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Aus dem Gemeinderat

Baugebiet in Maitenbeth: Umweltschützer protestieren wegen Biotop

Die Gräser im Vordergrund der Wiese am Schellenberg stehen für das Biotop, das nach Ansicht von Bürgern bleiben, soll, wo es ist.
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Die Gräser im Vordergrund der Wiese am Schellenberg stehen für das Biotop, das nach Ansicht von Bürgern bleiben, soll, wo es ist.
  • VonKarlheinz Günster
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Wohnraum wird knapper, neues Baugebiet zu schaffen, jedoch nicht einfacher. So geht es auch der Gemeinde Maitenbeth, die am Schellenberg auf einer Wiese Baufläche für 16 Parzellen schaffen will. Dort befindet sich auch eine Magerwiese – also ein Biotop. Nun melden sich Naturschützer zu Wort.

Maitenbeth – „Kritisch“ sieht die Regierung von Oberbayern das geplante Baugebiet Schellenberg. Auch andere Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung beschäftigten den Maitenbether Gemeinderat in seiner Sitzung.

16 Parzellen vorgesehen

Auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche südlich des Bernreiter Wegs sind 16 Parzellen mit vorwiegend Einzel- und Doppelhäusern sowie ein Mehrfamilienhaus vorgesehen. Das soll der Bebauungsplan „Schellenberg“ ermöglichen. Die Versorgung mit Trinkwasser übernimmt der Wasserzweckverband Mittbachgruppe, die Kraftwerke Haag liefern den Strom und benötigen dafür einen Standort für ein Transformatorengebäude, teilte die Verwaltung mit.

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Die Regierung von Oberbayern steht dem Vorhaben „kritisch“ gegenüber, dennoch konnte die Notwendigkeit an Wohnbauflächen bei einem Ortstermin „noch plausibel dargestellt werden“, wie es in der Stellungnahme hieß. Die Behörde wünschte sich für künftige Vorhaben jedoch Strukturdaten sowie Maßnahmen zum Flächensparen und die Erschließung innen gelegener Flächen.

Biotop ins Baugebiet integrieren?

Das Mühldorfer Landratsamt, Abteilung Naturschutz, forderte für das Biotop am Schellenberg einen Ausgleich, oder noch besser, gleich eine Integration ins Baugebiet, damit könnte es bleiben, wo es ist. Auch der Landesbund für Vogelschutz sprach sich für dieses Vorgehen aus. Das lehnten die Räte hingegen ab, weil diese Beibehaltung die verfügbaren Flächen reduzieren und höhere Erschließungskosten zur Folge haben würde.

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Durch eine Verlegung der Magerwiese südlich zum neuen Friedhof könnte diese am neuen Ort sogar in der Größe wachsen, lautete die Stellungnahme der Verwaltung dazu. Weiterhin sei das Regenrückhaltebecken naturnah zu bepflanzen, Außenbeleuchtungen seien stets nach unten zu richten und durch fehlenden UV-Anteil im Licht insektenfreundlich sein. All das wird als Festsetzung aufgenommen, beschloss der Gemeinderat.

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Nochmals überprüfen möchte die Gemeinde die Maße des Wendehammers. Es stellt sich die Frage, ob die Größe den Fahrzeugen der Müllabfuhr genügt. Die Abteilung „Wasserrecht“ des Landratsamtes widmete sich der Formulierung zur Ableitung des Regenwassers, das ins Rückhaltebecken und später als Überlauf in den Regenwasserkanal eingeleitet wird. Ein Sickertest ist bereits durchgeführt worden, erklärte die Verwaltung.

Bund Naturschutz lehnt Vorhaben ab

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging verlangt einen Ersatz für den zu rodenden Wald auf etwa 1200 Quadratmetern. Die Gemeinde folgte dem Vorschlag, diese Fläche innerhalb von drei Jahren auszugleichen.

Der Bund Naturschutz lehnt das Vorhaben grundsätzlich ab und schlug Alternativen in Richtung Bundesstraße 12 sowie eine Nachverdichtung im Ort vor. Denn die Verlegung der Magerwiese bedeute den Verlust „vieler Arten“. Die Gemeinde sieht zu der Fläche jedoch keine Alternative, zudem würde das Biotop in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde umziehen, war sich das Gremium einig.

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Der Bayerische Bauernverband vermisste Hinweise zu den Emissionen der Landwirtschaft, die hinzunehmen seien. Das Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt beschrieb Maßnahmen zum Schutz gegen Hochwasser bei einer Hangneigung von 20 Prozent. Das Planungsbüro sieht hingegen diese Gefahr als „sehr gering“, denn es gebe Abläufe sowie ein Sickerbecken mit Notüberlauf.

Mehrere Einwände kamen von den Bürgern. Ein Anwohner beantragte eine andere Zufahrt, nicht nur über die Siedlungsstraße. Alternativ sollte die Belastung über den Bürgermeister-Steinweber-Weg oder über den Kirchweg nach Innach erfolgen. Der Rat lehnte ab, weil der Weg über Innach eine fünf Meter breite Schneise im Wald erfordere und weil der Bürgermeister-Steinweber-Weg unübersichtliche Engstellen beinhalte.

Ein anderer Bürger bedauerte den Umzug des Biotops, sah dessen „Zerstörung“ und zeigte sich überzeugt, den Verantwortlichen fehle „der Wille“, eine andere Fläche zu bebauen. Der Gemeinderat sah jedoch mit dem Umzug des Biotops die Möglichkeit für „einen gleichwertigen Ersatz“, wie es im Beschluss hieß. Anderer Baugrund stehe aus „bau- und privatrechtlichen Gründen“ wegen des Anbindungsgebots und fehlender Möglichkeit zum Grunderwerb nicht zur Verfügung.

Petition für Magerwiese gestartet

Ein weiterer Antrag von privater Seite forderte ebenfalls die Integration dieser Wiese, hob eine Online-Petition mit 259 Unterschriften hervor. Dazu hat die Interessengemeinschaft „Naturschutz Schellenberg“ unter „naturschutz-schellenberg.de“ eine Internetseite eingerichtet. Dort wird unter anderem gefragt, weshalb zum Ausgleich eine bestehende natürliche Fläche dafür umgebaut werden soll. Bei einem Verbleib der Wiese, erklärte jedoch die Verwaltung, sei ein Zaun zu deren Schutz erforderlich, sonst sei eine Nutzung als Schlittenberg oder Spielplatz absehbar.

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