Unverständnis, Bedauern und Respekt vor „radikaler Entscheidung“

Tobias Langer

Der Albachinger Gemeinderat Tobias Langer (GWA) legte jetzt, gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode, sein Amt als Gemeinderat nieder. Hierzu stellte er in der Junisitzung des Gemeinderats formell einen Antrag, ihn von seinen Pflichten zu entbinden. Dem entsprach der Rat mit acht zu vier Stimmen.

Albaching – Auf Langers besonderen Wunsch hin, und weil laut Bürgermeister Rudolf Schreyer nichts dagegen sprach, wurde dieser Tagesordnungspunkt mit Beschluss des Gremiums vom nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil vorgezogen und gleich als erster Tagesordnungspunkt behandelt. Daraufhin ist der Antrag verlesen worden. Langer hatte sich bereits vorab an die Öffentlichkeit gewandt und seinem Unmut Luft gemacht. Vom Besucherstuhl aus verfolgte er die restliche Sitzung. Die Meinungen seiner Ratskollegen zu diesem Schritt beantwortete und kommentierte er nicht, es gab keine Aussprache.

Diese Entscheidung, formulierte er im Antrag, habe er „schweren Herzens“ getroffen, es tue ihm „aufrichtig leid, die Bürger zu enttäuschen“, doch „aufgrund des schlechten Abschneidens“ bei der Wahl zum Zweiten Bürgermeister mit nur zwei Stimmen sei ihm „jegliche Unterstützung im Rat entzogen“ worden. „Ich bin schwer enttäuscht und sehe mein Engagement der vergangenen Jahre mit Füßen getreten“, stellte er in dem Schreiben an die Gemeinde fest.

Bürgermeister Schreyer hatte ihn „gebeten, sich das noch einmal zu überlegen“, aber das „war nicht sein Wunsch“. Es bedürfe keines wichtigen Grundes für die Niederlegung des Mandats, erklärte der Bürgermeister weiter, Langer habe einen Anspruch auf Entlassung, „wir können eigentlich gar nicht anders.“

Die überwiegende Meinung seiner Ratskollegen zeugte anschließend von großem Bedauern, teilweise Unverständnis und auch einer gewissen Emotionalität, aber auch der Anerkennung für seine langjährigen kommunalpolitischen Ehrenämter.

Das Bemühen, diesen Schritt zu respektieren, war spürbar. Als erste sprach die langjährige Ratskollegin Jessica Vital-Robarge (GWA): „Ich sehe keinen Grund für diese Entscheidung“, auch „keinen mangelnden Rückhalt“. Bei der Wahl habe man „den Luxus gehabt“, zwischen zweien auszuwählen, „das war nicht persönlich“, versicherte sie, „es war keine Wahl gegen jemanden“.

Und: „Ich lass mir ungern sagen, für was ich stimmen muss“. Selbst wäre sie mit einer Niederlage anders umgegangen: „Ich finde, so eine Enttäuschung kann man und muss man abschütteln.“

August Seidinger junior (GWA) bedauerte: „Als Person mit Engagement und Fachwissen wird er fehlen.“ Marlene Langmeier (GWA) hatte stets „seine Meinung sehr geschätzt, echt schade, dass Du das jetzt so auffasst, Du wirst mir echt abgehen.“ Bernhard Mayer (GWA) konnte Langers Entscheidung „nicht ganz nachvollziehen, so radikal.“ Brigitte Voglsammer (GWA) fand es „unglaublich schad`“ und versicherte, die Wahl war eine „Entscheidung für ein Team, nicht gegen eine Person“.

Bürgermeister Schreyer fasste zusammen: „Ich kann die Enttäuschung verstehen“, doch bei dieser Entwicklung sei es besser, getrennte Wege zu gehen“. Und mit Beifall von den Räten: „Vielen, vielen Dank, es war eine schöne Zeit mit Dir.“

In der nächsten Sitzung soll Dominic Janda als Nachrücker vereidigt werden. id

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