Trotz Corona: Ameranger Haushalt ist im Plan – noch

Die Ameranger Betriebe – auf unserem Foto Auer Packaging im Gewerbegebiet – kommen bisher gut durch die Corona-Krise.
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Die Ameranger Betriebe – auf unserem Foto Auer Packaging im Gewerbegebiet – kommen bisher gut durch die Corona-Krise.

Der Haushalt der Gemeinde Amerang entwickelt sich bisher positiv. Ameranger Betriebe kommen weitgehend gut durch die Corona-Krise. Doch Entwarnung gibt es nicht.

Von Christa Auer

Amerang – „Generell ist die Haushaltslage gut, trotzdem müssen wir wachsam sein“, sagte Kämmerer Anton Görgmayr. Seine Darstellung der Haushaltsentwicklung war damit Entwarnung und Mahnung zugleich.

Demnach entwickeln sich die Einnahmen des Verwaltungshaushalts planmäßig und die Haushaltsansätze werden überwiegend erreicht werden. Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Eintrübungen aus der Corona-Pandemie gehen aber nicht spurlos vorbei an Amerang. Die Steuerkraft der Gemeinde ist rückläufig und so dürften zum Jahresende etwa 350.000 Euro weniger im Gemeindesäckl sein.

Einkommenssteuer: Beteiligung sinkt

Das liegt insbesondere an der sinkenden Einkommensteuerbeteiligung. Die verlässliche und in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegene Einnahmequelle war im aktuellen Haushalt mit 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Laut Görgmayr wird dieser Ansatz nicht erreicht werden. Die Beteiligung im ersten Quartal 2020 seien noch um fünf Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. Im zweiten Quartal seien die Zahlen jedoch um 15 Prozent eingebrochen. Der Kämmerer rechnet mit Einbußen in ähnlicher Höhe auch im restlichen Jahresverlauf und auch in den Folgejahren.

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Vorläufige Entwarnung gibt es dagegen in puncto Gewerbesteuer. Entgegen des allgemeinen Trends entwickeln sich die Einnahmen hier positiv. Zwar falle die Gewerbesteuer bei besonders von der Krise betroffenen Bereichen wie der Gastronomie praktisch aus, dafür kämen die für das Gros der Gewerbesteuereinnahmen aufkommenden Betriebe bisher gut durch die Krise. Der Kämmerer rechnet mit rund 2,85 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Der Haushaltsansatz lag bei 2,3 Millionen Euro. Sollte es wider Erwarten zu deutlichen Einnahmerückgängen bei der Gewerbesteuer geben, würden diese in diesem Jahr durch Fördermittel des Freistaates und des Bundes ausgeglichen, sagte Görgmayr.

Appell für Augenmaß bei Investitionen

Die Gesamtentwicklung stelle sich bisher trotz geänderter Wirtschaftslage noch positiv dar. Aufgrund der einschneidenden Auswirkungen der Corona-Pandemie sei jedoch von einem langfristigen Rückgang der wesentlichen Steuereinnahmen auszugehen. Die Gemeinde sollte deshalb bei künftigen Investitionsentscheidungen mit Augenmaß agieren, „zumal mit dem bevorstehenden Neubau der Kindertagesstätte das finanziell größte Einzelbauvorhaben der vergangenen Jahrzehnte bevorsteht“, betonte Görgmayr.

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Ergänzend wies der Kämmerer auf die anstehenden Maßnahmen hin, die im Rahmen der Haushaltsberatung besprochen wurden, aufgrund des Planungsstandes jedoch weder im Etat- noch im im Finanzplan veranschlagt sind – darunter unter anderem der Neubau der Kita und die noch nicht detailliert beschlossene Sanierung der Mittelschule Eiselfing.

Ausgaben sind weiterhin im Plan

Die Ausgaben im aktuellen Haushalt entwickeln sich auch weitgehend plangemäß. Vorerst höhere Aufwendungen seien insbesondere bei den Kindertagesstätten erkennbar, nachdem für die Jahre 2019 und 2020 (Abschlag) über 150.000 Euro an Defizitübernahmen anfallen würden. Mit gut zwei Millionen Euro ist die Kreisumlage der größte Einzelausgabeposten. Die gemeindliche Verschuldung beträgt zur Jahresmitte 3,1 Millionen Euro. Kassenkredite wurden im Haushaltsjahr nicht in Anspruch genommen. Die allgemeine Rücklage beträgt 903 214 Euro.

Einnahmen durch Grundverkauf

Die bisherigen Einnahmen im Vermögenshaushalt über 110.000 Euro resultieren aus der Investitionskostenbeteiligung. Im Jahresverlauf erwartet die Kämmerei Einnahmen aus Erschließungsbeiträgen für die Maßnahmen Evenhausen Ost, Eichenweg, Kindergartenweg und Am Schlossfeld. Zudem ist durch die Veräußerung von Baugrundstücken in Evenhausen mit Einnahmen in Höhe von etwa einer Million Euro zu rechnen, wobei die Verkaufserlöse teilweise 2021 anfallen.

Die bisherigen Ausgaben entfallen nach Angaben der Kämmerei zum Großteil auf die Tiefbaumaßnahmen in Evenhausen. Für die Sanierung der Ortsdurchfahrt und des Regenwasserkanals wurden bisher 920.000 Euro ausgegeben. Weitere Posten waren die Abschlagszahlungen für das Baugebiet Evenhausen Ost mit 100.000 Euro und Kredittilgungen in Höhe von 166.000 Euro.

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