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Prekäre Verhältnisse am Gries

„Uns fehlt die Basisausstattung“ – Wie der Wasserburger Grundschule geholfen werden soll

Derzeit befindet sich hier am Gries noch der Wertstoffhof, doch bald schon könnte hier stattdessen ein drittes Gebäude der Grundschule – zu sehen im Hintergrund – Platz finden.
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Derzeit befindet sich hier am Gries noch der Wertstoffhof, doch bald schon könnte hier stattdessen ein drittes Gebäude der Grundschule – zu sehen im Hintergrund – Platz finden.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Ab 2026 sollen alle Grundschüler in Deutschland einen Platz in der Ganztagsbetreuung erhalten. Für die Grundschule Am Gries in Wasserburg kaum umzusetzen. Denn schon jetzt ist der Schulbetrieb wegen der engen Raumverhältnisse nur mit „Kreativität und Flexibilität“ möglich. Doch es gibt Hoffnung, auch der Haupt- und Finanzausschuss krempelte in seiner vergangenen Sitzung die Ärmel hoch.

Wasserburg – Von „prekären Verhältnissen“ in der Grundschule berichtete Rektorin Sabine Obermaier-Tanner den Ausschussmitgliedern. „Wir haben nicht einmal die Basisausstattung“, stellte Obermaier in ihren Ausführungen fest. Auf zwei Gebäude ist die Grundschule derzeit verteilt, den Altbau, der unter Denkmalschutz steht, und den Neubau, „der aber auch schon dreißig Jahre alt ist“.

Keine Fachräume, keine Mensa

Das sei viel zu wenig Platz für die derzeit 259 Kinder. Faktisch könnten keine Fachräume eingerichtet werden. Ein Musiksaal fehle. Die Mensa teile sich die Grundschule mit dem Förderzentrum, wodurch die Schüler in drei Schichten zum Mittagessen gehen müssten. Die Ganztagsbetreuung habe keine eigenen Zimmer. Ruheräume für die Schüler seien nicht vorhanden. „Die dritten und vierten Klassen haben ihre Ruheräume im Moment auf dem Gang“, erläuterte Obermaier, was auch wegen des Brandschutzes problematisch sei, schließlich müsse der Gang eigentlich frei bleiben.

Gebäude bereiten Probleme

Doch nicht nur der Platz macht der Grundschule zu schaffen, auch die Gebäude selbst sind nicht optimal nutzbar. So habe der Altbau seit längerer Zeit mit Feuchtigkeit zu kämpfen und der Neubau sei sehr beengt. „Die Räume dort sind so klein, dass wir die Fenster gar nicht öffnen können, ohne die Tische zu verschieben.“ Zudem heize sich das Gebäude durch die Glasfront schnell auf. „Wir reden nicht von einem wahnsinnig pädagogischen Konzept, sondern von den Basisräumen, die uns seit 20 Jahren fehlen“, fasste Obermaier die Situation zusammen.

Hoffnungsschimmer: Verlegung Wertstoffhof

Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) bestätigte dies, nur dank der Flexibilität aller Beteiligten könne der Schulbetrieb derzeit so gut umgesetzt werden. „Auch die Barrierefreiheit spielt eine Rolle“, fügte er noch hinzu, denn diese sei derzeit nicht gegeben.

Jetzt aber hätte die Stadt zum ersten Mal die Chance, die Situation zu verbessern. Das liege an zwei Gründen. Zum einen sei der Beschluss zur Auslagerung des Wertstoffhofs gefallen, wodurch nahe der Grundschule Flächen frei werden, zum anderen werden auch durch den geplanten Auszug des Horts Räume in der Grundschule frei. Dadurch könne endlich eine Erweiterung der Bildungseinrichtung auf den Weg gebracht werden.

Neubau einer Mensa geplant

Kämmerer Konrad Doser, der sich in Zusammenarbeit mit Obermaier mit der Raumaufteilung beschäftigt hatte, schlug vor, auf dem Gelände des ehemaligen Wertstoffhofes eine Mensa, die ebenfalls als Aula genutzt werden könnte, zu schaffen. Durch Umstrukturierung der bereits vorhandenen Räume könnten auch zwei Gruppen- sowie zwei Ruhezimmer, ein Büro für die Beratungslehrerin und ein Elternbesprechungszimmer geschaffen werden. Eng bleibt es aber trotzdem. „Es wird sicherlich spannend, alles, was benötigt wird da unterzubringen“, meinte Doser.

Erhalt Sportbereich und Neubau fraglich

„Die Frage stellt sich auch, ob wir den Sportbereich erhalten und sanieren oder ob wir ihn abreißen und an andere Stelle neu bauen“, meinte Kölbl. Um all dies zu klären, biete sich eine Machbarkeitsstudie an. Von dieser Idee zeigte sich der Ausschuss angetan. „Ich bin froh, dass da etwas auf den Weg gebracht wird“, meinte Zweiter Bürgermeister Werner Gartner (SPD). Das sei dringend nötig, „Es gibt derzeit kein Mauseloch, das nicht genutzt wird.“

Dritte Bürgermeisterin Edith Stürmlinger (Bürgerforum) schlug vor, auch einen möglichen Abriss des Neubaus, dessen Bausubstanz ja ohnehin schlecht sei, „im Hinterkopf zu behalten“. Stefanie König (Grüne) plädierte dafür, „lieber mehr Räume zu planen als jetzt gebraucht.“ Schließlich könne sich der Bedarf mit der weiteren Ganztagsbetreuung auch noch steigern.

Georg Machl (CSU) sprach von einem „Erfolgsmodell“ am Gries. „Trotz der Situation wird immer geschaut, dass alles für die Kinder umgesetzt wird.“ Nun sei es an der Stadt, das Gleiche zu tun. „Geben wir Gas.“ Eine schnelle Maßnahme forderte auch Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring): „Da hinten brennt´s.“

Erweiterung wird dauern

So viel Enthusiasmus musste Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann jedoch einbremsen. „Es wird nicht so schnell gehen, wie sich das die Schule und der Stadtrat wünschen“, warnte sie. Eine Schulerweiterung zu planen, brauche Zeit und es müssten Experten gehört werden. „Aber es wird nicht auf die lange Bank geschoben.“ Einstimmig beschloss der Ausschuss, die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

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