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Trotz Ebbe in der Gemeindekasse wird der alte Kiosk am Ausee in Rott aufpoliert

Sicher kein Schmuckstück, aber seit Generationen ein beliebter Treffpunkt: – Der Kiosk am Rotter Aussee soll jetzt saniert und erweitert werden.
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Sicher kein Schmuckstück, aber seit Generationen ein beliebter Treffpunkt: – Der Kiosk am Rotter Aussee soll jetzt saniert und erweitert werden.
  • vonRichard Helm
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Der 40 Jahre alte Kiosk am Ausee soll für geschätzte 150.000 Euro saniert und erweitert werden. Das beschloss der Rotter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Gegenstimmen von Bürgermeister Daniel Wendrock (parteifrei) und Gemeinderat Hans Gilg (BfR).

Rott – Bürgermeister Daniel Wendrock und Geschäftsstellenleiter Maximilian Brockhoff, hatten zuvor eine Minimallösung gestreckt auf mehrere Jahre vorgeschlagen. Die Gemeinderäte sprachen sich jedoch mehrheitlich für die Sanierung in einem Schritt aus. Sie wollten kein „Flickwerk“.

Ein Juwel ist er schon lange nicht mehr: Der Kiosk am Rotter Aussee, der dort seit 1974 die Besucher verköstigt, ist sichtbar in die Jahre gekommen. Jetzt soll er für geschätzte 150 000 Euro nicht nur saniert, sondern auch erweitert werden.

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Kiosk soll erweitert werden

Peter Perfler, Mitarbeiter im Bauamt hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt, wie eine Sanierung und Erweiterung aussehen könnte: Der jetzige Kiosk hat die Maße von rund acht mal acht Metern. Peter Perfler stellt sich eine Erweiterung nach Osten um 6,30 Meter vor, die zwei Kühlzellen enthalten sollen, je eine Kühlzelle für Lebensmittel und die andere für die Getränke. Zudem könne der Anschluss für die Zapfhähne kürzer gestaltet werden.

In dieser Erweiterung hätten noch Lagerräume und das vom Behindertenbeauftragten geforderte Behinderten-WC Platz. Perfler hat die Kosten grob kalkuliert und 150.000 Euro errechnet. Dieser Ansatz ist auf 2 Jahre verteilt schon in die Finanzplanung eingestellt. Die Sanierung und Erweiterung hat Perfler mit der Lebensmittelüberwachung und dem Bauamt abgesprochen.

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Gemeinderat Max Zangerl (BfR) erinnerte in der jüngsten Sitzung an die jährlichen Parkplatzeinnahmen, die seit über 40 Jahren eingenommen werden. Geschäftsstellenleiter Maximilian Brockhoff gab zu bedenken, dass mit den Parkplatzgebühren auch das Mähen und die Pflege finanziert werden müssen.

Kiosk zu teuer für Rott?

Christian Franke (BfR) war der Meinung, dass der Kiosk am Rotter Ausee attraktiv gestaltet werden müsse. Er glaubt, dass die kalkulierten Kosten von 150.000 Euro zu hoch seien.

Gemeinderat Hans Gilg (BfR) wies darauf hin, dass vor zwei Wochen ein angespannter Haushalt mit dem Vorsatz zu sparen beschlossen werden musste und jetzt werde Geld für einen Kiosk ausgegeben.

Zweiter Bürgermeister Alfred Zimpel (BfR) war gegen eine Billiglösung und sprach sich dafür aus, dass wenn das angegangen wird, dass das „gescheit“ gemacht werden muss. Der Meinung war auch der Fraktionskollege Marinus Schaber (BfR), der sagte, wenn ein Großteil sowieso neu gebaut werden müsse, dann könne auch gleich der Rest gemacht werden.

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Dritter Bürgermeister Christoph Sewald (SPD) sagte, dass nach 40 Jahren Nutzung der Kiosk durchaus renoviert werden dürfe. Auch Sebastian Mühlhuber (CSU) wollte keine Übergangslösung und war davon überzeugt, dass die angenommenen Kosten viel zu hoch seien. Sepp Riedl (BfR) sagte, dass die Kosten sich schnell relativieren würden. Ein attraktiverer Kiosk bringe auch mehr Einnahmen.

Bei der anschließenden Abstimmung gab es seit längerer Zeit erstmals 2 Gegenstimmen. Die Mehrheit der Gemeinderäte will das Konzept weiterverfolgen. Bauamtsmitarbeiter Peter Perfler wird genauere Zahlen vorlegen.

Detaillierte Mängelliste

Die Lebensmittelüberwachung des Landkreis Rosenheim hatte bereits im Jahr 2019 die Gemeinde darauf hingewiesen, dass der Kiosk am Rotter Ausee saniert werden sollte. Hauptsächlich übte die Lebensmittelüberwachung Kritik an der Ausgestaltung von Verkaufsraum und Küche. Sehr detailliert wurden die Mängel aufgelistet: Heutzutage werden Oberflächen gefordert, die man hygienisch rein halten kann. Wände, Decken und Türen im bestehenden Kiosk sind derzeit noch aus Holz und können nur oberflächlich gereinigt werden. Die vorhandene Kühlzelle wird aktuell für Lebensmittel und Getränke genutzt. An dieser Stelle wurde eine Trennung empfohlen.

In dem Kühlsegment befinden sich derzeit auch die Zapfanschlüsse für die Getränkefässer, deren Leitung über die Decke zur Schankanlage geht. Beanstandet wurden auch die Stromanschlüsse in der Küche, die oberirdisch auf der Wand verlegt wurden. Sie können nicht gereinigt werden.

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