Trotz Corona: Fast ein Drittel der Haager Realschüler schaffen Mittlere Reife mit Eins

In vier Veranstaltungen – mit Sitzordnung auf Abstand– wurden die Haager Realschüler verabschiedet.re

Eine Abschlussprüfung ist immer aufregend. Es steht viel auf dem Spiel, die Absolventen müssen auf den Punkt genau vorbereitet sein. Aber in diesem Jahr, da sind sich alle Beteiligten an der Realschule Haag einig, waren die Bedingungen besonders nervenaufreibend. Und trotzdem gelangen Top-Abschlüsse.

Haag – Vier Wochen komplette Schulschließung, Unterricht im Krisenmodus. Sich unter diesen Verhältnissen auf den Schulabschluss zu konzentrieren war eine große Herausforderung – auch für die 95 Jugendlichen, die sich an der Realschule Haag den Prüfungen stellten. Umso bemerkenswerter sind die guten Ergebnisse, mit denen sie ihre Schullaufbahn am Ende der 10. Klasse abschlossen. Nicht nur, dass alle die Prüfungen bestanden haben, fast ein Drittel hat dies zudem mit einem Einser vor dem Komma geschafft.

Vier getrennte Festakte – kein Abschlussball

Mit etwas Verspätung und in vier getrennten Veranstaltungen erhielten die Absolventen nun die Zeugnisse der Mittleren Reife. Es wurde mit Respekt und auch viel Wehmut auf die zurückliegende Schullaufbahn geblickt, die nun krisenbedingt etwas unspektakulär zu Ende ging – ohne einen großen Festakt, ohne den traditionellen Tanzkurs und vor allem ohne Abschlussball. Letzteres bedauern viele.

Freuen konnten sich die Absolventen dennoch – über ihre guten Zeugnisse und auf eine neue Herausforderung im Beruf oder an einer weiterführenden Schule.

Förderpreise von örtlichen Betrieben

Spitzenreiterin unter den erfolgreichen Prüflingen ist Lea Warmedinger, die das Kunststück vollbrachte, ausschließlich Einsen im Zeugnis stehen zu haben. Die Schülerin darf sich jedoch nicht nur über ihr außergewöhnlich gutes Zeugnis freuen. Sie ist außerdem Preisträgerin eines der begehrten Haager Förderpreise, die traditionell von örtlichen Unternehmen gestiftet werden und mit 500 Euro dotiert sind. Lea Warmedinger wurde in diesem Rahmen von der Raiffeisenbank Haag-Gars-Maitenbeth für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Bereich der sprachlichen Fächer geehrt.

Den Förderpreis im Bereich Werken, gespendet von den Kraftwerken Haag, nahm Johannes Mitterer entgegen. Im Bereich Wirtschaftswissenschaften (Milchwerk Jäger) wurde Michael Stettner ausgezeichnet. Die Preise für Mathematik und Naturwissenschaften, beide gespendet von der Brauerei Unertl, gingen an Maik Kowol und an Luis Eichner.

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Bemerkenswert ist die lange Liste an Schülern, die für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden: fast jeder zweite Absolvent. Dies zeige, dass sich viele junge Erwachsene auch jenseits von Schulnoten für vieles interessieren und engagieren würden – und gut gerüstet seien für die Bewältigung von Krisen, so die Schulleitung.

Das haben die Besten vor

Lea Warmedinger (1,0)

St. Wolfgang

Mit ihrem Sensationsschnitt von 1,0 liegt es nahe, dass sie weiter zur Schule geht. Nach der FOS will sie aber wahrscheinlich zunächst eine Ausbildung im Marketing oder im kaufmännischen Bereich machen, um einen Beruf zu finden, in dem sie sich verwirklichen und auch noch weiterbilden kann, eventuell durch ein Studium. Trotz ihrer Bestnoten findet sie es schade, dass der Abschluss am Ende nicht so gelaufen ist, wie alle ihn sich erhofft hatten – mit einer ordentlichen Feier am Ende und einem standesgemäßen Abschlussball. Rückblickend habe sie sich vor allem wegen der vielen Freunde an der Schule immer sehr wohl gefühlt, sagt sie. Sich viel mit diesen zu treffen, ist auch ihr Wunsch für die nächsten Wochen. Das sei in letzter Zeit zu kurz gekommen.

Sophie Wandinger (1,09)

Haag

Am Ende stand neben all den Einsern nur in einem einzigen Fach die Note zwei. Mit diesem tollen Zeugnis kann die Haagerin jetzt guten Gewissens die Zeit genießen, bis sie im Herbst eine Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin antreten wird, bei einem Betrieb, der im Innenausbau tätig ist. Sie habe sich schon immer für Architektur interessiert, sei kreativ und mache gern Konstruktionen am Computer, da liege dieser Beruf nahe. Weiterhin wolle sie aber auch viel Musik machen und ihrem anderen Hobby, dem Reiten nachgehen. Extra wegfahren müsse sie da bis zum Berufseinstieg gar nicht mehr. Die Schule, so sagt sie, wird sie schon ein wenig vermissen, vor allem die Leute, mit denen sie in den letzten sechs Jahren zu tun hatte.

Ramona Mayer (1,18)

Reichertsheim

Kunst und Mathe waren ihre Lieblingsfächer, doch am Ende hatte sie in allen Fächern gute bis sehr gute Leistungen erzielt. So ein Zeugnis fällt einem natürlich nicht einfach in den Schoß, doch auf die Abschlussprüfungen habe sie gar nicht so viel lernen müssen, weil sie sich schon in ihrer ganzen Schulzeit eine konstante Lernweise angewöhnt habe. In der zehnten Klasse konnte sie deshalb von ihrem Wissen aus den früheren Jahrgangsstufen profitieren. Nun will sie mit dieser Herangehensweise auch in ihrem künftigen Beruf als Mediengestalterin erfolgreich sein. In ihrer Freizeit zeichne sie oft und gestalte auch gerne etwas am Computer. Nun aber gelte es zunächst, eine entspannte Zeit zu verbringen und mit den Freunden zu feiern.

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