Tobi Haller als „Stimme der Wasserburger Rolli-Fahrer“ aus Behindertenbeirat verabschiedet

Engagierte sich im Wasserburger Behindertenbeirat: Tobias Haller, der wegen Multipler Sklerose auf den elektrischen Rollstuhl angewiesen ist. Bürgermeister Michael Kölbl verabschiedete ihn, der aus gesundheitlichen Gründen im Beirat aufhört.
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Engagierte sich im Wasserburger Behindertenbeirat: Tobias Haller, der wegen Multipler Sklerose auf den elektrischen Rollstuhl angewiesen ist. Bürgermeister Michael Kölbl verabschiedete ihn, der aus gesundheitlichen Gründen im Beirat aufhört.

Er ist die Stimme der Wasserburger Rollstuhlfahrer: Tobias Haller. Er gehört dem Wasserburger Behindertenbeirat an. Aus gesundheitlichen Gründen gab der 48-Jährige nun sein Ausscheiden bekannt und wurde vom Stadtrat und Bürgermeister Michael Kölbl verabschiedet.

Von Andrea Klemm

Wasserburg – Haller leidet seit 1990 an Multipler Sklerose (MS), eine Nervenkrankheit, die ihn in den Rollstuhl zwingt. „Er brachte sich ein, schon bevor es den Behindertenbeirat gab“, sagt Kölbl in der Stadtratssitzung, die in der Aula der Mittelschule stattfand. Also seit über 20 Jahren. „Der Haller Tobi spielte gern das Versuchskaninchen, war Testperson, wenn es galt, für die Stadt bei Begehungen die Barrierefreiheit zu prüfen“, so der Bürgermeister. So habe Haller auch den Aufzug im Rathaus getestet, als dieser eingebaut wurde. Lange Zeit war der Lift defekt. „Nun geht er wieder, aber ich will es nicht verschreien“, sagte Kölbl und Haller schmunzelte.

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Der Bürgermeister erinnerte auch an eine Bordsteinabsenkung in der Neustraße. „Der Tobi hat mit seinem elektrischen Rollstuhl alles ausprobiert und mitgeholfen, das so umzusetzen, dass man die Hürde mit einem Rollstuhl sicher überwinden kann.“ Kölbl dankte ihm für sein Engagement und freute sich auf Hallers Zusage, „auch weiter für solche Experimente für die Barrierefreiheit“ zur Verfügung zu stehen. Er lobte auch die innere Stärke des Mannes, der sich auch in der MS-Gruppe einbringt.

In einem Gespräch mit der Wasserburger Zeitung vor einem Jahr hatte Haller gesagt, Menschen mit Behinderung sollen sich engagieren. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung sprach Ethel-D. Kafka vom Bürgerbahnhof, die den Behindertenbeirat unterstützt. Sie stellte den neuen Beirat vor, der bis 2026 für die Belange von Menschen mit Handicaps einsetzen wird. Ausführliche Berichterstattung folgt.

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