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Unfallrisiko über 65 deutlich höher

Am Fahrsimulator testeten die Senioren ihre Fahrtüchtigkeit. Foto Bauer

Nachlassende Konzentration, schlechter werdende Augen, höhere Reaktionszeit: Autofahren im Alter kann ein Problem werden. Die Gesundheitsgespräche am Haager Krankenhaus zu diesem Thema endeten mit einer Verhaltensempfehlung und der Mahnung an Senioren, selbstkritisch zu sein und sich über Neuerungen zu informieren.

Haag - Keiner der Zuhörer blieb auf seinem Stuhl sitzen, als Michael Premissl von der Waldkraiburger Fahrschule an seinen Fahrsimulator lud. An einem umgebauten Auto konnten die Senioren ihre Fahrtüchtigkeit testen. Da häuften sich Leichtsinnsunfälle, man war überrascht über spontane Situationsveränderungen. Herbert Zeilinger war der erste Testfahrer. Er legte einen hervorragenden Bremsreaktionswert vor, übersah dann aber einen auf die Fahrbahn springenden Hirschen.

Auf das rosarote Sofa lud Chefarzt Dr. Stephan von Clarmann zum Gesundheitsgespräch. Er übernahm die Moderation im Gespräch mit drei Profis: Dr. Raymond Hahn von der Geriatrie, Michael Premissl von der Fahrschule und Erich Unterforsthuber von der Waldkraiburger Polizei.

Die Statistik gibt Auskunft darüber, dass die höchste Risikobereitschaft am Steuer junge Männer, vielfach Fahranfänger, an den Tag legen. Fahrer im mittleren bis zum relativ hohen Alter bauten weniger Unfälle. "Doch über 65 geht die Kurve nach oben", stellte Dr. Hahn fest. Aus Sicht der Polizei bestätigte Erich Unterforsthuber die Zahlen, vor allem an schweren Unfällen sei überwiegend die Jugend beteiligt. Da aber ab dem 65. Lebensjahr die Konzentration nachlasse, sei auch diese Altersgruppe schnell in einen Unfall verwickelt.

Ein Sicherheitstraining für Senioren brachte Dr. von Clarmann ins Gespräch. Dazu eigne sich laut Michael Premissl der Fahrsimulator bestens, da er alle alltäglichen Fahrsituationen nachstelle. Senioren seien oft an gewisse zweckmäßige Fahrten wie Einkaufen gewöhnt. Dagegen verlören sie die Übersicht bei Aus- und Auffahrtenhäufung, schnellem Verkehr und auf der Autobahn. Am Simulator könnten sie den Beweis ihrer Reaktionsfähigkeit antreten.

Im Falle von Demenz ließen die meisten von selbst nach einer gewissen Zeit die Hand vom Steuer, so Dr. Hahn. Vorsicht sei immer angeraten. Aufklärung brächte aber nur die Untersuchung des Einzelfalls, wozu der Simulator ebenfalls recht dienlich sei.

Vorgestellt wurden die technischen Ausgleichsmöglichkeiten für Schlaganfallpatienten wie drehbare Sitze oder Handgas. Fast alles sei ausgleichbar, so die Experten. Nur den Verstand müsse der Senior selbst trainieren. An Nachprüfungen gebe es einen immer höheren Bedarf - die Senioren selbst bestünden darauf.

Wie können Angehörige Opa und Oma dazu bewegen, endlich den Autoschlüssel abzugeben, weil sie ein Verkehrsriksio darstellen? Die Experten stimmten überein, dass das ein sehr heikles Thema sei und empfahlen eine einfühlsame Klärung im Familienkreis. Die Polizei dürfe oft erst handeln, wenn schon etwas passiert sei.

Fragen der Zuhörer betrafen die Einschränkung des Sehvermögens. Der klare Überblick bleibt nach Einschätzung der Experten sehr wichtig. Defizite brächten stets ein erhöhtes Risiko mit sich.

Geringfügige Entlastungen beim Beobachten der Verkehrsschilder könne ein Navigationsgerät bieten. Weiter empfahl man, sich über technische Neuerungen an Fahrzeugen und über das Führerscheinrecht aufzuklären. Zuletzt gaben die Experten den Senioren noch praktische Tipps mit auf den Weg: Nur fahren, wo man sich auskennt, Stoßverkehr meiden, höhere Autositze und Klimaanlage anschaffen, Medikamente zum Fahren meiden und vor Fahrtantritt Brille putzen. xy

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