Nachruf auf den "Hasn Wast": Der Totengräber von Kirchdorf ist gestorben

Sebastian Maierbacher.

Der Hasn Wast aus Hof ist im Alter von 83 Jahren überraschend gestorben. 50 Jahre war er Totengräber und Sargträger in seiner Gemeinde.

Kirchdorf – Sebastian Maierbacher wurde am 29. März 1937 als erster Sohn von Walburga und Sebastian Maierbacher in Hof geboren und wuchs mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. Er besuchte die Volksschule in Kirchdorf und anschließend die landwirtschaftliche Berufsschule in Haag. Bereits ab dem Alter von 15 Jahren kam er für mehrere Jahre in den Dienst bei verschiedenen Bauern in Kirchdorf. Oft hat er von der schweren Arbeit mit den Pferden auf dem Feld oder im Wald erzählt.

Viele Jahre war er Kranfahrer bei einer Baufirma in Haag. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm er den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb und baute ihn zusammen mit seiner Frau Resi zu einer Schweinezucht im Vollerwerb aus.

1976 heiratete er Resi Hierl und gründete mit ihr eine Familie. Zum Sohn und den zwei Töchtern kamen sieben Enkel dazu, die ihm eine große Freude waren.

Einen schweren Schicksalsschlag musste er hinnehmen, als sein Bruder 1977 durch einen Blitzschlag ums Leben kam.

Vor zehn Jahren erkrankte der Wast schwer. Diese lebensbedrohende Krankheit überstand er gut, er konnte auch wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Er war immer ein sehr geselliger Mensch, der viel von früher gewusst und gerne davon erzählt hat.

Von 1957 bis 1963 war er Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kirchdorf, er war Mitglied der Marianischen Männerkongregation, Gründungsmitglied des CSU-Ortsverband Kirchdorf und im Schafkopfverein. Bis zuletzt war er jedes Wochenende unterwegs, auf vielen Turnieren war er erfolgreich.

Ein halbes Jahrhundert war er als Totengräber, Leichenfahrer und Sargträger tätig.

Der regelmäßige Kirchgang, der Besuch der Krankengottesdienste und Seniorenausflüge waren ihm sehr wichtig. Seine große Leidenschaft aber war das Singen. 67 Jahre war er als Tenor Mitglied im Kirchenchor in Haag und in Kirchdorf und hat an vielen Beerdigungen als Chormitglied teilgenommen. Oft hat er den Gesang als Solist unterstützt. Bis zuletzt hat er im Pfarrverbandschor mitgesungen. Ganz besonders gerne hat er die Kempter Messe gesungen, zuletzt Weihnachten 2019. Die Freude am Singen hat er auch zuhause mit den Enkeln gelebt.

Eine weitere Leidenschaft war das Reisen. Wann immer es ihm möglich war, war er auf den Fahrten des Erzeugerrings dabei. Besonders beeindruckt war er von einer Romreise im Jahr 2001. Dort traf er zufällig Papst Benedikt, der damals noch Kardinal Ratzinger war.

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