum von Samstag, 1. Mai, 11 Uhr, bis Sonntag, 2. Mai, 9.30 Uhr, von bisher einem oder mehreren Unbekannten zerstört. Die Polizei in Dorfen ermittelt. Sie beziffert den Sachschaden mit 500 Euro. Der ideelle Wert lässt sich nur erahnen.

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Geraldine Frisch, Vorsitzende von Isenwerk e.V., ist im Gespräch mit unserer Zeitung noch immer aufgewühlt. Der 40 Mitglieder zählende Verein wollte seit langem „Anschlagtafeln als Kunstfläche nutzbar zu machen, um der Kunst wieder Raum zu geben, dabei Künstler*innen zu unterstützen, sie wert zu schätzen und sichtbar werden zu lassen“, erklärt Frisch.

Manche Menschen können „künstlerische Freiheit nicht aushalten“

„Kunst bringt Menschen in Bewegung und das ist auch ihre Aufgabe. Wir hätten es uns konstruktiv und kreativ gewünscht, bedauern es gleichzeitig, dass es Menschen gibt, die künstlerische Freiheit nicht mehr aushalten und keinen anderen Weg kennen als Zerstörung. Aber vielleicht findet der Dialog mit Misses/Mister Unbekannt noch statt“, sagt sie, auch an die Adresse der bisher unbekannten Zerstörer gerichtet.

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Auf alle Fälle will ihr Verein das Kunstprojekt nicht aufgeben: Am Sonntag, 9. Mai, wollen sie die Plakataktion neu starten: „Kunstanschlag reloaded“ heißt es diesmal.

Verteilt im gesamten Gemeindegebiet Isen gibt es dann wieder auf acht Anschlagtafeln der Gemeinde, die seit nahezu einem Jahr kaum genutzt werden, bunte Kunst zu sehen. „Coronakonform kann man die Werke sogar mit dem Auto abfahren“, beschreibt die Vorsitzende, die sich jetzt um den schnellen Nachdruck der zerstörten Plakate kümmern muss.

Lageplan unter www.Isenwerk.de

Sie zeigen den ganzen Mai über Werke der Künstler Vincent Zehetmeier, Peter Cronauer, Beate Liedgens, Renate Ittllinger, Stefan Böld, Thomas Hiemer, Geraldine Frisch und Stefan Schütz.

Wer ihre Kunstwerke besuchen möchte, der findet den genauen Lageplan im Internet unter Isenwerk.de

Wer Angaben zu der mutwilligen Zerstörung in Isen machen kann, der sollte sich bei der Polizeiinspektion Dorfen melden. Dort laufen die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung. Hinweise werden in der Dienststelle unter Telefon 0 80 81/ 9 30 50 entgegengenommen.

Acht Künstler wagen am Sonntag, 9. Mai, in Isen den „Kunstanschlag reloaded“

In den Wörtern Armut, Anmut, Unmut, Mutation, Ermutigung und Zumutung steckt die Silbe „MUT“. Jedes Wort weckt Assoziationen. Kombiniert man Wörter, entstehen Geschichten. Manche enden gut, andere nicht. Peter Cronauer lebt und arbeitet als freischaffender Autor in Isen, interessiert sich für fast alles, liebt Töne und Käsekuchen. Er spielt mit dem Wort MUT auf der Anschlagtafel in Weiher, Mixed Media auf eigener Platte.

„Malen umfasst für mich sehr viel, manchmal ist es Meditation und Entspannung, dann wieder ist es Arbeit und Kampf, meist aber bedeutet es die Freude, etwas entstehen zu lassen und zu gestalten.“ Beate Liedgensist Gründungsmitglied 1989 der Künstlervereinigung Blaue Brücke. 2001 bis 2017: „Künstlerei Isen“ Galerie und Werkstatt von Beate Liedgens und Renate Ittlinger am St.-Zeno Platz in Isen. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Malerin in der Gemeinde Isen: Anschlagtafel in Lichtenweg-Schnaupping, Malerei, Plakat.

Thomas Hiemer verteilt Buchstaben in einer Fläche: Wortörtlich nennt er seine Arbeit. Verschwimmen, verwirren, ein Meer an Information, unsortiert – scheinbar. Der Leser hilflos, verwirrt, erstaunt und: Da ist auch Farbe in all dem Chaos, sie holt die Aufmerksamkeit zurück und konzentriert sie auf einzelne Bereiche. Langsam formiert sich ein Wort, ein zweites - sie kommen bekannt vor, aber irgendetwas stimmt nicht und doch ergeben sie Sinn. Es liegt nun am Betrachter wieviel und was und was er entdeckt. Thomas Hiemer ist freischaffender Webdesigner und Worterfinder, ihn faszinieren Wortspiele jeglicher Art. Anschlagtafel in Pemmering, Grafik, Plakat.

Manchmal muss man einfach seinen Blickwinkel ändern näher mit etwas beschäftigen und schon tut sich eine neue Welt auf. Stefan Böld ist fasziniert von dem Farbenspiel der Seifenblasen. Kinder machen spielerisch etwas Neues, staunen und sind gespannt was kommt- sie erleben aber Vieles nur noch in der digitalen Welt - fixiert auf den Bildschirm - digitale Augenblicke sind wiederholbar, reale Augenblicke nicht. Stefan Böld war schon von klein auf von Fotografie fasziniert, hat nach seiner Ausbildung zum Fotografen fünf Jahre in London im Bereich Mode- und Werbefotografie gearbeitet. Heute lebt und arbeitet er als selbstständiger Fotograf in Isen: Anschlagtafel in Mittbach, Fotografie, Plakat.

Buchstabenbrüche, grafisch neu angeordnet, ergeben neue Strukturen. Stefan Schütz ist bildender Künstler, Studium angewandte Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg, lebt und arbeitet seit 1992 in Isen als Metallbildhauer mit eigener Metallwerkstätte. Anschlagtafel in Berging, Grafik, Plakat.

Sicherheitsnadeln. Man verwendet sie nicht nur in stürmischen Zeiten (aber gerade dann!) um Wertvolles zu (be)festigen, damit es nicht davongetragen wird... In diesem Bild bewahren sie die Grundlage dessen, worauf Menschsein gegründet ist davor, auseinandergerissen zu werden. Für Renate Ittlinger ist das Malen seit über 30 Jahren Ausdrucksform und Kommunikationsmittel. Sie lebt und arbeitet in Pemmering. 2001 bis 2017: „Künstlerei Isen“ Galerie und Werkstatt von Beate Liedgens und Renate Ittlinger am St.-Zeno Platz in Isen. Anschlagtafel am Marktplatz in Isen, Zeichnung und Malerei, Plakat.

Vincent Zehetmeier beschäftigt sich hauptsächlich mit abstrakten, grafischen, teils geometrischen Darstellungen im Groß- und Kleinformat. In seinen Bildern versucht er klassische Graffiti-Ansätze mit neuen Ideen und Techniken zu kombinieren und sie weiterzuentwickeln. Seine Bilder sind meist nicht konzipiert und entstehen aus spontanen Stimmungen heraus. Der Spaß am Erschaffen ist ihm besonders wichtig. Vincent Zehetmeier studiert soziale Arbeit - Kinder und Jugendhilfe in Landshut, lebt und arbeitet freischaffend neben seinem Studium als Graffitikünstler in Isen. Anschlagtafel am St. Zeno Platz, Graffiti, Plakat.

Baustellen sind vielschichtige und besondere Orte. Sie faszinieren mich in deren Rohheit, in der ureigenen Dynamik und im stetigen Veränderungsprozess. All das sind Inspirationsquellen um Neues zu entdecken und zu transformieren. Geraldine Frisch studierte unter anderem Kunst und öffentlicher Raum an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Sie lebt und arbeitet als Architektin und bildende Künstlerin in Isen und engagiert sich im Kunstverein Ebersberg als Zweite Vorsitzende. Anschlagtafel in Burgrain, Fotografie, Plakat.

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