Überraschungen erhöhen die Kosten bei der Gestaltung des Haager Schlosshofes

Der neue Haager Schlosshof – im abendlichen Licht angestrahlt: Die Kostenentwicklung war jetzt Thema im Marktgemeinderat. Andreas Grundner
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Der neue Haager Schlosshof – im abendlichen Licht angestrahlt: Die Kostenentwicklung war jetzt Thema im Marktgemeinderat. Andreas Grundner

Warum ist die Gestaltung des Haager Schlosshofes teurer geworden als gedacht? Diese Frage stand im Fokus der Marktgemeinderatssitzung in Haag.

Haag – Die Kostensteigerung für die Schlosshofgestaltung sollte auf Antrag der CSU-Fraktion analysiert werden. Für die Gemeindeverwaltung legten Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) und Gemeindegeschäftsleiter Manfred Mörwald in öffentlicher Gemeinderatssitzung die Zahlen vor. Sie verwiesen auf die Abstimmung durch Gemeinderatsbeschlüsse.

Das Thema birgt Zündstoff in sich: Die Finanzierung des Geländes innerhalb der Ringmauer um den bereits sanierten Schlossturm exaltierte. Die Ursachen dafür, belegte die Gemeindeverwaltung Haag, lägen in unvorhergesehenen Überraschungen bei den archäologischen Ausgrabungen und Änderungswünschen. Beides sei jeweils von den Gemeinderäten in entsprechenden Beschlüssen „abgesegnet“ worden.

„Die Ausgrabungskosten sind nie genannt worden“, monierte CSU-Chef Ludwig Schletter. Jetzt beliefen sie sich auf 1,1 Millionen Euro. Erste Schätzungen hätten 500.000 Euro betragen. Nun dürfe die Gemeinde in Einberechnung der beschlossenen Präsentation der Funde das Doppelte mit knapp einer Million berappen. Über die einzelnen Finanzierungsschritte seien die Gemeinderäte unzureichend informiert gewesen, fand Schletter.

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Das Angebot für die Schlosshoferneuerung habe bei 655.143 Euro gelegen, informierte Bürgermeisterin Sissi Schätz. Die Kosten seien bis dato auf 738.115 Euro angestiegen und würden sich wohl auf 922.922 Euro in der Abschlussbilanz einpendeln: „Das ist dann relativ genau.“

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Die Maßnahmen, die zur Verteuerung führten, seien mit dem Gemeinderat abgestimmt worden. Als Beispiele nannte sie die Umstellung von Granit auf Naturstein und Umplanungen. Der Anstieg der Kosten gliedere sich in dem Umfang der archäologischen Untersuchungen, der Bodenentsorgung, den beschlossenen Änderungen und Umplanungen für zusätzliche Treppenstufen, der Rampe und anderem.

Ferner erinnerte sie daran, dass die CSU-Fraktion nach aktuellen Funden ein „Weitergraben“ verlangt habe. Wäre dieser Antrag nicht abgelehnt worden, hätte das nochmals zu Verteuerungen geführt. Die archäologischen Grabungskosten habe die Gemeinde „baubegleitend“ durchführen lassen. Mit Überraschungen sei da immer zu rechnen.

Dritter Bürgermeister Herbert Zeilinger ((WFH) betonte, jetzt habe sich die Gemeinde um die Förderung der Kostendifferenz zu kümmern. An der Qualität der Neugestaltung dürfe bei einer „so einzigartigen Anlage“ nicht gespart werden. Ferner solle alles getan werden, um die historischen Funde für später zu dokumentieren.

Fundstücke sollen ausgestellt werden

Mit der Städtebaureferentin habe sie die Kostenentwicklung thematisiert“, berichtete Bürgermeisterin Sissi Schätz dazu. Eine Nachförderung sei in Aussicht gestellt, insbesondere für den Mehraufwand durch archäologische Funde und zusätzliche Leistungen im Landschaftsbau, aber noch nicht bewilligt. Die Ausgrabungsergebnisse würden derzeit aufgearbeitet, um in eine „Darstellung in Wort und Bild“ einzufließen. Dafür seien 39 000 Euro vorgesehen. Die Fundstücke selbst von der Münze bis zur Keramik, hofft sie, finden nach den Untersuchungen der Archäologen den Weg wieder zurück nach Haag, um dann im Schlossturm oder Zehentstadel ausgestellt zu werden.

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