Vorbereitungen

Wie es trotz des Lockdowns in Wasserburg möglich sein soll, lokal einzukaufen

So einfach wie möglich: Mit einer Ampel, die die Besucherströme im InnKaufhaus lenkt, möchte Inhaberin Sibylle Schuhmacher den Besuchern an den letzten offenen Tagen ihren Einkauf erleichtern.
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So einfach wie möglich: Mit einer Ampel, die die Besucherströme im InnKaufhaus lenkt, möchte Inhaberin Sibylle Schuhmacher den Besuchern an den letzten offenen Tagen ihren Einkauf erleichtern.
  • vonPetra Maier
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Wasserburger Geschäfte bieten verlängerte Öffnungszeiten sowie einen Lieferservice und online-Handel. Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wasserburger Wirtschaftsförderungs-Verbands (WfV) und Christoph Klobeck, Wirtschaftsreferent der Stadt Wasserburg, denken schon weiter.

Wasserburg – Geschäftiges Treiben herrschte gestern den ganzen Tag über in der Wasserburger Altstadt. Wer nicht selbst arbeiten musste, so schien es, war unterwegs, um in den örtlichen Geschäften noch schnell das ein oder andere spezielle Geschenk zu kaufen. Einige Kunden waren mit langen Wunschzetteln unterwegs, die sie versuchten, abzuarbeiten, andere suchten für sich selbst noch schnell einen Friseurtermin.

Mit Abstand war gestern viel los in der Wasserburger Innenstadt.

„Das kann ich wohl vergessen“, ärgerte sich beispielsweise Karl Stüber (78), der von Friseur zu Friseur eilte, um sich für die Feiertage noch die Haare schneiden zu lassen. Keine Chance, noch einen so kurzfristigen Termin zu bekommen, klagte er unserer Reporterin sein Leid – und ging schnell weiter, um woanders vielleicht noch den ersehnten Haarschnitt zu bekommen.

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„Lockdown kommt ja nicht überraschend“

Was beim Friseur gestern nicht mehr klappte, das ging in anderen Geschäften am Montag noch problemlos. „Der Lockdown kommt ja nicht überraschend“, machte Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wasserburger Wirtschaftsförderungs-Verbands (WfV) im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Er sei sich allerdings „relativ sicher“ gewesen, dass der Lockdown erst am Montag vor Heiligabend kommen würde.

Da sei er nun eines besseren belehrt worden. Um den Kunden in den verbleibenden zwei Tagen das Einkaufen zu erleichtern, hätten einige Geschäfte ihre Öffnungszeiten ausgeweitet. Mancher habe jetzt von 8.30 bis 20 Uhr geöffnet, um den Kunden die Möglichkeit zu gebe, möglichst stressfrei und mit wenigen Begegnungen den Einkauf zu erledigen.

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Wenn die meisten Ladentüren am Mittwoch geschlossen werden, dann soll auf der Homepage des WfV eine Mitgliederliste erscheinen, die all die Wasserburger Geschäfte aufführt, die ihr Geschäft auch im Lockdown weiter online betreiben. „Es wird vielerorts ein Lieferservice eingerichtet, sodass der lokale Handel auch trotz des Lockdowns weiter geführt werden kann“, hofft Hasselt.

„Es gibt einige Händler, die ihre Waren persönlich ausfahren werden, damit ihre Kunden pünktlich zum Fest die gewünschten Bestellungen in den Händen halten können. Mit dieser Methode sei man auf der sicheren Seite, denn bei den großen Lieferdiensten würden auch die großen Versandhäuser bevorzugt behandelt und da könnte im schlimmsten Fall das Paket eines kleinen Kunden auf der Strecke bleiben“, befürchtet er.

Regionalen Handel unterstützen

Wer den regionalen Handel unterstütze, der handele auf alle Fälle nachhaltiger, schon wegen der kürzeren Wege, stellt Hasselt fest. Die Umsätze, die normalerweise in der Vorweihnachtszeit gemacht würden, könne man auf diese Weise aber mit Sicherheit nicht einfahren. In dieser Zeit würden normalerweise im Einzelhandel die größten Umsätze gemacht.

Ob die staatlich versprochenen Ausgleichszahlungen pünktlich eintreffen, weiß Hasselt nicht zu sagen. Im Frühjahr seien die Gelder jedoch „relativ schnell“ geflossen. Wie das aktuell bei der Gastronomie ausgesehen hat, dazu fehlen ihm derzeit aussagekräftige Rückmeldungen.

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Hasselt hofft, dass sich die Wirtschaft nach dem Lockdown schnell wieder erholt und die Leute dann eben später ihre Wünsche realisieren.

Schwere Zeiten auch nach Weihnachten

Auch Christoph Klobeck, Wirtschaftsreferent der Stadt Wasserburg, richtet sein Augenmerk nicht nur auf das Vorweihnachtsgeschäft, sondern auch schon auf die Zeit danach. Er rechnet auch im kommenden Januar noch mit finanziellen Einbußen. „Viele Branchen machen gerade in der Zeit nach den Feiertagen große Umsätze, wenn sich beispielsweise Ehepaare im Weihnachtsurlaub gemeinsam auf die Suche nach einem passenden Möbelstück machen oder sich zusammen einen neuen Fernseher aussuchen wollen. Das fällt im kommenden Januar zunächst einmal weg“, fürchtet er.

Doch es gibt auch Hoffnung: Im Wasserburger Stadtrat soll am Donnerstag ein möglicher Plan beraten werden, durch den nach dem Lockdown eventuell ein guter Neustart gelingen könnte (Bericht folgt).

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