Debatte im Stadtrat Wasserburg

Trotz offener Fragen: Pendlerparkplatz am Bahnhof Reitmehring wird erweitert

Der gelbe Pfeil zeigt, wo der Parkplatz am Bahnhof erweitert wird.
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Der gelbe Pfeil zeigt, wo der Parkplatz am Bahnhof erweitert wird.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Die Deutsche Bahn ist oft nicht die schnellste und effizienteste Stelle, wenn es um Planungen und Genehmigungen geht. Dies zeigt sich im Stadtrat auch bei der vorgesehenen Erweiterung des Park-and-Ride-Parkplatzes am Bahnhof in Reitmehring.

Wasserburg – Die Maßnahmen kostet etwa 312.000 Euro, die Stadt erwartet eine Maximalförderung von 75 bis 80 Prozent. Der Bedarf an weiteren Stellflächen ist weiter gestiegen, nachdem der MVV-Tarif bis Reitmehring ausgedehnt und ein Stundentakt eingeführt wurde. Zeitweise sind alle Parkplätze belegt. Demnächst kommen noch die Elektrifizierung und damit die Anbindung von Wasserburg an das Münchener S-Bahnnetz. Die Stadt erwartet, dass sich die Pendlerzahlen weiter erhöhen werden.

Es muss also gehandelt werden. Doch der Maßnahmenbeschluss war vom Stadtrat im Juli vertagt worden. Denn auch die Fahrradstellplätze sollen erweitert werden. Auf Bahngrund? Die Stadt erhielt die Hausaufgabe, die unklaren Eigentumsverhältnisse zu klären und weitere Alternativen auf städtischen Flächen zu prüfen.

Doch die Bahn wird ihrem Ruf gerecht, bis dato gibt es keine Informationen über die Fragen, ob Bahngrund für die Erweiterung der Radlstellflächen bereit steht. Es fehlen außerdem Spartenpläne.

Fahrradstellflächen werden später geplan

Warten kann die Stadt nicht länger, sonst ist der hohe angekündigte Zuschuss weg. Also schlug die Bauverwaltung vor, vorerst nur den Maßnahmenbeschluss für die Pkw-Parkplätze zu fällen. Mit 19 Ja- und fünf Nein-Stimmen folgte die Mehrheit dem Vorschlag.

Radler müssen warten

Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sah in dieser Vorgehensweise ein „fragwürdiges Zeichen“ gesetzt – pro Individualverkehr, hinter dem mal wieder die Förderung des Radlverkehrs zurückstehen müsse. Das sei nicht mehr zeitgemäß, ärgerte sich Stadler. Mit dem Auto zum Bahnhof anzufahren, werde attraktiver, mit dem Radel nicht. Er ist der Meinung, dass die Fahrradstellflächen gleich mit geplant werden müssten – am besten sofort auf städtischen Flächen. Denn auf entsprechende Antworten der Bahn, ob es auf ihrem Grund auch gehe, könne die Stadt lange warten. Stadler schlug vor, eine doppelstöckige Fahrradparkanlage nach dem Beispiel Rosenheim auf kommunalen Flächen vorzusehen. „Das muss unser Plan A sein, nicht unser Plan B“, appellierte er.

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Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann erinnerte jedoch daran, dass es derzeit in erster Linie um den Park-and-Ride-Parkplatz gehe. Und auch dieser sei ein gutes Signal, schließlich fördere er das Zugfahren. Herrmann warnte vor Verzögerungen . „Wir dürfen die Zuschüsse nicht verlieren.“ Das Thema Parken für Radler sei mit dem Maßnahmenbeschluss für die Pkw-Stellflächen ja nicht vom Tisch, versuchte Herrmann den sichtlich aufgebrachten Stadler zu beruhigen.

Sie nahm den Vorschlag aus dem Gremium auf, in die Planung auch einen Fußgängerüberweg aufzunehmen.

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