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Weil den Namen seines Kollegen verriet

Umfassendes Geständnis bewahrt 33-jährigen Dealer aus dem Raum Wasserburg vor Gefängnis

MDMA (Symboldbild) und weitere Drogen hatte ein 33-Jähriger dabei, als er bei Wasserburg auf Schleierfahnder traf.
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MDMA (Symboldbild) und weitere Drogen hatte ein 33-Jähriger dabei, als er bei Wasserburg auf Schleierfahnder traf.
  • VonTheo Auer
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Kein Dealer kann sich wirklich sicher fühlen. Das erleben zwei Drogenhändler, gegen die bald verhandelt wird. Einer hatte Amphetamine, Marihuana und MDMA dabei, als er auf Schleierfahnder traf. Bei der Einvernahme gab er einen weiteren Namen preis. Dieser ist nun auch angeklagt.

Wasserburg – Am 3. Januar 2021 kontrollierten Schleierfahnder auf der Autobahn A8 ein Auto, in dem ein 33-Jähriger mit seiner Verlobten aus Österreich kommend nach Wasserburg unterwegs war. Dabei fanden die Beamten in der Tasche des Mannes eine Dose mit Amphetaminen sowie in einem Rucksack Amphetamin, Marihuana und MDMA.

Verlobte wusste von nichts

Während die Verlobte, weil glaubhaft unwissend, weiterfahren konnte, wurde der 33-Jährige als Beschuldigter vernommen. Dabei war er sofort nicht nur umfassend geständig, sondern verwies auch auf das Depot seines Lieferanten bei ihm zuhause, was sich bei einer Wohnungsdurchsuchung bestätigte. Einen weiteren Drogenlieferanten benannte er ebenfalls, sodass sein Geständnis sich als hilfreich für weitere Ermittlungen erwies.

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Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull betonte, dass hier zwingend der Paragraph 31 des Betäubungsmittelgesetzes Anwendung finden müsse, der bei Ermittlungshilfe eines Straftäters Strafmilderung zusagt. Dies war auch dringend nötig. Immerhin war der Angeklagte 2016 bereits einschlägig verurteilt worden. Zwar hatte er sich, wie er erklärte, völlig aus dem Drogenmilieu gelöst, sei clean und strebe nun mit seiner Verlobten ein bürgerliches Leben an.

Dies nahm auch der Staatsanwalt zur Kenntnis und hielt dessen Einlassung für glaubhaft. Immerhin sei der Angeklagte von Anfang an umfassend und überschießend geständig gewesen. Er beantragte eine Haftstrafe von zehn Monaten, die man zur Bewährung aussetzen könne – allerdings mit Auflagen wie Abstinenz und sozialer Arbeit. Auch ein Bewährungshelfer sei unabdingbar.

Urteil ist rechtskräftig

Der Verteidiger unterstrich, dass sein Mandant wahrhaftig „reinen Tisch“ machen wolle. Eine Strafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, hielt er für Straf- und Schuld angemessen.

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Das Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Melanie Lanzendorfer entschied, dass eine Haftstrafe von acht Monaten sein müsse, aber der Angeklagte sich dies wohl nun zur Warnung dienen lasse. Deshalb könne die Strafe ausgesetzt werden. Eine Beratungssitzung in Sachen Drogentherapie, entsprechende Abstinenz und Drogenscreenings zur Überprüfung seien wohl notwendig.

Nachdem Staatsanwalt und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten, wurde das Urteil sofort rechtskräftig.

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