Ungepflegter Zustand oder wertvolle Natur?

Wasserburg – Der Inndamm wird aus ökologischen Gründen nur einmal jährlich gemäht – in Kürze ist es wieder so weit, wie die Stadt Wasserburg auf ihrer Homepage mitteilt.

Auf den ersten Blick schaut der Inndamm mit dem Skulpturenweg in den Augen so manches Spaziergängers zurzeit vielleicht etwas ungepflegt und verwildert aus. Entsprechend erreichen die Stadt zuletzt wieder vermehrt Hinweise, dass dort dringend gemäht werden sollte.

„Diese Thematik ist nicht neu. Denn wie in jedem Jahr wird der Damm auch heuer nur einmal komplett gemäht. Und das hat vor allen Dingen ökologische Gründe“, informiert die Stadtverwaltung.

Auch wenn viele Pflanzen inzwischen verblüht sind, waren bis zuletzt immer noch größere Blühinseln in den Grasflächen zu sehen, wo Bienen und Insekten Nektar finden konnten. Aber längst nicht nur Blüten bilden eine lebenswichtige Nahrungsgrundlage. Viele Vögel und Insekten ernähren sich auch von den Samen oder von der Blattmasse der Pflanzen. Einige Arten sind dabei sogar auf ganz bestimmte Arten angewiesen. So bietet beispielsweise die von Menschen meist verachtete Brennnessel den Raupen von über 30 Schmetterlingsarten eine Nahrungsgrundlage. Auch für zahlreiche Käfer-, Wildbienen-, Heuschrecken und Säugetierarten sind Wiesenflächen wertvoller Lebensraum.

Deshalb wird bereits seit Bestehen des Inndamms vom Wasserwirtschaftsamt und der Stadt der Ansatz verfolgt, den Damm und den Uferbereich des Inns in einem möglichst natürlichen Zustand zu belassen.

Die Mäharbeiten beginnen bald und sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. Normalerweise wird zu diesem Zeitpunkt das Inndammfest gefeiert, das heuer wegen Corona entfällt.

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