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Natur- und Umwelt

Vandalen stören Idylle im Haager Stiftungswald

Wie vom Biber angefressen, doch es war ein junger Mann, der die große Fichte im Stiftungswald fällte.
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Wie vom Biber angefressen, doch es war ein junger Mann, der die große Fichte im Stiftungswald fällte.
  • vonLudwig Meindl
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  • Petra Maier
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Erst kürzlich fällte ein junger Mann im Haager Stiftungswald wiederrechtlich eine hohe Fichte. Der Übeltäter ist geständig. Er wird einen Arbeitseinsatz in der Marktgemeinde leisten und eine Buße zahlen. Bereits früher gab es im Stiftungswald Schwierigkeiten mit jungen Leuten – sogar schon 1887.

Haag – Immer wieder kommt es im Stiftungswald in Haag zu Baumfrevel oder anderen Verwüstungen. Unsere Recherchen über diesen Vandalismus in schönster Natur reichen bis ins Jahr 1887 zurück. Das jüngste Beispiel für solch fehlgeleiteten Aktionismus stellt eine hohe Fichte dar, die erst vor Kurzem abgehackt wurde. Der Täter ist bereits gefunden. Die Polizei konnte ihn ermitteln.

Bürgermeisterin richtet ernste Worte an reumütigen Täter

Der junge Mann zeigt sich reumütig, das bestätigt auch Sissi Schätz gegenüber unserer Heimatzeitung. Die Bürgermeisterin führte ein „ernstes Gespräch“ mit dem geständigen Täter. Mehr wollte sie öffentlich nicht bekannt geben, nur so viel: „Er wird künftig sicher einige Arbeitsstunden zum Wohl der Marktgemeinde leisten und auch eine gewisse Summe an die Gemeinde abzahlen.“

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Der Stiftungswald, den die Haager Gräfin Kunigund bereits im 16. Jahrhundert den Bürgern vermacht hatte, dient bis heute vielen Menschen zur Erholung. Er wird von den Förstern als sensibel eingestuft und braucht besondere Pflege. Viele Bäume wurden über mehrere Jahrzehnte hochgezogen.

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Die aktuelle Baumfällaktion ist nichts Neues in Haag: „Immer wieder hinterlassen Leute ihren Müll oder knicken Bäume und Sträucher ab“, berichtet Sissi Schätz.

Großes Loch in Holztisch gebrannt

Schon drei Jahre her, aber beim Verschönerungsverein immer noch im Gedächtnis: Jugendliche hatten am Robert-Scherzer-Weg viel Ärger beschert. Sie brannten damals in einen Holztisch ein großes Loch. Den Schaden musste der „Bankerl“-Referent Sebastian Binsteiner beheben.

Solche Taten sind allerdings keine moderne Erscheinung. Ein Blick in die Historie zeigt: Dem Haager Verschönerungsverein bereitete „das junge Volk“ bereits 1887 großen Ärger. Damals hatten sich die Mitglieder unter Regie von Kaufmann Schreyer, Hauptlehrer Schlereth und Bürgermeister Schätz einen langgehegten Wunsch verwirklicht und auf der höchsten Hügelspitze des Waldes eine „Alm“ aus Holz angefertigt. Das Blockhaus am „Bergkopf“ sollte den schönsten Aussichtsplatz von Haag zieren, der damals noch freien Blick auf das Alpenpanorama gewährte.

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Schon bald berichtete der „Haager Bote“: „In der auf luftiger Höhe jetzt vollständig hergerichteten, ringsum eine wunderbare Aussicht bietenden Almhütte auf dem Bergkopfe liegt ein Fremdenbuch auf, das schon viele Einträge birgt.“ Ein Gedicht schloss mit den Versen: „Ein jeder hüte, was Bürgersinn geschaffen zu der Heimat Gewinn; man wolle nicht frevelnd zerstören, was Haag gereichet zu Ehren.“

Der Verschönerungsverein geriet mit der Almhütte trotz Sammlung ins Defizit. Also lud man die Haager Bürger zur „größeren Unterhaltung“ mit Glückshafen, bengalischer Beleuchtung und Bierausschank in den Stiftungswald: „Der schon oft erprobte Wohltätigkeitssinn der hiesigen Bevölkerung wird auch diesmal hoffentlich seine Beteiligung nicht versagen.“

Rosige Stimmung auf der Alm hält nicht lange an

So kam es auch. Die Vorstandschaft verbuchte „ein hübsches Sümmchen“, das sie dem „Haager Boten“ nicht verraten hat. „Inmitten der Eichen waren effektvoll“ die Lampions angebracht bei der Eröffnung der „Alm“. Die meisten Gäste mussten im Grünen Platz nehmen.

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Abends stiegen Feuerwerke hoch. Die vielen Jodler legten nach der Lokalzeitung ein „glänzendes Zeugnis dafür ab, dass sich alles in rosiger Stimmung“ befand, bis die „gefährlichste Arbeit der Besucher harrte – der Abstieg“.

Alm wird abgerissen

Doch das Projekt „Alm“ hatte nicht lange Bestand: „Allerlei junges Volk“ gab sich, wie die Bürger bald schimpften, dort draußen nachts ein Stelldichein. Die „Alm“ schien zweckentfremdet und wurde wieder abgerissen.

Um an den einstigen Standort zu erinnern, hatten Vorsitzender Josef Ott, Alex Schwarzenbeck und Sebastian Binsteiner 2012 ein eisernes Feldkreuz angefertigt und an der Stelle platziert. Wie alte Quellen besagen, befand sich an diesem höchsten Aussichtspunkt des Stiftungswaldes schon seit 1800 ein Kreuz, das man 1940 abgebaut hatte.

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