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Aus dem Gemeinderat

Trotz Kritik der Nachbarn: Pfaffing will in „West V“ bauen

Der Ort Pfaffing könnte sich hier ausdehnen.
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Der Ort Pfaffing könnte sich hier ausdehnen.
  • VonKarlheinz Günster
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Der Gemeinderat hat entschieden, am Neubaugebiet „West V“ wird festgehalten. Obwohl die Kritik der Anwohner und einiger Behörden anhält..

Pfaffing – Das Verfahren um das Neubaugebiet „West V“ in der Gemeinde Pfaffing kommt voran. Der Gemeinderat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit Stellungnahmen und Einsprüchen, ähnlich denjenigen anlässlich der vorangegangenen Änderung des Flächennutzungsplans. Einwände und Hinweise von 32 Trägern öffentlicher Belange waren bislang im Verfahren abzuwägen.

Landratamts kritisiert Pläne als „inkonsequent“

Im Jahr 2019 ist der Aufstellungsbeschluss gefasst worden, um vier Hektar südwestlich des Hauptortes abschnittsweise zu bebauen. Am Ende des Verfahrens steht erst für die kommende Sitzung der Satzungsbeschluss an, da jetzt noch eine Stellungnahme eines Fachbüros zum Oberflächenwasser fehlt, teilte Bürgermeister Josef Niedermeier (FWF) in der Sitzung mit.

Das Amt für Ernährung und Forstwirtschaft erwähnte in dem Zusammenhang die „Erweiterungsperspektive“ des landwirtschaftlichen Betriebs im angrenzenden Werfling und wusste, dass die „Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft“ (TA Luft) der Bundesregierung, aktualisiert wurde. Die Gemeinde ist der Meinung, dass dieses Wohngebiet auch mit diesen strengeren Werten „vereinbar“ ist.

Das Landratsamt forderte im Plan deutlichere Abgrenzungen und Planzeichen, das sei „planerisch inkonsequent“ umgesetzt. Die Antwort der Verwaltung lautete, dass die Darstellung eindeutig sei. Es gebe zudem Pflanzgebote und man achte auf ein „eigenständig landwirtschaftliches Werfling“. Einschränkungen bei Werbeanlagen sollen das Gebiet „optisch ruhig gestalten“, erklärte der Bürgermeister auf einen entsprechenden Einwand.

Regierung von Oberbayern hinterfragt Bevölkerungszahlen

Die Regierung von Oberbayern empfahl weiterhin, die Möglichkeiten zur Nachverdichtung zu untersuchen und die Entwicklung der Bevölkerungszahlen „nochmal zu hinterfragen“. Ein Hinweis auf 72 Bewerbungen genüge nicht, da sich Bauwillige oft in mehreren Gemeinden um ein Grundstück bemühen. Den Vorschlag, das Gebiet stufenweise zu erschließen, kam der Rat nicht nach, es sei schon alleine aufgrund des Erscheinungsbildes in einem Stück zu planen; ein abschnittsweises Vergeben der Parzellen sei hingegen vorgesehen. Abgesehen davon blieb der Rat bei dem festgelegten Bedarf an Bauland.

Mehrere Einwände der Öffentlichkeit

Für die Öffentlichkeit brachte für die Nachbarn eine Anwaltskanzlei über mehrere Seiten Einwände in Form eines Einspruchs vor. Die bisher vorgetragenen Argumente seien bisher nur unzureichend berücksichtigt worden, lautete der Vorwurf. Man behalte sich eine Normenkontrolle vor, so die Kanzlei. Dabei stellt ein Gericht fest, ob das Vorhaben mit den Gesetzen in Einklang steht.

Zu den Argumenten der Anwohner zählte auch, dass es „keinen schonenden Umgang mit Grund und Boden“ gebe, dass die Region München damit entlastet werden solle, dass nicht Bauland für Einheimische im Vordergrund stünde, sondern „eine andere Intention“, denn ein Bedarf entstehe erst durch Neubaugebiete. Es gebe gar keine Abwanderung in Pfaffing, damit sollte sich die Gemeinde „endlich ordentlich auseinandersetzen“.

Der Platz sei schon aufgrund des anfallenden Regenwasser nicht geeignet, auch die Erschließung sei nicht gesichert, der Verkehr würde unterschätzt, die Belastung für die Anwohner sei „unverhältnismäßig“. Zum Bedarf an Kindergartenplätzen glaube die Gemeinde „das wird schon reichen“, auch zum Abwasser gebe es „keinerlei Pläne“.

Die Gemeinde hatte darauf schon früher geantwortet und wollte auch angesichts dieser Vorhaltungen den Plan nicht ändern. Im Zuzug liege kein Widerspruch, „das wirkt einer Überalterung entgegen“, hieß es im Beschluss. Mit Parzellen aus der Nachverdichtung oder künftigen eventuellen Leerständen sei nicht verlässlich zu rechnen. Der Verkehrsfluss sei untersucht worden, ebenso das Regenwasser. Mit den anderen Infrastruktur-Belangen habe man sich bereits früher ausführlich auseinandergesetzt.

Landwirt befürchtet Konflikt

Entspannt hat sich offenbar das Verhältnis zum Landwirt in Werfling, der sich für die mittlerweile bessere Zusammenarbeit bedankte. Trotzdem befürchtet er in seiner Stellungnahme Konflikte bei Lärm und Geruch. Besonders nachts sei der Wert durch die Melkmaschine leicht erhöht, es sollte eine Dienstbarkeit in den Kaufvertrag. Doch, so die Antwort, habe die Gemeinde nur auf einen Teil der Grundstücke Einfluss. Ein aufzuschüttender Erdwall könnte das verbessern, so ein Vorschlag des Landwirts. Doch man wolle aus optischen Gründen „nicht abschotten“, so der Bürgermeister. Ein Grüngürtel mit Bäumen ist geplant. Man sei nach wie vor davon überzeugt, dass die Immissionen mit dem Baugebiet in Einklang stehen. Die Beschlüsse dazu fielen im Gemeinderat jeweils einstimmig.