Toteislöcher und östliche Gemeinde als Schutzgebiete ausweisen

Haag – Der Haager Gemeinderat gab mit dem Billigungsbeschluss grünes Licht für eine Neuauflage des Haager Flächennutzungsplans mit Landschaftsplan.

Er beinhaltet das Entwicklungskonzept für die nächsten Jahre und soll zur Auslegung den Haagern im Bürgersaal vorgestellt werden.

Vor 25 Jahren hatte Haag einen Flächennutzungsplan, dazu auch einen Landschaftsplan. Im Laufe der Zeit fielen Veränderungen an. Diese gilt es einzuarbeiten. „Bei dieser Gelegenheit können auch die neuen Baugebiete aufgenommen werden“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD).

Landschaftsarchitekt Michael Voit erläuterte für den Landschaftsplan die Analyse zum Naturraum Haag, zu seinen Nutzungen, Schutzgütern, Erholungsbieten und Grünflächen. Er nannte Haag als Vorranggebiet für Bodenschätze und meinte damit den Kiesabbau entlang der B 12. Ihn gelte es „eher zu beenden als zu forcieren“, um die Landschaft anderen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Das markante Auslaufgebiet der Gletscher habe Strukturen hervorgebracht wie die Altdorfer Rinne, die Moränenzüge und die Moorböden. Von den 700 Hektar Grünland werde nur ein Teil genutzt. Ein Wasserbrunnen am Gewerbegebiet sei nicht haltbar. Dagegen seien die Grünflächen im Zentrum als erhaltenswert einzustufen. Der Schachenwald gelte als Naherholungsgebiet.

Vorsichtigen Umgang riet Voit mit dem Hügelland der Endmoränen. Zu Bauflächen sollten Grünflächen mitwachsen. Schonende Bewirtschaftung verdienten die Moorböden. Die Wasserflächen weisen für das Gemeindegebiet keine Überschwemmungszonen aus.

Ein Vorschlag sei bereits vor 25 Jahren eingegangen. Den gelte es zu wiederholen: die Toteislöcher im Schachenwald und das östliche Gemeindegebiet könnten als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Dieser Schritt bedeute keine Ein-schränkung für die Landwirtschaft, schütze vor Bebauung.

Auf Nachfrage von Herbert Zeilinger (WfH) zur Geltungsdauer betonte Voit, lasse künftige Änderungen zu. Überschwemmungen an Rain- und Mühlbach gäbe es, ergänzte Rosmarie Heimann (PWG). Dafür habe man keine Berechnungen und somit keine Verordnung, so Voit. Altdorf sei allerdings als „Bereich feuchter Böden“ ausgewiesen.

Baureferent Stefan Högen auer monierte das Fehlen eines Vorschlags der CSU-Fraktion zum Stiftungswald. In „sinnvoller Abrundung“ könne die Rosenberger Wohnbebauung ergänzt werden. Es handelt sich um das Areal, auf dem im oberen Bereich des Stiftungswaldes die Bäume wegen Borkenkäferbefalls gefällt worden waren, so Bürgermeisterin Sissi Schätz.

Dem Antrag wurde mit 16 Stimmen gegen zwei von Konrad Lipp (WfH) und Herbert Zeilinger (WfH) stattgegeben. Die Billigung des Flächennutzungsplans befürworteten ebenfalls 16  Räte gegen die Stimmen von CSU-Chef Ludwig Schletter und PWG-Chef Josef Hederer. xy

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