Tanzschulen im Lockdown

Trotz Corona heißt es in Wasserburg: „Wir tanzen immer noch“

Über Zoom tanzt Sarah Schallwig-Loferer von der Tanzschule „Tanzen mit Schalli“ mit ihren Schützlingen - trotz des Lockdowns. Es laufe überraschend positiv, so die Tanzlehrerin.
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Über Zoom tanzt Sarah Schallwig-Loferer von der Tanzschule „Tanzen mit Schalli“ mit ihren Schützlingen - trotz des Lockdowns. Es laufe überraschend positiv, so die Tanzlehrerin.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Die Tanzschulen sind geschlossen. Erneut. Nach den Lockerungen im Sommer hat auch sie der zweite Lockdown hart getroffen. Eine Einschränkung, die die Tanzschulen in Wasserburg unterschiedlich lösen. Von Unterricht per Livestream über Video-Aufnahmen bis hin zu Sonderterminen im Sommer ist alles dabei.

Wasserburg/Edling –Tanzlehrerin Sarah Schallwig-Loferer von der Tanzschule „Tanzen mit Schalli“ ist weiterhin voll ausgelastet. „Seit Dezember bieten wir Tanzkurse über Zoom an“, so Loferer. Derzeit unterrichtet sie auf diese Weise fünf Kindergruppen. „Es läuft überraschend positiv“, sagt Loferer. „Im Moment sind eigentlich alle dabei, die sonst auch in unseren Gruppen sind.“ Wenn nicht noch mehr, denn Loferer hat auch ungeahnte Vorzüge am Online-Unterricht erkannt. „Zu uns kommen jetzt auch überregionale Kunden.“

Unterricht gibt es jetzt über Zoom

Anfangs sei sie skeptisch gewesen, vor allem bei den kleineren Kindern. „Ich wusste nicht, ob die da so mitmachen.“ Und tatsächlich: „Für manche Kinder ist das Zoom-Angebot nichts“, sagt Loferer. „Aber andere stehen mit ihrem Elsa-Kostüm vor der Kamera und machen ganz begeistert mit.“

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Auch beim Tanzstudio Belacqua unter der Leitung von Ute Ziegler wird fröhlich durch den Lockdown getanzt. „Wir haben reduzierten Betrieb“, erklärt Ziegler, doch trotz allem biete die Tanzschule regelmäßig Unterricht, ebenfalls über Zoom, an.

Sogar Breakdance funktioniert

Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Schüler und Schülerinnen tanzt weiterhin, schätzt Ziegler. „Wir bieten Modern, Jazz und Hip Hop an.“ Für Erwachsene wird das Programm auch aufgenommen, damit sie es in ihrer Freizeit nachschauen können. Und für Jugendliche bieten Ziegler und ihr Team sogar jetzt noch eine Breakdance-Klasse an. „Das funktioniert“, sagt Ziegler.

Jedoch nicht bei allen, wie sie einräumt – „für Breakdance braucht man viel Platz, den haben einige daheim nicht“ – aber viele manchen dennoch regelmäßig mit.

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Ein weiteres Problem für Ziegler ist häufig die schlechte Internetverbindung der Tanzschüler. „Wenn sie auf dem Land wohnen, ist da häufig die Verbindung nicht so gut, dann geht das nicht.“ Auch das Tanzstudio selbst hat keine gute Leitung. „Da ruckelt es manchmal“, sagt Ziegler. Mit dem Ton gab es anfangs ebenfalls Probleme. „Inzwischen haben wir ein Programm installiert, damit sich die Musik nicht so mit dem Gesprochenen vermischt.“

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Loferer hingegen fehlt vor allem der persönliche Kontakt mit den Kindern. „Das ist im Studio leichter.“ Über Zoom könne sie nicht mit so vielen Kindern gleichzeitig reden.

Und: Livestream-Unterricht ist auch nicht für jede Tanzsportart möglich. Erika Heinz, Inhaberin des Tanzzentrums Heinz in Edling, bietet deshalb keinerlei Online-Unterricht an. „Ich werde alles im Sommer nachholen“ – über Sondertermine und zusätzliche Öffnungszeiten in den Ferien.

Die Tanzlehrerin bietet vor allem Unterricht im Gesellschaftstanz für Erwachsene an. „Da ist es schwierig, sich auf einen festen Termin zu einigen.“ Außerdem wäre für jedes Paar jemand notwendig, der mit einer Kamera daneben steht.. „Sonst tanzen sie gleich aus dem Bild.“

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Ein weiteres Problem sieht sie in den Korrekturanweisungen. Diese über Online-Plattformen zu geben, sei sehr schwierig. Auch ihre Seniorentanzkurse möchte Heinz nachholen. „In die Seniorenheime darf ich leider nicht rein.“ Und vor allem bei dieser Art des Tanzens sei persönlicher Kontakt wichtig. Doch egal wie, die Tanzschulen wollen alle weiter tanzen.

Kinder brauchen die Bewegung

Ziegler freut sich über jeden Schüler. „Auch wenn es manchmal nur zwei oder drei sind, wir freuen uns über jeden, der weiter mitmacht.“ „Kinder brauchen einfach die Bewegung“, sagt Loferer. Vielen tue es auch gut, wenigstens diesen Termin noch zu haben. „Sie können dann sehen: Meine Tanzlerherin Sarah ist immer noch da, es geht immer noch weiter - trotz Corona.“

Und ein bisschen Stolz ist Loferers Stimme ebenfalls zu entnehmen, als sie sagt: „Trotz Lockdown: Wir tanzen immer noch.“

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