Nachruf

Trauer um Rita Selmeier (81) aus Maitenbeth

Rita Selmeier †
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Rita Selmeier †

Als 70-Jährige verfasste Rita Selmeier ihren eigenen Lebenslauf, der auf ihren Wunsch hin, jetzt nach Ihrem Tod veröffentlicht wird.

Maitenbeth – Fürsorglich und aufopferungsvoll umsorgt und gepflegt von ihrem Ehemann Georg, Schwiegertochter Elfriede und ihren Kindern konnte Rita Selmeier trotz gesundheitlicher Probleme ihr Leben zu Hause im Kreis ihrer Familie genießen. Erst als sich ihr Zustand in den letzten Wochen verschlechterte, musste sie ins Seniorenpflegeheim Maria Schnee in Heldenstein eingewiesen werden, wo sie im Alter von 81 Jahren auch verstorben ist.

Gesanglich begleitet vom Ehepaar Gfüllner von den Oberdorfner Sängern zelebrierte Pfarrer Marek Kalinka für den engsten Familienkreis den Seelengottesdienst und die anschließende Beerdigung auf dem Maitenbether Kirchenfriedhof. Am Grab trauerten neben Ehemann Georg 4 Kinder, 12 Enkel und 1 Urenkel. Rita Selmeier ist eine geborene Friesinger. Als 5. Kind ist auf dem Bimoar-Anwesen in Maitenbeth/Öd zur Welt gekommen. Anlässlich ihres 70. Geburtstages hat sie ihr Leben in einem Lebenslauf selbst beschrieben. Auf ihren Wunsch wird er hier veröffentlicht: „Ich bin am Dreifaltigkeitstag in aller Frühe geboren. Bereits am Mittag bin ich getauft worden – auf den Namen Rita. Bei meiner Geburt sind es 3 Schwestern und 1 Bruder. So bin ich die Jüngste geworden.

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Ab 1945 bin ich zur Schule gegangen. Im Sommer barfuß. Im Winter bin ich mit den Gummistiefeln durch den Schnee gestapft. Eines Tages kam der Fliegeralarm. Ich hatte solche Angst und habe mich in die Wiese gelegt, bis der Flieger vorbei war. In der 4. Klasse hatte ich im Zeugnis lauter Zweien. In der 5. und 6. Klasse waren auch 3er dabei. In der 5. Klasse durften wir das erste Mal zeichnen. Ich war sehr begeistert.

In de 7. und 8. Klasse mussten wir in der Früh in die Kirche zum Singen und anschließend zur Schule. Nach dem Schulabschluss ging ich zu den Englischen Fräulein in Haag. Dort haben wir Kochen, Handarbeit und Erziehung gelernt.

Als ich wieder nach Hause kam, musste ich kochen, waschen, bügeln und Kühe melken. Manchmal auch in den Wald um Holz zu holen.

Dann musste ich zu meiner Schwester, auf die Kinder aufpassen. Alle Tage zu Fuß zum Schex. Die Schex Dirndl haben gespielt und gezeichnet. Wir hatten viel Spaß.

Am 30. November 1963 haben wir geheiratet. Dann haben wir unser Haus gebaut. 1965 kam Agathe, 1968 kam Peter, 1972 Michael und 1979 Brigitte zur Welt. So hatte ich immer Arbeit. Mit den Kindern habe ich immer Hausaufgaben gemacht und fleißig gelernt.

Darüber hinaus habe ich im Kindergarten 25 Jahre lang täglich geputzt. Jetzt gehe ich jeden Morgen in die Schule, um auf die Kinder aufzupassen. Das mache ich schon seit September 1989.

Seit 1975 gehe ich einmal in der Woche zum Turnen. So bleibt man gesund und fit.“

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