Die wichtigsten Ausgaben im Überblick

Der Wasserburger Haushalt steht – und trotz Corona ist vieles möglich in Wasserburg

1,6 Millionen Euro investiert die Stadt in die Sanierung der Stadtmauer. Im März geht es los, die Baugerüste stehen schon.
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1,6 Millionen Euro investiert die Stadt in die Sanierung der Stadtmauer. Im März geht es los, die Baugerüste stehen schon.
  • Heike Duczek
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„Einigermaßen beruhigt“ kann Wasserburg in das neue Haushaltsjahr starten. Der Etat für 2021 ist solide aufgestellt, macht vieles möglich – aber nicht alles.

Wasserburg – „Corona wird auf Dauer nicht folgenlos am Stadthaushalt vorüberziehen“, ist Bürgermeister Michael Kölbl überzeugt. 2020 hat die Stadt schon die ersten Einschläge bemerkt: Der Anteil an der Einkommenssteuer lag eine halbe Million Euro unter der Prognose, die noch vor Corona erstellt wurde. Trotzdem: Die Ausgangslage für das zweite Corona-Jahr ist gut, die Fraktionen haben den Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 58 Millionen Euro deshalb, wie berichtet, einstimmig angenommen.

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Doppelt so hohe Rücklagen wie Schulden, im ersten Corona-Jahr sogar mehr Gewerbesteuer eingenommen als veranschlagt, millionenschwere Investitionen auf der Agenda: Angesichts dieser guten Ausgangslage startet die Stadt – per saldo schuldenfrei – „einigermaßen beruhigt“ in das zweite Corona-Jahr, so Kölbl.

Doch die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt, die sogenannte „freie Spitze“ für Investitionen, schrumpft auf 1,9 Millionen Euro – ein erstes Anzeichen dafür, dass es schwieriger wird, deutete auch Kämmerer Konrad Doser an. „Solide finanzierte Entscheidungen sind wichtiger denn je“, appellierte Kölbl in seiner Haushaltsrede. Trotz der Erwartung, dass auch die Gewerbesteuereinnahmen 2021 nicht mehr so sprudeln wie bisher, könne die Stadt erheblich in die Zukunft investieren. Von Träumen, die hohen Folgekosten verursachen würden, müsste sie sich jedoch verabschieden.

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Neues Feuerwehrhaus, Fernwärme, EDV-Ausstattung, Neubau des Depots, Gestaltung von Spiel- und Sportplätzen, Kita-, Wohnungs-, Kanal- und Straßenbau, Wirtschafts- und Kultur- sowie ÖPNV-Förderung: Millionen können hier und in vielen weiteren Bereichen investiert werden. Kölbl stellte sich außerdem hinter die Stadtwerke, die im Wasser- und Strombereich sowie bei den Nebengeschäften sehr gut aufgestellt seien – und hinter das angegliederte Badria mit Mehrzweckhalle, dessen Defizit von 1,3 Millionen Euro vom Stadthaushalt ausgeglichen wird.

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Augenmaß forderte der Kämmerer beim Finanzplan bis 2024 ein, der anders als der einstimmig verabschiedete Haushalt 2021 eine Gegenstimme von Josef Baumann erhielt („weil zu wenig Investitionen für Reitmehring dabei sind“). „Wasserburg ist zu klein, um groß zu sein“, wies der Kämmerer auf ein grundsätzliches Problem hin. Die Stadt mit nur 12 5000 Einwohner habe die Aufgaben eines Mittelzentrums zu erfüllen.

Die wichtigsten Zahlen

  • Gesamtvolumen: 58 Millionen Euro
  • Vermögenshaushalt: 16,4 Millionen Euro.
  • Verwaltungshaushalt: 41,8 Millionen Euro.
  • Rücklagen:sechs Millionen Euro.
  • Gewerbesteuereinnahmen: elf Millionen Euro
  • Einkommenssteuereinnahmen: acht Millionen Euro.
  • Die wichtigsten Investitionen: Verpflichtungsermächtigung über zwei Millionen für den Kita-Bau, 1,3 Millionen Euro für Sportplätze, 1,6 Millionen Euro für die Schulen, 1,9 Millionen für Straßenbau sowie Geh- und Radwege, 65 000 Euro für die Corona-Förderung von Einzelhandel und Gastronomie, 1,5 Millionen Euro für die Stadtmauersanierung, zwei Millionen Euro für das Zentraldepot.

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