Nachruf

Trauer in Maitenbeth: Rosalie Anderl stirbt im Alter von 105 Jahren

Starb mit 105 Jahren: Rosalie Anderl, mit Abstand älteste Bürgerin von Maitenbeth.
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Starb mit 105 Jahren: Rosalie Anderl, mit Abstand älteste Bürgerin von Maitenbeth.
  • vonLorenz Richterstetter
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Im Alter von 105 Jahren wurde Rosalie Anderl, die mit Abstand älteste Gemeindebürgerin von Maitenbeth, auf dem Kirchenfriedhof im engsten Familienkreis zu Grabe getragen. Die Schmiedin von Öd war nicht nur in Maitenbeth, sondern auch im weiten Umkreis wegen ihrer Rüstigkeit und Geselligkeit beliebt.

Maitenbeth – Rosalie Anderl geborene Gietl wurde am 25. September 1915 auf dem kleinen Schmied-Anwesen in Maitenbeth/Öd in einer Zeit geboren, als der Erste Weltkrieg tobte und Kaiser Wilhelm II noch in Deutschland regierte. Sie wuchs zusammen mit ihren Brüdern Sepp und Georg auf, ging in Maitenbeth zur Schule. .Anschließend arbeitete sie bei verschiedenen Bauern in der Landwirtschaft. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 ging sie zurück nach Hause, da ihre beiden Brüder in den Krieg ziehen mussten.

Zwei Kinder allein großgezogen

1948 heiratete sie Josef Anderl aus Hochreith in der Nähe von Ensdorf. Aus der Ehe gingen zwei Söhne, Sepp und Hans, hervor. 1960 verstarb ihr Ehemann an den Folgen eines Kriegsleidens. Sie musste ihre beiden Kinder im Alter von damals zehn und sechs Jahren allein großziehen und das kleine Anwesen allein bewirtschaften. 1991 verlor sie ihren Jüngsten Sohn Hans in Folge eines tragischen Verkehrsunfalles.

Rosalie Anderl war stolze Oma von zwei Enkelkindern und zweifache Uroma.

Melissengeist als Jungbrunnen

Auf die Frage angesprochen, wie man denn so alt werden kann, hat sie immer geantwortet: „Besonders gesund habe ich nie gelebt. In meinen Kaffee gehören einfach zwei Esslöffel Zucker. Ich habe auch nie besonders viel, sondern eher immer wenig gegessen. Schuxn und Auszogne waren immer meine Lieblingsspeisen. In den letzten Jahren habe ich auch täglich Melissengeist eingenommen und das hat mir gut getan.“

Aktiv bis ins hohe Alter

Sie hat bis ins hohe Alter hinein immer an den Seniorennachmittagen teilgenommen, ist viel spazieren gegangen, hat regelmäßig ihre Zeitung gelesen, auch mal einen Liebesfilm im Fernsehen angeschaut und gerne ihre Nachbarinnen zum Ratschen besucht.

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Bis Mai 2020 lebte Rosalie Anderl zu Hause und wurde im Hause ihres Sohnes 43 Jahre lang aufopferungsvoll von Schwiegertochter Annemarie umsorgt und gepflegt. Nach einem bei einem Sturz erlittenen Oberschenkelhalsbruch war eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich. Sie musste ins Altenheim Waldkraiburg eingeliefert werden, wo sie sich dank fürsorglicher Pflege und starkem Willen wieder gut erholen konnte. Im Dezember stürzte sie erneut und zog sich einen Beckenringbruch zu, an dessen Folgen sie nach kurzem Krankenhausaufenthalt in Haag friedlich verstorben ist.

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