Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Debatte in Ramerberg um Flüchtlinge

Vorerst keine Vertriebenen aus der Ukraine im Gemeindehaus

Könnte das Ramerberger Gemeindehaus Flüchtlingen aus der Ukraine eine Zuflucht bieten? Darüber war man im Gemeinderat geteilter Meinung.
+
Könnte das Ramerberger Gemeindehaus Flüchtlingen aus der Ukraine eine Zuflucht bieten? Darüber war man im Gemeinderat geteilter Meinung.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
    schließen

Das Ramerberger Gemeindehaus steht vorerst nicht als Wohnraum für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung. Mit 7:6 Stimmen lehnten die UWR-Mitglieder den Antrag aus den Reihen der Neuen Ramerberger Liste/Freie Wählergemeinschaft ab. Vorher hatte es eine kontroverse Diskussion gegeben.

Ramerberg – Sollen im Untergeschoss des Ramerberger Gemeindehauses künftig Flüchtlinge aus der Ukraine eine Zuflucht finden und was ist überhaupt geeigneter Wohnraum für traumatisierte Menschen? Diese Fragen diskutierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ausgiebig. Das Gremium lehnte schließlich mit sieben Stimmen der Unabhängigen Wähler (UWR) gegen sechs Stimmen der Neuen Ramerberger Liste/Frei Wählergemeinschaft (NRL/FWG), eine Unterbringung vorerst ab.

Sofern die vorhandenen Angebote zur Unterbringung in der Gemeinde nicht ausreichen und eine offizielle Anfrage seitens des Landratsamtes eingeht, soll über den Sachverhalt erneut im Gemeinderat beschlossen werden, heißt es in dem Beschluss weiter.

Privatsphäre für Menschen mit Trauma

Konrad Fuchs (NRL/FWG) hatte den Antrag zur Unterbringung gestellt. Aufgrund der dramatischen Kriegssituation in der Ukraine und der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen, böte sich das Untergeschoss geradezu an, schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten. Alle Voraussetzungen wie Küche, Sanitäranlage und genügend Platz wären vorhanden.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier +++

Die Verwaltung wies ihrerseits auf acht bestehende Unterbringungsmöglichkeiten in der Gemeinde Ramerberg hin, die derzeit nicht genutzt werden. Dabei handelt es sich um vier einzelne Zimmer für je einen Erwachsenen mit ein oder zwei Kindern, ein Doppelzimmer, ein altes Haus mit Küche, Bad, drei Zimmern, Keller und Garten und möglicherweise eine Galeriewohnung (im Notfall).

Für eine Unterbringung der Geflüchteten im Gemeindehaus müsse beim Landratsamt eine Nutzungsänderung beantragt werden, hieß es weiter. Die sei möglicherweise schnell zu bekommen, wenn im Landkreis Unterkünfte gesucht würden, erklärte Kämmerer Helmut Helfer auf Nachfrage der Gemeinderäte.

Landkreis hat bisher keinen Wohnraum angefragt

Seitens des Landkreises liegen derzeit keine Anfragen zur Unterbringung von ukrainischen Kriegsflüchtlingen vor, machte Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR) deutlich.

Fuchs ergänzte seinen Antrag mit dem Hinweis, dass traumatisierte Flüchtlinge seiner Meinung nach einen Platz mit Privatsphäre bräuchten und keine riesige Turnhalle. „Sie brauchen Ruhe und Geborgenheit und das könnten wir ihnen als Gemeinde beispielgebend bieten“, argumentierte er. Ihm seien auch einige Ramerberger Bürger und Bürgerinnen bekannt, die den Flüchtlingen beistehen wollten.

Magnus Steinmüller (UWR) überlegte, ob eine Unterbringung in Containern sinnvoll sein könnte, dort hätten auch alle ihre Privatsphäre und könnten im Gemeindehaus eventuell Küche und Duschen nutzen. Sophia Schuster (UWR) stellte in den Raum, ob die Flüchtlinge nicht besser in Privatwohnungen und Familien untergebracht seien, hier könne sich direkt jemand kümmern. Maximilian Jarolijmek (NRL/FWG) begrüßte eine mögliche Aufnahme der Flüchtlinge im Gemeindehaus „als positives Zeichen von uns als Gemeinde“ und Bernd Stawiarski (NRL/FWG) überlegte sogar, ob man nicht ohne das Rosenheimer Landratsamt an die Behörden in den Nachbarlandkreisen Erding oder Mühldorf herantreten solle, um dort die räumlichen Kapazitäten in Ramerberg anzubieten.

Platz für Kinderkrippe soll bleiben

Es folgte eine emotionale Debatte darüber, ob Flüchtlinge besser oben im Gemeindehaus oder unten im Keller untergebracht wären, und darüber, dass Turngruppen oder die angedachte Kinderkrippe dann wieder ausweichen müssten. Die Familien von 16 Kindern würden auf eine Kinderkrippe warten, warf der Bürgermeister in die Diskussion ein. Petra Hölzle (NRL/FWG) betonte ausdrücklich, dass ihre Wählergemeinschaft nicht gegen eine Kinderkrippe sei – aber gegen eine solche Einrichtung im Keller des Gemeindehauses.

„Keiner hat in Ramerberg was gegen Flüchtlinge“, fasste der Bürgermeister abschließend zusammen.

Mehr zum Thema

Kommentare